Prüfstein für Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges: Angeblich steht der CFO kurz davor, die Verantwortung für die Tochter T-Mobile USA zu übernehmen.

Telekom

22.10.12
CFO

Bericht: Finanzvorstand Höttges neuer T-Mobile USA-Chef

Die Deutsche Telekom kommt in den USA nicht zur Ruhe. Nachdem der geplante Coup mit Metro PCS zu kippen droht, wird die Betreuung des US-Markts Konzernchef René Obermann offenbar zu viel. Einem Medienbericht zufolge soll CFO Timotheus Höttges sich der Sache nun annehmen.

Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges soll einem Medienbericht zufolge die Verantwortung für das USA-Geschäft von CEO René Obermann übernehmen. Wie das Handelsblatt heute berichtet, soll Obermann durch diesen Schritt mehr Zeit für andere operative Aufgaben erhalten. Mittelfristig habe der Vorstandschef in den USA erst einmal für Ordnung gesorgt, zitiert das Blatt einen Insider.

Für CFO Höttges dürfte die neue Aufgabe zur Bewährungsprobe im operativen Bereich werden. Keine andere Region bereitet der Deutschen Telekom so viel Kopfzerbrechen wie der US-amerikanische Markt. Kurz nachdem die Führung in Bonn den Plan aus dem Ärmel gezaubert hatte, die Tochter T-Mobile USA mit Metro PCS zu verheiraten, wurden Gerüchte laut, dass der Konkurrent Sprint Nextel ebenfalls an Metro interessiert sei und die Telekom mit einem eigenen Angebot überbieten könnte.

Hatten Marktbeobachter vor wenigen Wochen noch an der finanziellen Schlagkraft von Sprint gezweifelt, sieht die Sache jetzt anders aus:  Anfang letzter Woche gab der japanische Softbank-Konzern bekannt, sich mit rund 20 Milliarden US-Dollar die Mehrheit an Sprint gesichert zu haben. Softbank-Chef Masayoshi Son ließ zudem keinen Zweifel daran, dass sein Unternehmen die globale Marktführerschaft anstrebt. Für den Ausbau der Geschäfte in den USA plant der Konzern 8 Milliarden Dollar ein, eine klare Kampfansage wollte Softbank der Telekom aber nicht machen. Für Höttges dürfte die Sache so oder so hochbrisant werden – und ein Meilenstein in seiner Vita, sollte er endlich für Ruhe auf dem US-amerikanischen Markt sorgen.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de