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BMW lieben alle, Ergo nicht

Während dem Unternehmen von BMW-CFO Friedrich Eichiner die Herzen zufliegen, muss Ergo-CFO Christoph Jurecka sich auf harte Zeiten einstellen.
BMW Group (links), Ergo

Liebe

Alle lieben BMW: Eine heute veröffentlichte Studie kürt die Bayerischen Motoren Werke zum Unternehmen mit dem weltweit besten Ruf. Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten bezeichneten BMW als besonders innovativ und der Autohersteller tut sein bestes, dem Image mit der Einführung des Elektroautos i3 zu entsprechen. Die gute Reputation von BMW adelt auch das Management. CFO Friedrich Eichiner dürfte das besonders freuen, denn er ist wie viele seiner Vorstandskollegen ein echtes BMW-Urgestein. Seit 1987 ist Eichiner bei BMW. Im Vorstand war er sogar kurzzeitig für die Konzern- und Markenentwicklung zuständig, bevor er im Dezember 2008 CFO wurde. Nun kann er sogar hoffen, dass ein Teil der BMW-Beliebtheit auf ihn abfärbt. Für dieses Jahr erwartet der Konzern ein Rekordergebnis, Eichiner schlug daraufhin eine Dividendenerhöhung vor. Zumindest seinen guten Ruf unter den BMW-Aktionären dürfte er sich damit schonmal gesichert haben.

Ach du liebe Güte

Gerade wenn man meint, diese ganze leidige Geschichte mit leichtbekleideten Damen in Budapester Schwimmbädern hinter sich gelassen zu haben, kommt die Ergo-Affäre wieder hoch. Und zwar mit möglicherweise dramatischen finanziellen Folgen: Das Unternehmen fühlte sich damals erpresst, die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Ermittlungen gegen drei Beschuldigte wegen versuchter Erpressung des Konzerns nun aber eingestellt – und zumindest einer der Beschuldigten holte Berichten zufolge gleich zum Gegenangriff aus. Fondsmanager Clemens Vedder sieht seinen Ruf geschädigt und kündigte eine Schadensersatzklage gegen die Münchener-Rück-Tochter an. Die Höhe seiner Forderung sieht der Investor, dem allgemein ein durchaus gesundes Selbstbewusstsein attestiert wird, bei etwa einer Milliarde Euro. Das ist besonders bitter für Ergo-CFO Christoph Jurecka, dem ein langer Rechtsstreit die Finanzplanung ordentlich verhageln könnte – ganz zu schweigen von einer möglicherweise fälligen Wiedergutmachung. Bis die Ergo ihren Ruf vollends wieder hergestellt hat, wird es noch eine Weile dauern. 

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