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Hughes spielt, Sony verliert

BetsofMates (links), Getty Images

Gut gewettet

Leidenschaft ist der Schlüssel zum Erfolg. Da passt es gut, dass jemand mit einer angeborenen Spielernatur eine Website für Wettspiele einrichtet. John Hughes, ehemaliger Kollege des unlängst als Rogue Trader verurteilten Kweku Adoboli bei der UBS, hat die Seite BetsofMates.com eingerichtet, eine Online-Plattform für Sportwetten. Hughes war bei der UBS Senior Trader im Bereich ETFs – zu der Zeit, als Adoboli seinen unerlaubten Handelsaktivitäten nachging. Ein Londoner Gericht befand Adoboli vor wenigen Tagen des Betrugs für schuldig. Seine Zockerei hatte der Bank einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden US-Dollar eingebracht.

Während des zehnwöchigen Prozesses gegen Adoboli hatte Hughes eingeräumt, von dessen Aktivitäten gewusst zu haben. Am Ende des Prozesses stand eine siebenjährige Gefängnisstrafe für Adoboli und eine durchaus angebrachte Standpauke vom Gericht, das ihm einen starke „Spieler-Ader“ attestierte. Hughes, der privat ein leidenschaftlicher Wettspieler sein soll, wurde zwar von der UBS gefeuert, blieb allerdings von allzu harten Konsequenzen verschont. Immerhin hat er es im Gegensatz zu seinem Kollegen geschafft, seine Wettleidenschaft aus dem Berufsleben herauszuhalten. Sein Spielertalent kann er nun auf einem guten – oder zumindest legalen – Wege nutzen.

Schlecht saniert

Die Zeiten ändern sich. Vor nicht allzu langer Zeit noch war Sony eine Größe in der Elektronikwelt, das Aushängeschild Playstation ließ das Unternehmen nahezu unschlagbar wirken. Doch die japanische Firma hat die Finanzkrise nie richtig verwunden. Naturkatastrophen und ein ständig wachsender Konkurrenzdruck kamen hinzu.

Jetzt hat Fitch das Unternehmensrating um drei Notches gesenkt und Sony auf Junkstatus herabgestuft – nur einem Monat nach dem vorangegangenen Downgrade. Noch schlimmer: Kaum ein Analyst glaubt noch daran, dass die Restrukturierungspläne von CFO Masura Kato genügen um eine Firma zu retten, die ihre Rolle als technologischer Vorreiter längst abgeben musste. Um den Verlust von umgerechnet 6,36 Milliarden Dollar im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr abzubauen, hat Sony bislang Tausende Angestellte entlassen. Wie das Unternehmenden jüngsten Flop, die PlayStation Vita, kompensieren will, ist dagegen noch völlig offen. Kato kann so viele Jobs streichen wie er möchte – ohne ein innovatives und wettbewerbsfähiges Produkt hat Sony keine Chance, sich selbst zu retten.

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