Ralf Brinkhoff ist ab April bei Griesson-de Beukelaer für die Finanzen verantwortlich.

GdB

25.03.21
CFO

CFO Ralf Brinkhoff tauscht Magenbitter gegen Prinzenrolle

Nach seinem Weggang beim Spirituosenhersteller Underberg war es länger ruhig um CFO Ralf Brinkhoff. Nun hat er eine neue Herausforderung beim Gebäckhersteller Griesson-de Beukelaer gefunden.

Prinzenrolle statt Spirituosen heißt es ab April für Ralf Brinkhoff: Der 52-jährige Diplom-Volkswirt wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer beim Gebäckproduzenten Griesson-de Beukelaer (GdB). Mit Familienunternehmen kennt er sich aus: Brinkhoff kommt vom Spirituosenkonzern Semper idem Underberg, wo er in den vergangenen acht Jahren als CFO die Bereiche Finanzen, Controlling, IT, Personal, Beschaffung und Produktion verantwortet hat.

Seit seinem Amtsantritt 2012 hatte Brinkhoff unter anderem für die erfolgreiche Platzierung mehrerer Unternehmensanleihen verantwortlich gezeichnet – zuletzt im November 2019. Der Bond mit einer Laufzeit von sechs Jahren, einem Volumen über 60 Millionen Euro und einem Kupon von 4 Prozent war damals deutlich überzeichnet. Brinkhoff hatte damit vergangene Anleihen teilweise refinanziert.

Ralf Brinkhoff verließ Underberg im Juli 2020

Im Juli vergangenen Jahres hatte Semper idem Underberg mitgeteilt, dass sich der CFO „im Einvernehmen mit Aufsichtsrat, Vorstand und Familie Underberg“ entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen, um sich künftig neuen Herausforderungen zu widmen. Auf ihn folgte Michael Söhlke, der zuvor CFO bei MediaMarkt Niederlande war.

Bei Griesson-De Beukelaer wird der neue Finanzchef vor allem den Wandlungsprozess mitgestalten, während er die Folgen der Coronakrise klein halten muss. Der Hersteller von Salz- und Süßgebäck konnte die Produktion während des gesamten Jahres aufrecht erhalten und hat sich trotz Pandemie stabil entwickelt. 2020 stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 507,1 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Absatzes entfällt auf das europäische Ausland und Nordamerika.

Griesson-de Beukelaer hat in Standorte investiert

Gleichzeitig hatte der Gebäckproduzent nach 65 Jahren sein Werk in Kempen zum Ende des vergangenen Jahres dicht gemacht. Das hatte das Unternehmen bereits 2018 angekündigt. Die Produktion der beliebten Prinzenrolle, deren letzte Charge dort im November vom Band gelaufen war, hat das Unternehmen inzwischen an seinen größten Produktionsstandort ins thüringische Kahla verlegt. In das neue Werk hat GdB als Teil eines großen Investitionsprogrammes in den vergangenen zwei Jahren mehr als 100 Millionen Euro investiert.

„Wir blicken zuversichtlich auf 2021. Mit einem großen Investitionsprogramm an allen Standorten haben wir die Weichen gestellt, um unsere Marktposition weiterhin zu behaupten“, so CEO und Teilhaber Andreas Land. Spannend dürfte bei Griesson über kurz oder lang auch die Frage nach einem Nachfolger für Land werden. Die Suche hat das Familienunternehmen bereits aufgenommen.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de