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Celesio kommt voran, Nomura stolpert

Celesio-CFO Marion Helmes kann erste Erfolge verbuchen, Nomuras Expansionspläne wanken.
Celesio (links), Getty Images

Ein Schritt vorwärts

Celesio-Finanzchefin Marion Helmes konnte in dieser Woche die ersten Erfolge beim M&A-getriebenen Umbau des Konzerns vermelden: Mit Movianto und Pharmexx kann sie gleich zwei Verlustbringer an neue Besitzer übergeben. Für Movianto will das US-Unternehmen Owens & Minor 130 Millionen Euro zahlen, Pharmexx ist der irischen United Drug immerhin 35 Millionen Euro wert. Celesio hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Abschreibungen auf die Tochterfirmen hinnehmen müssen, deren Geschäftsmodelle aus dem Fokus geraten waren. Im Auftaktquartal 2012 schrieb der Pharmahändler aufgrund von Abschreibungen sogar 5,4 Millionen Euro Verlust. Der Verkauf ist nun ein Ende mit Schrecken – und ein erster Schritt auf dem Weg zur Neuaufstellung des Konzerns, der sich auf sein Kerngeschäft fokussieren will.

Celesio-Aktionäre werden die Schritte mit Freude vernommen haben. Mit der Portfoliobereinigung hat Helmes, die erst im Januar vom Solarmodulhersteller Q-Cells zu Celesio kam, einen ersten Erfolg für sich verbucht. Für die langfristige Neuausrichtung des Konzern was das freilich nur ein kleiner Schritt – aber immerhin der ist gemacht.

Ein Schritt zurück

Mit großen Ambitionen war die japanische Bank Nomura angetreten, um ein globales Investmentbanking-Geschäft aufzubauen – und mit einem aufsehenerregenden Deal. 2008 hatte das Bankhaus unter dem damaligen Führungsduo Kenichi Watanabe und Takumi Shibata entschieden, die Europa- und Asiensparte der kollabierten Bank Lehman Brothers zu übernehmen – näher hat sich kaum einer an den Abgrund der Finanzkrise heran getraut. Doch zu einer weltweiten Investmentbank sind die Japaner nie geworden.

Nun fällt die Bank über peinliche Vorwürfe: Mitarbeiter sollen institutionelle Investoren in Japan mit Insiderinformationen versorgt haben, Gerüchten zufolge mehr aus Unwissenheit als aus Vorsatz. Das Management trat beschämt zurück – und mit dem Abgang von Watanabe und Shibata sind auch die einstigen Vordenker der Expansion von Bord. Nomuras neuer CEO Koji Nagai ruderte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt bereits zurück: Das Haus wolle sich stärker auf den Heimatmarkt Asien konzentrieren. Die Expansionspolitik steht auf dem Prüfstand. Vermutlich waren die Ziele dann doch ein wenig zu ambitioniert.

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