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Audit- & Tax-News: BDO, Mazars, EY

BDO gewinnt die beiden Wirtschaftsprüfer Caroline Gass und Wolfgang Spaar. Beide kommen von EY.
BDO gewinnt die beiden Wirtschaftsprüfer Caroline Gass und Wolfgang Spaar. Beide kommen von EY. Foto: BDO

BDO holt Wirtschaftsprüfer Spaar und Gass von EY

BDO hat zum 1. Oktober mit Wolfgang Spaar den Bereich Financial Service Insurance am Standort München verstärkt. Der 52-jährige Wirtschaftsprüfer ist insbesondere auf die Prüfung von Versicherungsunternehmen und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung spezialisiert. Er bringt 26 Jahre Erfahrung in der Prüfung und Beratung mittelständischer Unternehmen sowie internationaler Konzerne mit zu BDO. Zuletzt war Spaar bei dem Big-Four-Haus EY als Director im Bereich Financial Service Insurance tätig. Vor EY war er neben seiner Rolle als Director bei Deloitte insbesondere bei KPMG in Deutschland (München) und in USA (Kansas City) tätig.

Zum 1. September hatte sich BDO außerdem bereits mit Caroline Gass verstärkt. Sie verfügt über 18 Jahre Branchenerfahrung in der Prüfung und mit prüfungsnahen Dienstleistungen bei Kreditinstituten, Finanzdienstleistern und Versicherungen. Gass war bei PwC und EY tätig, davon 13 Jahre als Wirtschaftsprüferin. Zu ihren Mandaten zählten Großbanken mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften sowie diverse Auslandsbanken und Versicherungen in Deutschland.

Baker Tilly holt Frank Leiber von PwC

Das Next-Six-Haus Baker Tilly hat einen weiteren Zugang auf Partnerebene vermeldet: Der Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Experte für Unternehmensbewertungen Frank Leiber wird von Stuttgart aus das Baker Tilly Competence Center Valuation verstärken. Sein Fokus liegt im Bereich Unternehmensbewertungen im Rahmen von Transaktionen und Rechnungslegung, vor allem mit Schwerpunkt auf Unternehmen im Energiesektor und mit kommunalem Hintergrund. Zuvor war Leiber als Associate Partner für den Bereich Valuation & Energy Consulting bei Bansbach tätig. Seine Karriere startete er im Jahr 2000 bei PwC, wo er über 18 Jahre als Senior Manager Advisory Transaction Services im Bereich Valuation & Strategy tätig war.

Baker Tilly hat im August außerdem den Bereich Global Mobility mit dem neuen Steuer-Partner Andreas Bode für den Standort Frankfurt verstärkt. Außerdem verantwortet er den Geschäftsbereich der Unternehmenssteuerberatung von chinesischen Mandanten mit Niederlassungen in Deutschland. Bode war zuvor bei PwC, wo er zuletzt verantwortlich für das Employment Tax Consulting an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und München und Mitglied des PwC-TCMS-Council gewesen ist. Vor seinem Wechsel zu PwC war Andreas Bode im Dienst der hessischen Finanzverwaltung in Frankfurt tätig.

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Big Four

PwC, KPMG, Deloitte und EY stehen im harten Wettbewerb zueinander. Wer schnappt sich besten Kandidaten? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dieser Themenseite.

Ex-EY-Forensiker nimmt Kollegen zu PwC mit

Der bekannte EY-Forensiker Christian Muth hat das Big-Four-Haus verlassen und wird zusammen mit einem größeren Team zum Konkurrenten PwC wechseln. Dabei wird er „mehr als einen Partner und mehr als ein Dutzend weiterer Mitarbeiter“ mitnehmen, wie FINANCE erfahren hat. „Der Bereich Forensic & Integrity Services ist ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells“, so ein EY-Sprecher. „Wir werden diesen Geschäftsbereich weiter stärken und signifikant in Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. So stellen wir sicher, dass wir bei der stetig wachsende Nachfrage am Markt auch künftig gut aufgestellt sind.“

Muth wurde im Zuge des Wirecard-Skandals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er hatte im Mai im Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt und dabei deutlich gemacht, dass er und sein Team bereits 2016 Verdächtiges bei dem Zahlungsdienstleister aufgespürt hätten. Der Forensiker war damals verantwortlicher Partner der Abteilung Betrugsermittlung und Compliance bei EY.

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Bei Mazars steigt der Steuerexperte Tobias Radloff als Director im Hamburger Standort ein. Er bringt Expertise im internationalen Steuerrecht und in der Transaktionsberatung mit und soll den Bereich der steuerlichen Beratung verstärken sowie diesen perspektivisch als Partner weiterentwickeln. Radloff bringt auch Spezialwissen in der Schifffahrtsindustrie und der Logistik mit. So baut Mazars mit ihm die Sektorexpertise in Transport und Logistik am Standort Hamburg weiter aus, heißt es. Radloff startete seine berufliche Karriere 2007 bei EY und war dort zuletzt als Director im Bereich International Tax & Transaction Services tätig. Die Tätigkeit bei EY unterbrach er zwischen 2012 und 2015, als er die Steuerabteilung des Schifffahrtsunternehmens Rickmers leitete.

Zum 1. September hat Mazars außerdem die Partnerschaft weiter ausgebaut. So ist zum einen Stefan Neubauer als Partner bei Mazars eingestiegen. Zuvor war er 20 Jahre bei EY in der Steuerabteilung tätig, zuletzt als Associate Partner. Mit ihm zusammen wechseln noch weitere Experten aus diesem Bereich von EY. Mit den Neuzugängen ergänzt Mazars die energierechtliche Expertise. Zu den neuen Partnern gehört zudem Tobias Hagemann (Berlin, Service Line Tax mit Schwerpunkt internationales Steuerrecht, Umstrukturierungen und Gestaltungsberatung), Florian Mengele (München, Service Line Tax mit Schwerpunkt internationales Steuerrecht und Tax Dispute Resolution), Michael Proksch (Berlin, Service Line Audit mit Schwerpunkt Health Care), Lisa-Katrin Lohrmann (Stuttgart, Service Line Audit/Tax mit den Schwerpunkten Wirtschaftsprüfung und steuerliche Beratung im Mittelstand) sowie Susann Philipp (Dresden, Service Line Tax & AOS mit den Schwerpunkten handels- und steuerrechtliche Compliance).

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Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer haben eine verantwortungsvollen Job, der eine lange Ausbildung erfordert und gut bezahlt ist. Alles über den Beruf, Herausforderungen und Trends gibt es auf dieser Themenseite.

Die Beratungsgesellschaft Dornbach verstärkt sich durch die erfahrene Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Elena Yorgova-Ramanauskas, die Geschäftsführerin am Standort Saarbrücken wird.  Yorgova-Ramanauskas kommt von PwC, wo sie seit 2002 tätig war, zuletzt als Director. Sie betreut große und mittelständische sowie familiengeführte Unternehmen, insbesondere in den Branchen Automotive, Stahl, Maschinenbau und Pharma. Bei Dornbach wird sie die Leitung des Bereichs Abschlussprüfung übernehmen. Dornbach ist seit 2003 in Saarbrücken vertreten, die Niederlassung zählt 60 Mitarbeiter.

Der Payment-Dienstleister eClear gewinnt ein Deloitte-Team, das das neu geschaffene Tax Technology Innovation Lab in Köln aufbaut. Patrick Frenzel, Bernd Mayer und Lars Franke waren zuletzt Mitglieder in der Deloitte Garage for Tax & Legal, die sich mit dem digitalen Transformationsprozess im Bereich Steuern und Recht befasst und neue Geschäftsmodelle und Services entwickelt. Frenzel leitet als Vice President Tax Technology Innovation Lab die neue Einheit. Bernd Mayer ist Head of Digitalization Projects, und Lars Franke arbeitet als Tax Innovation Manager. Frenzel war seit März 2020 als Director der Tax & Legal Garage bei Deloitte tätig, zuvor war er Geschäftsführer bei ITax Concept Consulting beziehungsweise beim 2013 gegründeten Kölner Standort des Unternehmens WTS ITax.

Welche Rolle spielt derzeit die ortsunabhängige Abschlussprüfung in Unternehmen? Dieser Frage ging die PwC-Studie „Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen 2021“ nach. Die klare Mehrheit von 83 Prozent der Befragten geht davon aus, dass die Abschlussprüfung in fünf Jahren nicht mehr hauptsächlich physisch vor Ort stattfinden wird. 2020 waren erst 58 Prozent dieser Meinung – Corona scheint den seit einigen Jahren bestehenden Trend zur ortsunabhängigen Prüfung also deutlich verstärkt zu haben. „Wir haben bereits vor der Pandemie gemerkt, dass Mandanten unsere digitalen Tools, die wir im Audit anbieten, verstärkt nutzen. Das bringt sowohl für Unternehmen als auch Prüfer Zeit- und Effizienzgewinne”, sagt Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung bei PwC.

Den zusätzlichen Erkenntnisgewinn aus einer digitalen Abschlussprüfung halten die Befragten aber für nicht so hoch: Nur 9 Prozent sind der Meinung, dass eine stärker digitale Abschlussprüfung ihnen bis dato unbekannte Unternehmensinformationen in erheblichem Umfang liefern könnte. 46 Prozent hingegen erwarten eher wenige neue Erkenntnisse und 45 Prozent glauben, es gebe gar keine neuen Informationen. „Aus unserer Sicht als Prüfer ist das eine Fehleinschätzung“, sagt Rüdiger Loitz, Partner und verantwortlich für Technology & Innovations in Assurance bei PwC. „Wir sehen hier viel größeres Potenzial, insbesondere dafür, Zusammenhänge mit finanzfremden Daten herzustellen.“ PwC hat im Frühjahr 2021 für die Studie 100 mittelständische und größere deutsche Unternehmen befragt.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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Julia Schmitt ist Chef vom Dienst bei FINANCE-Online und Moderatorin bei FINANCE-TV. Sie betreut die Themenschwerpunkte Wirtschaftsprüfung, Controlling und Bilanzierung. Julia Schmitt hat einen Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Publizistik und arbeitete während ihres Studiums unter anderem in der Online-Redaktion der ZDF heute.de-Nachrichten.

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