Duell klein gegen groß: Kleine M&A-Deals bereiten den M&A-Beratern zurzeit mehr Freude als große Transaktionen.

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05.06.15
Banking & Berater

Smallcap-M&A-Berater überraschen positiv, größere Berater schwächeln

Kleine Schwächephase auf hohem Niveau: M&A-Berater mit Fokus auf Mid- und Largecap-Transaktionen rechnen für die kommenden Monate mit weniger Aufträgen. Wacker schlagen sich dagegen die Smallcap-Häuser.

In vielen Branchen ist die M&A-Aktivität in den vergangenen Monaten nochmals gestiegen. Davon profitieren derzeit auch noch die M&A-Berater. Sie sind weiterhin deutlich überdurchschnittlich ausgelastet, wie die Ergebnisse des aktuellen Prognoseindikators des FINANCE M&A-Panels zeigen, für den FINANCE und die Kanzlei CMS Hasche Sigle M&A-Berater anonym zu ihrer aktuellen und ihrer erwarteten künftigen Auslastung befragen. Insbesondere Häuser mit Fokus auf Smallcap-Transaktionen haben zuletzt einen Aufschwung gespürt. Noch im vergangenen Herbst herrschte in den Beratungshäusern eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die Auslastung der Häuser mit Schwerpunkt auf Mid- und Largecap-Deals lag deutlich über denen der kleineren Häuser. Der Rückstand der Small-Cap-Berater hat sich über den Winter verringert

Nun haben sie die Lücke endgültig geschlossen: Erstmals seit Beginn der Befragung vor einem Jahr haben die M&A-Beratungshäuser mit Fokus auf Smallcap-Transaktionen mehr zu tun als ihre Kollegen mit Schwerpunkt auf Mid-und Largecap-Deals. Auf einer Skala von –5 bis +5, wobei der Wert 0 einem durchschnittlichen Projektaufkommen entspricht, bewerten die M&A-Berater mit Smallcap-Fokus ihre aktuelle Auslastung mit 1,60. Die Berater mit Fokus auf größeren Transaktionen vergeben den Wert 1,40.

M&A-Berater im Smallcap-Bereich werden optimistischer

Die Berater mit Fokus auf Smallcap-Deals haben mit ihrer aktuellen Auslastung ihre im Februar abgegebene Prognose sogar noch übertroffen. Damals gingen sie auf Basis bereits erteilter fester Mandate mit Dealsigning in den kommenden drei bis acht Monaten von einer Auslastung von 1,40 aus.

Dagegen entwickelt sich das Geschäft der M&A-Berater mit Fokus auf größeren M&A-Deals schwächer als erwartet. Sie hatten im Februar eine Auslastung von 2,17 angenommen, wenige Monate später bilanzieren sie als aktuelle Auslastung jedoch nur einen Wert von 1,40.

Doch obwohl sich die tatsächliche Auslastung der Berater von kleinen und großen M&A-Deals in den ersten Monaten dieses Jahres ganz unterschiedlich entwickelt hat, präsentieren sich beide Lager nach wie vor zuversichtlich: Die Berater größerer Transaktionen haben ihre Auslastungsprognose für die kommenden drei bis acht Monate nach unten korrigiert. Sie erwarten allerdings auf Basis bereits erteilter fester Mandate nach wie vor eine deutlich überdurchschnittliche Auslastung von 2,05.

Die Smallcap-Experten sind gegenüber dem Februar deutlich optimistischer geworden: Sie erhöhten ihre Erwartungen auf 2,03 – wohl auch, weil sich ihr Geschäft im Frühjahr anders als bei ihren Wettbewerbern besser entwickelt hat als zuvor gedacht.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels stehen im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download zur Verfügung.