Nach sechs Jahren macht er Schluss bei dem MDax-Konzern Nemetschek: Patrik Heider. Sein Nachfolger wird Ex-Rational-CFO Axel Kaufmann.

Nemetschek

23.10.19
CFO

CFO-News: Nemetschek, Stemmer, QSC

Patrik Heider verabschiedet sich von Nemetschek, bei Stemmer Imaging wird der Vorstand kleiner und der QSC-Finanzchef zieht sich zurück – Die CFO-News der Woche.

Ex-Rational-CFO jetzt bei Nemetschek

Patrik Heider verlässt Nemetschek nach sechs Jahren als CFOO auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember, um eigene Pläne zu verfolgen. Mit Heider am Steuer war die Nemetschek stark gewachsen: Im vergangenen Jahr erzielte das Softwarehaus einen Rekordumsatz von 461 Millionen Euro, fast 17 Prozent mehr als im Jahr davor.

Heiders Nachfolger ist auch schon bekannt: Es wird Axel Kaufmann. Der ehemalige Rational-CFO, dessen abrupter Abgang von dem Groß- und Industrieküchenhersteller vor wenigen Tagen überraschte, wird zum 1. Januar 2020 Vorstandssprecher und Finanzchef mit zusätzlicher operativer Verantwortung, was auch sein neuer Jobtitel „CFOO“ ausdrückt. Zusätzlich zur Finanzverantwortung wird er den Geschäftsbereich Media & Entertainment übernehmen. Dieser ist mit einem Anteil von 6 Prozent am Gesamtumsatz allerdings der kleinste Geschäftsbereich.

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Dr. Axel Kaufmann, Nemetschek SE

Axel Kaufmann beginnt seine Karriere 1992 als Trainee bei der Deutschen Bank und promoviert berufsbegleitend. Vier Jahre später wechselt der Betriebswirt zu Siemens, wo er 2001 CFO eines Shared-Service-Bereichs im Großraum New York wird. 2004 kehrt Kaufmann nach Deutschland zurück. Dort zeichnet er zunächst für die kaufmännische Leitung einer Supply-Chain-Organisation innerhalb des Siemens-Konzerns verantwortlich. Anschließend wird er im Jahre 2005 kaufmännischer Leiter eines weltweit agierenden Software-Geschäftszweigs in der Konzernzentrale in München.

Nach elf Jahren im Siemens-Konzern zieht es Kaufmann 2007 erneut ins Ausland, er ist Teil der Startformation des Mergers mit der finnischen Nokia (heute: Nokia Networks) und operiert schwerpunktmäßig aus Helsinki. Bei dem deutsch-finnischen Joint Venture übernimmt Kaufmann zunächst die kaufmännische Leitung einer Business Unit, ein Jahr später überträgt man ihm alle vier Business Units, Kaufmann berichtet an den CFO. Im Jahr 2009 wechselt er aus dem Finanzbereich in die Konzernstrategie und übernimmt das Team der „Business Insights“ inklusive der globalen Markt- und Wettbewerbsanalyse.

Im Oktober 2010 erreicht Kaufmann dann die erste Führungsebene: Bei dem börsennotierten Familienunternehmen Koenig & Bauer in Würzburg übernimmt er den CFO-Posten. Als solcher ist Kaufmann für die Ressorts Finance, IT, Tax und Compliance zuständig. Später kommt noch das neu geschaffene Ressort Einkauf hinzu. 2011 wird der Finanzchef auch stellvertretender Vorstandschef bei dem in der Sanierung befindlichen Maschinenbauer.

Ende 2014 verabschiedet sich Kaufmann und nimmt ein Sabbatical, im Sommer 2015 wird sein Einstieg beim ebenfalls im SDax-notierten Groß- und Industrieküchenhersteller Rational bekannt. Dort beginnt er im Oktober 2015 und übernimmt binnen eines Quartals die Funktion des Finanzvorstands. Im Herbst 2019 kündigt er seinen Rückzug von Rational zum Jahresende an. Wenige Wochen später wird bekannt, wo es hinzieht: Er wird im Januar 2020 Vorstandssprecher und CFOO des Softwareentwicklers Nemetschek.

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Stemmer Imaging vereint CEO und CFO

Bei dem Bildverarbeitungsunternehmen Stemmer Imaging wird CFO Lars Böhrnsen zum 30. November aus dem Vorstand ausscheiden. Seine Funktion wird vom Vorstandsvorsitzenden Arne Dehn bis auf Weiteres in Personalunion übernommen.

Bei Stemmer Imaging war Böhrnsen 2017 zum CFO aufgestiegen und begleitete in dieser Zeit „federführend den erfolgreichen Börsengang, den späteren Segmentwechsel in den Prime Standard sowie diverse Akquisitionen im Rahmen der Buy&Build-Strategie“, wie sich Aufsichtsratschef Klaus Weinmann zitieren lässt.

QSC-CFO Stefan Baustert dankt Ende des Jahres ab

QSC-Finanzchef Stefan Baustert wird den Telekommunikations- und Cloud-Anbieter verlassen. Der 63-Jährige „scheidet nach der abgeschlossenen Transformation der QSC AG in gegenseitigem Einvernehmen zum 31. Dezember 2019 aus dem Unternehmen aus“, wie die Kölner mitteilten. Baustert ist seit Januar 2015 als Vorstand für die Ressorts Finanzen, Personal, Zentraleinkauf und Investor Relations verantwortlich.

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Stefan Baustert, QSC AG

Stefan Baustert beginnt seine Laufbahn im Jahr 1986 im Finanzbereich des Stahlkonzerns Thyssen und steigt dort schnell in eine verantwortliche Position in den Bereichen Geld- und Kapitalmarktmaßnahmen, Investor Relations und strukturierte Finanzierungen auf. Anschließend baut er die Telekommunikationsaktivitäten des Thyssen-Konzerns mit auf und wird im Zuge dessen 1994 Finanzvorstand der Thyssen Telecom. 1997 wechselt er in die Geschäftsführung von E-Plus Mobilfunk.

Nach dem Verkauf von E-Plus an die niederländische KPN wird Stefan Baustert Anfang 2003 Finanzvorstand des börsennotierten Hightech-Maschinenbauers Singulus Technologies, der bereits zu dieser Zeit mit einem rückläufigen Absatzmarkt im Kerngeschäftsfeld Optical Discs zu kämpfen hat. Baustert leitet die ersten Restrukturierungsmaßnahmen ein und steigt im Jahr 2006 zum CEO des Hightech-Unternehmens auf. Den Posten als CFO behält er in Personalunion. In dieser Zeit stößt Baustert die Diversifikation von Singulus in das Solargeschäft an, die durch hauseigene Produktentwicklungen und die Übernahme des bayerischen Solarspezialisten Stangl vorangetrieben wird.

2009 scheidet Baustert bei Singulus aus. Im Jahr 2010 wechselt er zum Maschinenbauer Rena Technologies, der wie Singulus Maschinen für nasschemische Beschichtungsprozesse im Solarmaschinenbau herstellt. Dort führt Baustert als Geschäftsführer Restrukturierungen durch.

Anfang 2015 übernimmt er die Funktion des Finanzvorstands des börsennotierten Telekommunikations- und Cloud-Anbieters QSC aus Köln.

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In seiner Zeit bei QSC führte Baustert ein Restrukturierungs- und Effizienzprogramm ein, das dem Unternehmen seit 2017 wieder ein positives Ergebnis einbrachte. Anfang Mai veräußerte QSC unter seiner Leitung die Netztochter Plusnet mit einem Verkaufspreis von 229 Millionen Euro an den Energieriesen EnBW. Einen Nachfolger für Bausterts Position als CFO im Vorstand wird es nicht geben. Dafür steigt Christoph Reif, seit 2013 Leiter des Gesamtressorts Finanzen, zum 1. Januar 2020 zum Generalbevollmächtigten auf.

Weitere Personalien

Heiner Diefenbach wird zum Jahreswechsel neuer Finanzvorstand bei der Digitalisierungsberatung SNP. Dort folgt der Hochschuldozent für Wirtschaftsinformatik auf Uwe Schwellbach, der das Unternehmen zum 31. Dezember dieses Jahres verlassen wird, um sich neuen beruflichen Herausforderungen anzunehmen.

Martin Wetzel ist zum Leiter Finanzen des Wasserhygiene- und Medizintechnologie-Unternehmens Blue Safety berufen worden. Seit dem 1. Oktober verantwortet der Finanzexperte in der neu geschaffenen Position die finanziellen Strukturen des Münsteraner Unternehmens sowie die Produktentwicklung und -einführung, wie Blue Safety mitteilte. Wetzel war seit 2011 für die Deutsche Apotheker- und Ärztebank tätig. Bereits seit 2015 fungierte er als externer Berater von Blue Safety.

Ceconomy-CEO Jörn Werner, der den Elektronikhändler erst seit März führt, verlässt die Düsseldorfer mit sofortiger Wirkung. Dies teilte der Aufsichtsrat von Ceconomy vergangene Woche mit. An Werners Stelle rückt Bernhard Düttmann, der für 12 Monate zum CEO bestellt wurde. Bislang gehörte Düttmann dem Aufsichtsrat von Ceconomy an, von Januar bis März dieses Jahres war er jedoch schon einmal vorübergehend als CFO in den Vorstand gerückt. Als die neue Ceconomy-Finanzchefin Karin Sonnenmoser im März ihr Amt aufnahm, wechselte Düttmann wieder zurück in den Aufsichtsrat.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de

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