11.03.14
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Adidas stellt neue Compliance-Richtlinien vor

Auch VW, UniCredit und Telekom wollen auf Hoeneß-Prozess reagieren.

Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer präsentierte heute vor Journalisten die frisch überarbeiteten Compliance-Richtlinien. „Compliance-Regeln sind sehr wichtig. Sie dürfen aber nicht die wirtschaftlichen Interessen gefährden. In diesem Spannungsfeld haben wir uns auch bei der jüngsten Überarbeitung befunden.“ Schon Mitte letzten Jahres hatte Adidas daher beispielsweise den Passus „Steuerhinterzieher sind aus allen Ämtern zu entfernen“ abgeändert in: „Steuerhinterzieher mit weniger als 3 Millionen Euro hinterzogenen Steuern sind aus allen Ämtern zu entfernen.“ Damals hatte der Konzern das damit begründet, dass „im Sinne aller für besondere Menschen besondere Regeln“ gelten müssten.

 

Nun reagiert Adidas auf die Kritik, die damals laut wurde. „Wir haben den Passus deutlich verschärft – statt 3 Millionen Euro liegt die Höchstgrenze jetzt bei 18 Millionen Euro Steuerschulden. Ich denke, damit werden wir allen Seiten gerecht.“

 

Auch andere Konzerne wollen in den nächsten Tagen ihre „re-adjustierten“ Compliance-Regeln vorstellen. So betonte VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn: „Die Koppelung von Compliance-Regeln an das Strafrecht ist problematisch. Wir alle wissen, dass das Strafrecht vor Fehlurteilen nicht gefeit ist – so viel Rechtsunsicherheit können und wollen wir unseren eigenen Regeln nicht zumuten.“ Auch bei der Allianz tut sich etwas: „Wir diskutieren gerade, wie wir mit multiplen Persönlichkeiten umgehen: Gelten dann die Regeln nur zur Hälfte bzw zu einem Drittel?“, plauderte ein Allianz-Mitarbeiter aus.

Mehr Satire finden Sie ab sofort unregelmäßig unter "Borkowski exclusiv". 

Mehr Hintergründiges aus der FINANCE-Redaktion finden Sie auch im Blog von Michael Hedtstück "Das ist doch Mist!".