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Gewinner & Verlierer

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Unvergessen

Ehre, wem Ehre gebührt: Zwar hat Eric Strutz bereits zum 1. April sein Amt als Commerzbank-CFO an Stephan Engels übergeben, bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2012 gab es trotzdem warme Worte an seine Adresse. Denn dass er ein geordnetes Haus hinterlässt, war nicht selbstverständlich. Noch im Dezember hatten viele gefürchtet, die Commerzbank brauche erneut Staatshilfe, um die von der Bankenaufsicht monierte Kapitallücke über 5,3 Milliarden Euro zu schließen. Doch Strutz fand andere Wege und schloss die Lücke sogar drei Monate früher als nötig. Die Commerzbank hat sogar einen Kapitalpuffer über 1,1 Milliarden Euro aufgebaut.

Dass die Übergabe des Finanzressorts unter deutlich schlechteren Vorzeichen hätte ablaufen können, weiß auch Engels. Den Kapitalbedarf zu decken sei eine große Kraftanstrengung gewesen, sagte der CFO-Nachfolger anerkennend. Viele Ideen seien „tipptopp umgesetzt“ worden. Ein warmer Abschied also für Strutz. Die nächsten Quartalszahlen muss Engels allein verantworten.

Unverbesserlich

Schadenfreude ist die schönste Freude, und Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase, hat der Finanzwelt eine Steilvorlage dafür geliefert. Das weiß er selbst am besten. Er, einer der schärfsten Kritiker der Wall-Street-Regulierung, musste einen Verlust über 2 Milliarden US-Dollar vermelden, den die Bank innerhalb von nur sechs Wochen mit Spekulationsgeschäften angehäuft hat. Der sonst so selbstbewusste CEO musste zugeben, dass die Deals schlecht geprüft und schlecht überwacht gewesen seien. Wie genau es der Londoner Trader mit dem Spitznamen Voldemort geschafft hat, mit Credit Default Swaps diese enorme Summe zu verzocken, muss die Bank nun aufarbeiten.

Dimon selbst gab sich zwar gezwungenermaßen zerknirscht, scheint sich die Kritik aber nicht wirklich zu Herzen zu nehmen: Dass ausgerechnet er die Regeln kritisiert, die die Bank vor solchen Situationen schützen sollen, sorgte zwar für Hohn und Spott in der Finanzbranche, doch das hatte Dimon erwartet. „Das spielt einem ganzen Haufen von Besserwissern da draußen in die Hand“, ließ er sich zitieren. „So ist das Leben.“ Wahre Einsicht sieht anders aus.

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