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Update: Hohe Personalkosten belasten Budget

Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde sind nach dem Statistischen Bundesamt in Deutschland im zweiten Quartal 2012 um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Höhere Arbeitskosten belasten die deutschen Unternehmen immer mehr. Die Finanzchefs sind von diesen steigenden Personalkosten sogar gleich zweimal betroffen. Zum einen gehören die Personalkosten zu den größten Kostenblöcken in einem Unternehmen und kehren damit immer wieder wie ein Bumerang zum CFO zurück. Zum anderen hat der Finanzvorstand oder der kaufmännische Geschäftsführer neben seiner Finanzverantwortung gerade in mittelständischen Unternehmen oft auch den Personalhut auf. Das zeigen einige der jüngsten CFO-Ernennungen: Thomas Melzer verantwortet als neuer Wolford-CFO neben den Finanzen auch die Bereiche Investor Relations, Recht, Human Resources und IT. Auch Solarwatt-CFO Carsten Bovenschen, seit Anfang Juli dieses Jahres offiziell im Amt, verantwortet den Bereich Personal bei dem Dresdener Solarunternehmen. Bei seinem Start erwarteten ihn erst einmal skeptische Mitarbeiter: „Einige haben sich gefragt: Kommt der nur, um die Insolvenz zu verwalten? Da musste ich erst Vertrauen aufbauen“, sagt er gegenüber FINANCE.  Als Personalvorstand hat er auch mit dem Betriebsrat verhandelt.

Dass sich die CFOs hierzulande auf höhere Personalkosten einstellen müssen, bestätigen auch aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). In Deutschland sind die Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde im zweiten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent gestiegen. Das ist dem Statistischen Bundesamtes zufolge der vierthöchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihen des Arbeitskostenindex im Jahr 1997. Zudem erhöhten sich dabei die Kosten für Bruttoverdienste um 1,8 Prozent und die Lohnnebenkosten um 0,5 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 stiegen Destatis zufolge die Arbeitskosten im zweiten Quartal 2012 kalenderbereinigt um 2,5 Prozent. Der im Vergleich zu den Bruttoverdiensten schwächere Anstieg der Lohnnebenkosten ist demnach durch eine geringere Anzahl von Krankheitstagen begründet, die zu niedrigeren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall führten, heißt es.

Deutschland im Mittelfeld

Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern liegt Deutschland beim Anstieg der Personalkosten 2011 ungefähr im Mittelfeld. Für das vergangene Jahr liegen für 25 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) Veränderungsraten der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft vor. Nach diesen Ergebnissen verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2010 kalenderbereinigt um 3,0 Prozent. In der gesamten Europäischen Union war der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten im Jahr 2011 in Höhe von 2,6 Prozent etwas niedriger. Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU wiesen Bulgarien (+ 10,5 %), Rumänien (+ 7,1 %) und die Slowakei (+ 5,5 %) auf. Sinkende Arbeitskosten gab es 2011 sowohl in Portugal als auch in Griechenland, was auf die wirtschaftliche Krise in den Ländern zurückzuführen ist.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

sabine.paulus@finance-magazin.de | + posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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