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Echevarria räumt ab, Lucas blecht

Endesa, Barclays

Olé!

Die Zeiten für Alejandro Echevarria Busquet sind nicht gerade einfach. Als Vorstandschef der Mediaset Espana wacht er über ein Unternehmen, das in einem der am schwersten von der Euro-Krise betroffenen Länder sitzt, ohne Aussicht auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in absehbarer Zeit. Im ersten Quartal 2012 waren Mediasets Werbeeinahmen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent eingebrochen.
Der Mittwoch dürfte dagegen ein Festtag für den 70-Jährigen gewesen sein. Spanien hat nicht nur Portugal aus der Fußballeuropameisterschaft gekegelt, das Elfmeterschießen hat Echevarria auch noch einen ganz anderen Sieg beschert: Über 18 Millionen Spanier hat der 13-minütige Thriller vor die Fernseher gelockt – ein Marktanteil von 83 Prozent und die höchste Einschaltquote aller Zeiten im spanischen Fernsehen.
 
Aua!

Am Mittwoch hat es Barclays-CFO Christ Lucas gleich doppelt erwischt. Nicht nur, dass die Aufsichtsbehörde FSA seiner Bank eine Strafe von 290 Millionen Pfund wegen „schwerwiegenden und umfassenden Verfehlungen“ aufgedrückt hat, die ein großes Loch in die GuV der Bank gesprengt hat. Noch mehr Kopfzerbrechen dürfte ihm wohl bereiten, dass nach dem öffentlichen Aufschrei über die Libor-Manipulation Barclays Top-Management in diesem Jahr vollständig auf seine jährlichen Boni verzichten wird. Lucas Jahresgehalt schrumpft damit auf einen Schlag um zwei Drittel: Letztes Jahr hatte er über Bonuszahlungen 1,8 Millionen Pfund kassiert, das feste Einkommen betrug 800.000 Pfund. CFO einer Bank zu sein, ist in diesen Tagen schon schwierig genug. Jetzt muss Lucas auch noch mit dem Risiko leben, dass – wo immer er gerade auftaucht – Leute ihn wegen der Libor-Mauscheleien mit dem Satz begrüßen: „Besten Dank, wir haben noch eine große Rechnung mit Ihnen offen.“

steven.arons[at]finance-magazin.de