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RWE-Sprecherin: Über Boni wird „intensiv nachgedacht“

RWE muss sparen - das könnte sich auch auf die Boni der leitenden Angestellten auswirken.
RWE AG

Die Boni der leitenden Angestellten bei RWE sollen künftig auch am erreichten Schuldenabbau festgemacht werden. Das berichtete kürzlich das Wall Street Journal Deutschland unter Berufung auf Insiderinformationen. Derzeit ist die variable Vergütung der RWE-Führungskräfte an die Entwicklung des Aktienkurses gebunden.

Von Unternehmensseite gibt es keine offizielle Bestätigung dieser Informationen. „Es bedarf vieler Veränderungen, um die aktuelle Situation von RWE zu verbessern. Gehälter und Boni sind dabei auch ein Hebel, über den intensiv nachgedacht wird“, erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber FINANCE. Zu konkreten Maßnahmen wollte die Sprecherin sich nicht äußern. Zugleich wies das Unternehmen auf die Bereitschaft des Vorstands um CEO Peter Terium hin, ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung der Lage zu leisten. Wie dieser konkret aussehe, werde intern aber noch verhandelt.

1.600 Mitarbeiter von Bonusveränderung betroffen

Eine Veränderung der Bonusstruktur leitender Angestellter würde rund 1.600 RWE-Mitarbeiter betreffen. Der Energiekonzern hat es sich zum Ziel gesetzt, die Nettoverschuldung auf maximal 3xEBITDA zu senken. 2011 und 2012 betrug die Nettoverschuldung jeweils das 3,5-fache des EBITDA, die Zahlen für 2013 werden Anfang März 2014 bekannt gegeben. Mit einer Kopplung der Boni an den Schuldenabbau würde dieser zum wichtigen Anreiz für das Management. Auch für die 16.000 außertariflich bezahlten Mitarbeiter ist laut Wall Street Journal Deutschland eine Anpassung der Vergütungsstruktur im Gespräch: Sie müssten womöglich auf Gehaltserhöhungen verzichten.

Der Niederländer Peter Terium, ein gelernter Wirtschaftsprüfer, hat bei RWE als CEO eine anspruchsvolle Aufgabe übernommen. Nach Stationen im niederländischen Finanzministerium und bei KPMG wechselte Terium zum Dosenproduzenten Schmalbach-Lubeca. Seit 2003 ist er bei RWE, seit Mitte 2012 als Vorstandsvorsitzender. Die Restrukturierung ist zurzeit seine wohl größte Herausforderung. Neben möglichen Veränderungen der Bonusstruktur spielen ein Stellenabbau sowie der Verkauf einzelner Konzernteile eine wesentliche Rolle bei der Umstrukturierung. RWE versucht seinen Schuldenberg unter anderem durch Beteiligungsverkäufe abzubauen. Marktgerüchten zufolge sollen in den vergangenen Wochen mindestens drei Erstrundenangebote für die zum Verkauf stehende Tochter Dea eingegangen sein. Angeblich sollen die Angebote das Geschäft in der Spitze mit rund 5 Milliarden Euro inklusive Schulden bewerten.

vernessa.oberhansl[at]frankfurt-bm.com

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