A.T.U: CFO Christian Sailer kehrt in Geschäftsführung zurück

A.T.U

28.01.14
CFO

A.T.U: CFO Christian Sailer kehrt in Geschäftsführung zurück

Die Werkstattkette A.T.U beruft nach der finanziellen Neuausrichtung ihren Finanzchef Christian Sailer wieder in die Geschäftsführung. Gleichzeitig ernennt sie den ehemaligen Chef des Betonpumpenherstellers Putzmeister übergangsweise zum CEO. Nun muss die neue Führungsspitze ein neues Geschäftsmodell für die Werkstattkette finden.

Die Werkstattkette A.T.U holt nach der finanziellen Neuausrichtung und dem Eigentümerwechsel ihren Finanzchef Christian Sailer wieder in die Geschäftsführung. „Ich bin seit der erfolgreichen Refinanzierung wieder Geschäftsführer Finanzen“, erklärt A.T.U-CFO Christian Sailer gegenüber FINANCE. Ende Juni vergangenen Jahres hatte A.T.U mitgeteilt, dass CFO Sailer ebenso wie COO Christian Schmitz nicht mehr Teil der Geschäftsführung sei, sondern sich als Prokurist zukünftig „ausschließlich auf das operative Geschäft konzentrieren“ solle. Diesen Schritt erklärt Sailer nun wie folgt: „Herr Schmitz und ich sind in Absprache mit den Shareholdern einen Schritt zurückgetreten, damit für den Prozess Restrukturierungsspezialisten in die Geschäftsführung berufen werden konnten“, sagt CFO Sailer weiter. „Von Anfang an war abgestimmt, dass Herr Schmitz und ich nach der erfolgreichen Neuaufstellung wieder auf das alte Level zurückgehen werden.“ Die Restrukturierungsspezialisten haben die Geschäftsführung bereits wieder verlassen.

Ex-Putzmeister-CEO Norbert Scheuch wird A.T.U-CEO

Zeitgleich bekommt A.T.U auch einen neuen Chef. Interimsweise übernimmt Norbert Scheuch, neuer Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Chef des Betonpumpenherstellers Putzmeister, den CEO-Posten. Er löst Hans-Norbert Topp ab, der im Juni vergangenen Jahres zum Geschäftsführer der Werkstattkette ernannt worden war.

Scheuch und Sailer sind nun gefordert, A.T.U vom Geschäft mit Winterreifen zu lösen und ein neues, stabileres Geschäftsmodell zu finden, das stabilere Cashflows erzeugt. Wie Scheuch im Gespräch mit der F.A.Z. andeutete, hat sich auch im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 (30. Juni) die operative Lage der Werkstattkette weiter eingetrübt. Der Umsatz, der im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 1,16 Milliarden Euro gesunken war, sei „weiter leicht fallend, und das Ergebnis entspricht auch nicht den Erwartungen“, erklärte er gegenüber der F.A.Z. Scheuch will nun mit den Vermietern der Werkstätten – wie seine Vorgänger auch – verhandeln. Gleichzeitig erklärt er aber auch: „Wir werden alle Standorte nochmals kritisch auf den Prüfstand stellen.“ Schließungen sind damit offenbar nicht ausgeschlossen.

Scheuch ist eigentlich von den neuen Eigentümern von A.T.U zum neuen Aufsichtsratschef ernannt worden. Diese Position dürfte er nun erst einige Zeit später antreten. Solange er als CEO von A.T.U agiert, übernimmt Walter Gehl, der ebenfalls neu in den Aufsichtsrat gewählt worden ist, das Amt des Aufsichtsratschefs.

A.T.U schließt finanzielle Neuausrichtung ab

Zudem teilte A.T.U mit, die finanzielle Neuausrichtung der Werkstattkette abgeschlossen zu haben. Wie im Dezember angekündigt, konnte das Unternehmen die Schulden um mehr als 600 Millionen Euro senken. Gleichzeitig steht A.T.U nun frisches Kapital in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung. Von dem Investor Hayfin Capital Management bekommt A.T.U zudem eine 2018 fällige, vorrangig besicherte Kreditlinie über 75 Millionen Euro.

Mit Abschluss der Rekapitalisierung ist A.T.U nun Unternehmensangaben zufolge mehrheitlich im Besitz von Fonds, die von Centerbridge Partners gemanagt werden. Von Goldman Sachs Investment Partners und Babson Capital gemanagte Fonds sind ebenfalls am Unternehmen beteiligt. Der bisherige Mehrheitsgesellschafter, der US-PE-Investor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hat sich zurückgezogen, bleibt aber mit 3 Prozent weiter investiert.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de