Die Mannheimer M&A-Beratung IMAP hat die Frankfurter Bankgesellschaft als neuen Großaktionär an Bord geholt.

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08.01.20
Banking & Berater

M&A-Beratung IMAP gibt Anteilsmehrheit ab

Die Frankfurter Bankgesellschaft übernimmt die Mehrheit an der Mannheimer M&A-Beratung IMAP. Das Beratungshaus sieht dies als Schritt dazu, unabhängiger vom Netzwerk der langjährigen Führungskräfte zu werden.

Die M&A-Berater von IMAP starten mit neuem Haupteigentümer ins Jahr 2020: Die Frankfurter Bankgesellschaft, Privatbank der Sparkassen-Finanzgruppe, will eine Mehrheit von 75,1 Prozent an IMAP M&A Consultants übernehmen. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch zustimmen.

Beide Seiten sehen strategische Ergänzungen: Hauptzielgruppe der M&A-Beratung wie auch der Privatbank seien Familienunternehmen. In der Kombination könne man nun neben Vermögensstrategien sowohl Transaktionsberatung als auch die Finanzierung von Deals aus einer Hand anbieten, begründet Holger Mai, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Frankfurter Bankgesellschaft Gruppe, den Einstieg bei IMAP.

IMAP M&A Consultants, der deutsche Arm des 1973 gegründeten weltweiten Verbunds International M&A Partners, lag zuvor vollständig im Besitz der vier Vorstände: Beteiligt waren neben IMAP-Gründer und -Vorstand Karl Fesenmeyer bislang die weiteren Vorstände Peter Koch, Carsten Lehmann und der im vergangenen Jahr berufene Henning Graw, allerdings zu unterschiedlichen Teilen.

IMAP setzt auf Zugang zum Mittelstand

Im Zuge der Transaktion haben nun Fesenmeyer und Koch Anteile abgegeben, über die Konditionen wurde Stillschweigen vereinbart. Der inzwischen 60-jährige IMAP-Gründer Fesenmeyer hatte sich in der Vergangenheit noch gegen einen Verkauf ausgesprochen, den Mehrheitsverkauf an die Frankfurter Bankengruppe sieht er jedoch nun als Gelegenheit, das Beratungshaus unabhängiger vom Netzwerk der Altgesellschafter zu machen: „Wir können durch die Partnerschaft mit der Frankfurter Bankgesellschaft den Zugang zum Mittelstand institutionalisieren, unabhängig von einzelnen Personen“, erklärte er im Gespräch mit FINANCE die Beweggründe. Die enge Verzahnung mit der Frankfurter Bankengruppe biete Zugang zu dem großen mittelständischen Kundenstamm der Sparkassen-Finanzgruppe.

Die Verbindung zur Frankfurter Bankgesellschaft, die über gemeinsame Kontakte entstand, hat sich Fesenmeyer zufolge im zurückliegenden halben Jahr intensiviert. Der gesamte Vorstand sei von Beginn an in den Prozess eingebunden gewesen.

Minderheitsanteil soll bei IMAP bleiben

Der verbleibende Anteil von 24,9 Prozent soll langfristig im Vorstand der M&A-Beratung liegen: „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir künftig nicht als Abteilung einer Bank auftreten, sondern weiterhin unabhängig im Markt positioniert sind und unternehmerisch agieren können“, sagt Carsten Lehmann, der 2016 vom Bankhaus Lampe zu IMAP kam. Steige künftig ein IMAP-Vorstand aus, so sollten dessen Anteile zwischen den weiteren Vorständen und dem etwaigen Nachfolger aufgeteilt werden. Die vier amtierenden IMAP-Vorstände hätten derzeit alle noch Verträge mit mehrjähriger Laufzeit.

IMAP hat in den vergangenen drei Jahren eigenen Aussagen zufolge jährlich mehr als 20 Transaktionen abgeschlossen und war bei mehr als 80 Prozent der M&A-Deals für die Seite der Verkäufer mandatiert.

Der neue Großaktionär Frankfurter Bankgesellschaft hat seinen Hauptsitz in Zürich, betreibt eine Tochterbank in Frankfurt sowie das einzige Multi-Family-Office der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Gruppe verwaltet nach eigener Aussage rund 12 Milliarden Schweizer Franken, Alleineigentümer der Frankfurter Bankgesellschaft ist die Helaba. Die Frankfurter Bankgesellschaft kooperiert eigenen Angaben zufolge mit rund 70 Prozent der knapp 380 Sparkassen in Deutschland.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de