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Deutsche CFOs verdienen wieder mehr

Bildquelle: iStock

Die CFOs haben 2011 deutlich mehr verdient als in den Jahren zuvor, als die Finanz- und Wirtschaftskrise die Gehälter schrumpfen ließen. „Die Unternehmensperformance läuft mit der Vergütung der Vorstände parallel“, sagte Olaf Lang, Leiter des Bereichs Talent & Rewards bei Towers Watson, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. „Geht es den Unternehmen gut, steigt das Gehalt. Ist die Unternehmensperformance hingegen schlecht, korreliert das mit einem niedrigeren Gehalt.“ Im Geschäftsjahr stieg bei den DAX-Unternehmen der Gewinn je Aktie im Durchschnitt um 17 Prozent. Die Direktvergütung der CEOs (Bezüge ohne Altersversorgung und Nebenleistungen) wuchs um 14 Prozent auf durchschnittlich rund 5,5 Millionen. Das ist das Ergebnis der Towers-Watson-Analyse „Vorstandsvergütung im DAX 2011“, die sich zwar auf die CEO-Vergütung in den DAX-Konzernen fokussiert, aber in den Trends auf die Vergütung der CFOs übertragbar ist. Denn die meisten Unternehmen haben in sämtlichen Vorstandsverträge die neuen Vorschriften zur angemessen und nachhaltigen Vergütung umgesetzt.

Im Sommer 2009 war das  Gesetz zur Angemessenheit in der Vorstandsvergütung, kurz VorstAG, verabschiedet worden, um die Vorstandsvergütung verstärkt auf eine langfristig orientierte, nachhaltige Unternehmensführung auszurichten. „Die Unternehmen haben ihre Vergütungssysteme neu gestaltet“, sagt Lang. „Der Trend zu Langfristigkeit und Nachhaltigkeit setzt sich fort.“ Die DAX-Unternehmen haben die gesetzlichen Vorgaben in verschiedenen, sehr individuell gestalteten Modellen, die auf ihre speziellen Ziele und ihre jeweilige Geschäftsstrategie zugeschnitten sind, umgesetzt. Die variable Vergütung kann dabei ganz unterschiedlich ausgestaltet werden: Rund 40 Prozent der variablen Vergütung bezieht sich der aktuellen Studie zufolge auf den Unternehmenserfolg in einem Zeitraum von zwei bis neun Jahren. Die separate langfristige variable Vergütung sei in der Regel auf einen vierjährigen Performance-Zeitraum umgestellt worden, sagte Lang. Zudem hätten sich einige Unternehmen dazu entschieden, sogenannte Deferrals einzuführen. Diese neue Vergütungskomponente sieht eine verzögerte Auszahlung eines Anteils des jährlich erdienten Bonuses  vor. „Selbst Jahresboni werden häufig nicht mehr nur an den Erfolg eines Geschäftsjahres, sondern an die Ergebnisse mehrerer vorangegangener oder künftiger Geschäftsjahre gekoppelt. Daher verschwimmen die Grenzen zwischen kurzfristiger und langfristiger variabler Vergütung“, erklärt Lang. Bei Misserfolgen in Folgejahren reduziere sich der aufgeschobene Auszahlungsbetrag; zum Teil könnten bereits ausbezahlte Boni sogar zurückgefordert werden, erklären die Unternehmensberater. Die Finanzvorstände leben damit riskanter als noch vor ein paar Jahren. Sie können sich nie ihres Geldes sicher sein: Wenn es schlecht läuft, verlieren die CFOs nicht nur ihren Job, sondern auch einen Teil ihres Gehalts. 

Die einzelnen Vorstandsgehälter sind jedoch nur sehr schwer miteinander zu vergleichen, denn einige Vergütungselemente sind sofort im jeweiligen Geschäftsjahr, andere erst bei ihrer Auszahlung in den Folgejahren offenzulegen. „Erhält ein Vorstand beispielsweise eine langfristige Vergütung, die an den Aktienkurs gekoppelt ist, wird die Zuteilung sofort ausgewiesen. Erhält hingegen ein Vorstand in einem anderen Unternehmen eine langfristige Vergütung, die sich etwa am Unternehmensergebnis orientiert, ist dies erst bei Auszahlung offen zu legen. Damit lässt sich die Vergütung dieser beiden Vorstände nicht direkt vergleichen“, erklärt Ralph Lange von Towers Watson.

sabine.paulus(*)finance-magazin(.)de

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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