Haben die Boutique-Investmentbank Moelis verlassen: Deutschland-Chef Stefan Müller (links) und Jan Caspar Hoffmann, Head of M&A für den deutschsprachigen Raum.

Moelis & Company

22.10.19
Banking & Berater

US-Investmentbank Moelis stutzt Frankfurt-Büro

Nach dem Abgang der beiden Deutschlandchefs hat die US-Investmentbank Moelis keine Aushängeschilder in Deutschland mehr. Das hat Folgen für den Zuschnitt des Frankfurter Büros.

Rationalisierung bei der US-Investmentbank Moelis: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, haben Deutschland-Chef Stefan Müller und Jan Caspar Hoffmann, seines Zeichens Head of M&A für den deutschsprachigen Raum, Moelis verlassen. Eine Neubesetzung der beiden Top-Posten plant Moelis laut eigener Aussage derzeit nicht. Stattdessen wolle die Boutique-Investmentbank das Deutschlandgeschäft zukünftig von den beiden Ko-Europachefs Matthew Prest und Yorick van Slingelandt lenken lassen, die in London sitzen, heißt es weiter. Das Frankfurter Büro bleibe aber weiterhin „personell gut ausgestattet und voll in das globale Netzwerk integriert“, zitiert die FAZ eine Unternehmenssprecherin.

Berichte über schwache Erträge von Moelis

Das britische Finanzportal „eFinancialCareers“ hatte schon im August mit Bezug auf Unternehmens-Insider darüber berichtet, dass die Erträge des Frankfurter Büros hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien, die sich mit der Berufung der beiden Top-Investmentbanker Hoffmann und Müller verbunden habe.

Jan Caspar Hoffmann wechselte im Februar 2015 von der Société Générale zu Moelis, wo er zuvor über vier Jahre ebenfalls als Head of M&A für den deutschsprachigen Raum tätig gewesen war. Davor war der Diplom-Kaufmann über zehn Jahre bei Merrill Lynch in Frankfurt und London aktiv, wo er vom Analysten zum Managing Director aufstieg.

Hoffmann beriet unter anderem die US-amerikanische Standard Industries beim Kauf des hessischen Ziegelherstellers Braas Monier. Zudem begleitete er die Übernahme des US-Softwareentwicklers Mendix durch Siemens. Von FINANCE auf die Personalie angesprochen, erklärte Hoffmann, dass sein Vertrag noch bis zum 31. Dezember laufe. Zu seinen weiteren beruflichen Plänen wollte er sich nicht äußern.

Stefan Müller hat schon neuen Job in Sicht

Stefan Müller stieß ein Jahr nach Hoffmann – im Sommer 2016 – zu Moelis. Er begann seine Karriere bei der Dresdner Bank, wo er es bis zum Director der Investmentbanking-Sparte Dresdner Kleinwort Wasserstein schaffte. Im Jahr 2000 wechselte er als Co-Head Investment Banking für Deutschland, Österreich & Schweiz zur Bank of America Merrill Lynch, wo er 16 Jahre lang blieb. Solche langen Berufsstationen sind im Investmentbanking ungewöhnlich. Entsprechend viel Aufmerksamkeit erntete Moelis am Finanzplatz, als es gelang, Müller 2016 von der Bank of America loszueisen.

Auf FINANCE-Nachfrage zu seinem Ausscheiden erklärte Müller ebenfalls, dass sein Vertrag noch bis zum 31. Dezember laufe. Ab Januar werde er anderweitig tätig sein. Genaueres wollte der bekannte Investmentbanker nicht verraten.

Bei Moelis betreute er unter anderem das letztlich abgeblasene Übernahmeprojekt Akorn des Dax-Konzerns Fresenius. Auch der Deutschen Post stand er beratend zur Seite, als diese sich von ihrer britischen Tochter Williams Lea Tag trennte.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de