PwC hat seine Zahlen für 2019/20 vorgelegt. Wären da nicht die vielen neuen Prüfmandate im Dax, wären die Aussichten trübe.

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FINANCE+ 18.11.20
Banking & Berater

Wirecard und Corona fordern PwC heraus

Das Beratungsgeschäft von PwC leidet unter der Coronakrise, und die geplante Prüferregulierung nach dem Wirecard-Skandal bedroht das bisher stabile Kerngeschäft. CEO Ulrich Störk findet dafür klare Worte.

Als zweites großes Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus hat nach Deloitte nun auch PwC seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 (endete im Juni 2020) vorgelegt – und ähnlich wie beim Konkurrenten zeigen sich auch bei PwC deutlich die Folgen der Coronavirus-Krise.

So ist die Gesamtleistung, die im Gegensatz zum Umsatz auch die bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen aus noch nicht beendeten Projekten berücksichtigt, nur noch um 1,5 Prozent auf 2,35 Milliarden Euro gewachsen. In den Vorjahren lagen die Wachstumsraten stets zwischen 5 und 16 Prozent. Ob PwC damit seine Marktführerschaft als Nummer 1 unter den Big Four verteidigen kann, wird sich zeigen, wenn Verfolger EY seine Zahlen im Dezember vorlegt.

PwC schrumpft im Consulting um 2 Prozent

„Vor Corona lag unser Wachstum noch bei knapp 7 Prozent“, berichtet Deutschlandchef Ulrich Störk bei der Präsentation der Zahlen. Doch mit Beginn der Pandemie seien etliche Projekte abrupt gestoppt worden.

Davon ist vor allem das Beratungsgeschäft betroffen, wo PwC sogar um 2 Prozent geschrumpft ist: Die Gesamtleistung beträgt nur noch 885,8 Millionen Euro. In den Vorjahren waren die Wachstumsraten teils deutlich höher, 2016 sogar noch bei 43 Prozent.

Gelitten hat unter anderem das Geschäft mit der Strategie- und Transformationsberatung, berichtet Störk. PwC hatte nach dem Kauf von Strategy& im Jahr 2014 stets betont, die einzige Big-Four-Gesellschaft mit einer „echten“ Strategieberatung zu sein – in diesem volatilen Geschäft wurde die Gesellschaft jetzt getroffen. Damit teilt PwC sein Schicksal mit Deloitte, die ebenfalls im bisher sehr starken Beratungsgeschäft Federn lassen musste.

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