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20.02.18
Banking & Berater

M&A-Berater MCF geht Partnerschaft mit D.A. Davidson ein

Die Hamburger MCF Corporate Finance und die US-Investmentbank D.A. Davidson gehen eine Allianz für transatlantische M&A-Deals ein. Dafür haben die M&A-Berater eine gemeinsame Dachmarke gegründet. Das Angebot soll vor allem Private-Equity-Investoren ansprechen.

Mit einer neuen Allianz für transatlantische Deals will die M&A-Beratung MCF Corporate Finance künftig im Wettbewerb um Mandate punkten. Kooperationspartner ist die US-Investmentbank D.A. Davidson. Die Zusammenarbeit ist als „strategische Partnerschaft“ angekündigt, um einen kompletten Merger handelt es sich dabei nicht.

Sowohl MCF Corporate Finance als auch D.A. Davidson bleiben rechtlich unabhängig. In ihren angestammten Märkten USA beziehungsweise Deutschland und Skandinavien wollen D.A. Davidson und MCF Corporate Finance ihre Kunden weiterhin komplett als eigenständige Unternehmen betreuen.

Allianz von MCF und D.A. Davidson zielt auf den Midmarket

Bei transatlantischen M&A-Deals treten die Teams beider Unternehmen allerdings künftig unter der gemeinsamen Marke D.A. Davidson MCF International auf. Mit der Partnerschaft wollen die M&A-Berater ihre Kapazitäten und Netzwerke bündeln und sich damit insbesondere für Verkaufsmandate von Private-Equity-Investoren in Stellung bringen.

Sweetspot sind Transaktionen mit einem Volumen zwischen 25 und 250 Millionen Euro. „Wenn Sie heute als M&A-Berater Sell-Side Mandate von Private-Equity-Häusern beziehungsweise von Unternehmen in PE-Besitz bekommen wollen, dann ist eine glaubwürdige transatlantische Kompetenz ein absolutes Muss“, glaubt Hans-Christoph Stadel, Managing Partner bei MCF.

MCF und D.A. Davidson arbeiten mit Rahmenverträgen

Die Kooperation betrifft ausschließlich Transaktionen zwischen europäischen und nordamerikanischen Unternehmen. Nach eigenen Angaben kommen die beiden Partner in diesem Segment gemeinsam auf 120 Investmentbanking-Spezialisten an 13 Standorten in Europa und den USA.

Die Zusammenarbeit bei transatlantischen Deals läuft über Rahmenverträge, die auch die Aufteilung der Gebühren zwischen MCF und D.A. Davidson regeln. MCF-Chef Stadel beschreibt dies als „entsprechende Vereinbarungen zum Subcontracting“. Details hierzu geben die beiden Partner nicht bekannt.

D.A. Davidson war auf Partnersuche

Das US-Haus D.A. Davidson verfolgte schon länger Pläne für eine Kooperation: „Der Schulterschluss mit einem führenden europäischen M&A-Beratungsunternehmen stand für uns ganz oben auf der Agenda“, sagt Rory McKinney, Head of Investment Banking von D.A. Davidson. Die Amerikaner sind der deutlich größere Partner: D.A. Davidson ist der Investmentbanking-Bereich von D.A. Davidson Companies, einem Finanzdienstleistungsunternehmen mit mehr als 1.300 Mitarbeitern in 26 US-Bundesstaaten, und das größte Unternehmen unter dem Dach von D.A. Davidson Companies.

In den vergangenen zehn Jahren hat D.A. Davidson nach eigenen Angaben mehr als 500 M&A-Deals beraten. Auf diese Anzahl kommt MCF Corporate Finance, wo rund 50 Corporate-Finance-Experten arbeiten, für den Zeitraum seit seiner Gründung vor 30 Jahren.

D.A. Davidson und MCF wollen Sektorexpertise bündeln

Die Allianz soll den beiden Partnern auch eine erweiterte Branchenexpertise bringen. D.A. Davidson ist spezialisiert auf den Konsumgütermarkt, Industrieunternehmen, Banken sowie den Immobilien- und den Technologiesektor. MCF Corporate Finance sieht seine Stärke in den Sektoren Investitionsgüter, verarbeitende Industrie, Energie und erneuerbare Energien sowie Business Services.

MCF Corporate Finance konzentriert sich bislang auf den skandinavischen Markt. Das Beratungshaus
hatte Ende 2016 einen Wettbewerber in Stockholm gekauft und unterhält Büros in Hamburg, Helsinki, London und Stockholm. MCF wurde 1987 gegründet und wird als Partnerschaft geführt. MCF hat zuletzt unter anderem die Gesellschafter der Pumpenfabrik Wangen beim Verkauf ihrer Anteile an den Private-Equity-Investor Silverfleet Capital beraten.

M&A-Berater setzen auf Zusammenschlüsse

Die Partnerschaft von D.A. Davidson und MCF reiht sich ein in eine ganze Reihe von Zusammenschlüssen zwischen europäischen und nordamerikanischen M&A-Beratungshäusern. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Allianzen in ihrer Ausgestaltung mitunter deutlich voneinander. „Die Zusammenarbeit mit D.A. Davidson MCF International geht über die in herkömmlichen Netzwerke hinaus“, betont MCF-Managing-Partner Stadel.

Netzwerkstrukturen mussten sich in der Vergangenheit häufiger den Vorwurf anhören, nicht verbindlich genug zu sein. Die Mitglieder der Organisation M&A International nahmen dies zum Anlass, sich vor anderthalb Jahren zu Oaklins zusammenzuschließen. Die M&A-Berater von Acxit Capital Partners haben bei ihrer Allianz mit Pax Corporate Finance in Frankreich im Herbst 2016 ähnlich wie nun MCF und D.A. Davidson auf eine strategische Partnerschaft gesetzt.

Dagegen ist beispielsweise die Münchener M&A-Boutique Mummert & Company Ende 2016 in Raymond James aufgegangen. Das M&A-Beratungshaus Altium und die US-Investmentbank GCA Savvian einigten sich im Mai 2016 auf eine Fusion.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de