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CFO Jens Müller verlässt Deutsche Glasfaser

CFO Jens Müller verlässt Deutsche Glasfaser nach gut sechs Jahren. Fotos: Deutsche Glasfaser
CFO Jens Müller verlässt Deutsche Glasfaser nach gut sechs Jahren. Fotos: Deutsche Glasfaser

Komplexe Genehmigungsverfahren, mangelnde Baukapazitäten und teils heftiger Widerstand von Verbraucherschützern: Glasfaseranbieter haben es in Deutschland wahrlich nicht leicht. Noch viel schwieriger gestaltet sich das Geschäft, wenn Unruhe im Management herrscht – wie bei der seit 2020 vom schwedischen Private-Equity-Investor EQT kontrollierten Deutsche Glasfaser. Dort geht das Stühlerücken nämlich auch im neuen Jahr weiter.

Nach diversen Kurzgastspielen auf dem CEO-Posten betrifft es diesmal nun den CFO: Jens Müller wird das Unternehmen Ende Februar 2023 „auf eigenen Wunsch“ verlassen, wie Deutsche Glasfaser mitteilt. Er wolle sich neuen Herausforderungen widmen, so das Unternehmen auf FINANCE-Nachfrage. Wohin es den Finanzchef zieht, ist nicht bekannt.

Als sein Nachfolger wird interimistisch Christian van den Boom, Director Finance bei Deutsche Glasfaser, fungieren. Darüber hinaus wird Christian Liversidge Duer mit Wirkung zum 1. März 2023 in die Rolle des Chief Rollout Officers bei Deutsche Glasfaser schlüpfen. In dieser Funktion übernimmt er die Verantwortung für den Netzausbau, die Müller neben seiner Rolle als CFO seit Juli 2022 innehatte. Liversidge Duer wechselt von dem dänischen Telekommunikationsunternehmen TDC Net zur Deutschen Glasfaser.

CFO Müller heuerte 2017 bei Deutsche Glasfaser an

Mit einer Unternehmenszugehörigkeit von gut sechs Jahren gehörte der 51-jährige Müller zu den wenigen Konstanten im Führungsgremium des nach der Deutschen Telekom zweitgrößten Glasfaseranbieters in Deutschland. Die von ihm hinterlassenen Fußstapfen sind zweifellos groß: Müller, der 2017 von Tele Columbus zu Deutsche Glasfaser wechselte, gilt als einer der wenigen deutschen „Cable Guys“ – ein Manager-Typus also, der der Branche sein gesamtes Berufsleben gewidmet hat und sie quasi in- und auswendig kennt.

CFO-Profil

Jens Müller

Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe

Als wäre die Nachfolgesuche damit nicht bereits schwer genug, hat Deutsche Glasfaser bei der Besetzung von Führungspositionen zuletzt ohnehin ein unglückliches Händchen gehabt: So schied etwa kurz im Anschluss an die Übernahme durch EQT der langjährige CEO Uwe Nickl aus. Sein Nachfolger Thorsten Dirks, ein ähnlicher Branchenveteran wie Müller, blieb sodann nur anderthalb Jahre und verließ die Düsseldorfer im August 2022. Dirks Weggang sowie eine Reihe weiterer Abgänge sollen nach Informationen der „Börsen-Zeitung“ wiederum dessen Nachfolger Andreas Pfisterer einen erschwerten Start beschert haben.

„Jens Müller hat bei Deutsche Glasfaser einen sehr wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Wachstum geleistet. Er hat maßgeblich zur heutigen Position des Unternehmens als marktführender Glasfaseranbieter für den ländlichen und suburbanen Raum beigetragen“, würdigt Deutsche-Glasfaser-Chairman und EQT-Statthalter Walter Schmidt die Verdienste Müllers. Besonders hervor hob er dabei die 2022 gesicherte Großfinanzierung in Höhe von 5,75 Milliarden Euro, an der 25 Kreditinstitute beteiligt sind und die dabei helfen soll, die Ausbauziele in den kommenden Jahren zu erreichen.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.