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Energiekrise, EY-Aufspaltung und SF-Beilage

Zeitenwende in Deutschland: Die Energiekrise wird zum Problem für CFOs.
Zeitenwende in Deutschland: Die Energiekrise wird zum Problem für CFOs. Fotos: tromtrasse: Chalabala - stock.adobe. com; Uniper: nmann77 - stock.adobe.com; Christian Lindner, Olaf Scholz, Robert Habeck (v.l.n.r.): picture alliance/dpa | Kay Nietfeld; Borgers: Borgers

Lieferkettenkrise, Energiekrise, Inflation, Zinswende – man kann die Aufzählung der aktuellen Probleme schon fast nicht mehr hören. Aber zweifellos treffen gerade ganz unterschiedliche Themen die deutschen Unternehmen. Der giftige Cocktail führt bereits zu Insolvenzen wie bei Borgers, Görtz oder Hakle. Aber nicht nur Unternehmen, die bereits angeschlagen waren, kommen ins Wanken.

Speziell die Energiekrise ist das Thema der Stunde: Die Frage nach den Energiekosten ist dieses Jahr ziemlich neu auf die CFO-Agenda geraten – in den vergangenen Jahr hat das Thema fast keine Rolle gespielt. Die Kosten steigen, die Erträge stehen aber unter Druck, weil gleichzeitig die ökonomischen Vorzeichen weiter schwierig sind – einige Branchen wie der Einzelhandel oder Automotive sind ganz besonders betroffen.

Was bedeutet das nun? Rollt etwa eine Insolvenzwelle auf die deutsche Wirtschaft zu? Klemmt es bald bei Krediten? Mehr dazu erfahren Sie im neuen FINANCE-Magazin, das heute schon als E-Paper erscheint.

Stadtwerke und Private Equity betroffen

Die Energiekrise erreicht aber natürlich auch speziell die Stadtwerke – selbst von einem Lehman-Moment war die Rede, weil die Versorger systemrelevant sind. Massenhafte Pleiten der Stadtwerke wären dramatisch: Die Versorgungssicherheit von Privat- und Gewerbekunden wäre gefährdet, was wiederum eine wirtschaftliche und soziale Abwärtsspirale in Gang setzen könnte.

Genau das fürchten tatsächlich Beobachter, denn die Lage der Stadtwerke ist ernst. „Wenn eine kritische Masse von Stadtwerken kippen würde, könnte das eine Kettenreaktion auslösen“, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Ist deshalb – trotz der Uniper-Rettung – ein staatlicher Schutzschirm nötig? Die neue FINANCE gibt eine Antwort.

Aber selbst Private-Equity-Portfolios wackeln teils bedenklich, erste Pleiten gibt es schon. Trifft die Krise nun auch vollumfänglich Private-Equity-Portfolios? Die Gefahr besteht zumindest, dass Businesspläne massenhaft nicht eingehalten werden – Kreditklauseln reißen, der Leverage ist hoch. Dann droht auch schnell die finanzielle Restrukturierung bis hin zur Pleite.

Mutares-Vorstand Johannes Laumann sieht heute schon deutlich mehr Insolvenzen als noch vor einem Jahr. Ein Grund: „Die staatlichen Corona-Subventionen sind ausgelaufen oder müssen bald zurückgeführt werden, auch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist aufgehoben. Dadurch geraten Unternehmen wieder massiv unter Druck“, glaubt der Vorstand und Chief Investment Officer beim Münchener Turnaround-Investor Mutares.

Vitesco-CFO: „Sind noch nicht 100 Prozent zufrieden“

Mit einem akuten Krisenfall zu tun hat Vitesco Technologies glücklicherweise nichts. Der Autozulieferer, einst als Continentals Bad Bank geschmäht, ist vor gut einem Jahr an die Börse gegangen. Das Umfeld war schwierig, auch die Regensburger verzeichneten Kursverluste. Seit dem Tief nach dem Start des Ukraine-Kriegs hat sich die Aktie aber wieder erholt.

„Wir spüren, dass bei den Investoren immer mehr Vertrauen entsteht.“

Werner Volz, CFO Vitesco Technologies

„Wir spüren, dass bei den Investoren immer mehr Vertrauen entsteht“, sagt Vitescos CFO Werner Volz im FINANCE-Interview. „Auch das Vorurteil, wir seien die Bad Bank von Continental, hat sich verflüchtigt. Das können wir mit unserem Produktportfolio, das stark auf Elektrifizierung ausgelegt ist, gut begründen.“ Tatsächlich war die Aktienentwicklung der Regensburger besser als zuletzt bei der ehemaligen Mutter in Hannover – wie Volz mit Elektromobilität reüssieren will, erklärt er im Interview.

Ein Jahr vergangen ist auch seit der Reform und Erweiterung des Dax. Zehn neue CFOs sind in den deutschen Leitindex eingezogen. Wie haben sie sich geschlagen? Und wie die Aktienkurse ihrer Unternehmen? So viel sei verraten: Viele Gewinner gibt es im miesen Börsenumfeld nicht.

EY: Was nach der Aufspaltung passieren könnte           

Eine ganz andere Nachricht kam Anfang September heraus: EY will sich aufspalten. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft zieht aus den zunehmenden Konflikten zwischen den Geschäftsbereichen die Konsequenz – und nicht zuletzt aus dem Wirecard-Skandal, der EY im Kern erschütterte. Noch ist zwar unklar, ob es wirklich dazu kommt, weil die Partner final zustimmen müssen. Doch was könnte der Schritt für das Unternehmen und speziell die Mandanten bedeuten? „Sowohl für die Beratungs- als auch für die Prüfungssparte entstehen neue Wachstumsmöglichkeiten“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, im Gespräch mit FINANCE. Aber welche Risiken könnten sich ergeben? Das zeigt die neue FINANCE-Analyse.

„Sowohl für die Beratungs- als auch für die Prüfungssparte entstehen neue  Wachstumsmöglichkeiten.“

Henrik Ahlers, EY

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markus.dentz@finance-magazin.de | + posts

Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.