Christoph Debus wird CFO von Condor Flugdienste – und kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück.

Christian Wyrwa/Condor

22.11.19
CFO

Christoph Debus kehrt als CFO zu Condor zurück

Eine Rückkehr in vertrautes Gebiet: Christoph Debus, ehemals CEO der insolventen Thomas Cook Group Airlines, wird Finanzchef von Condor. Den Job kennt er bereits gut.

Zurück zu den Wurzeln: Christoph Debus war noch bis Ende Oktober dieses Jahres CEO der Thomas Cook Group Airlines und damit mitten im Strudel der Pleite von Thomas Cook. Weit davon entfernt ist er auch in seinem neuen Posten nicht. Er heuert als Finanzchef bei der ehemaligen deutschen Thomas-Cook-Tochter Condor Flugdienst an. Entsprechende Berichte bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage. Condor gehörte zu der von ihm verantworteten Gruppe.

Doch das ist nicht das einzige, dass die Personalie besonders macht. Debus kennt den Job als Finanzchef bei der Airline sogar schon im Detail: Er war dort schon einmal CFO – von 2005 bis zum Sommer 2009. „Wir sind sehr froh und dankbar darüber, dass Christoph Debus als Finanzchef zu uns stößt“, kommentiert ein Condor-Sprecher die Personalie gegenüber FINANCE. Durch seine frühere Station bei Condor kenne er das Unternehmen und auch die Kollegen bereits „bestens“.


Seine neue Position bei Condor hat Debus zum 1. November eingenommen. Er folgt auf Ulrich Johannwille, der dem Unternehmen zufolge gesundheitsbedingt eine Auszeit nimmt. Wie lange sein Vertrag läuft, gab das Unternehmen auf FINANCE-Nachfrage nicht bekannt. In seiner Rolle als CFO wird er neben den Finanzen auch die Verantwortung für das Ressort IT übernehmen.

Condor in Schutzschirmverfahren gerettet

Die deutsche Fluggesellschaft hat etwas Luft zwischen sich und die Insolvenz des Mutterkonzerns gebracht. Sie hat sich mit Hilfe des Bundes und der Zusage für einen Brückenkredit in ein Schutzschirmverfahren gerettet. Condor ist damit geschützt vor einer Mithaftung für Verbindlichkeiten der insolventen Konzernmutter. Condor-Chef Ralf Teckentrup hatte im September betont, Condor sei ein „operativ gesundes und profitables Unternehmen“. Die Liquidität sei jedoch bereits „von der insolventen Muttergesellschaft verbraucht worden“.

Christoph Debus wird nun als Finanzchef den laufenden Investorenprozess vorantreiben müssen. Die Frankfurter suchen aktuell einen neuen Eigentümer. Wie der M&A-Prozess vorankommt, kommentierte Condor auf FINANCE-Nachfrage nicht. Debus selbst hatte als Cook-Airlines-CEO bereits einen Verkauf der deutschen Tochter angestoßen.

Christoph Debus hat Erfahrung in der Luftfahrt

Debus stand seit September 2012 als CEO an der Spitze der Thomas Cook Group Airlines, die zur Thomas Cook Group gehört. Diese Funktion führte er bis zur Thomas-Cook-Insolvenz aus. Zudem war Debus zwischen März 2015 und Februar 2018 Vorstandsvorsitzender der Thomas Cook AG, also der deutschen Einheit des Reisekonzerns.

Erfahrungen in der Luftfahrtbranche hat Debus aber nicht nur bei Thomas Cook und Condor gesammelt: Er war zudem schon als Chief Commercial and Operating Officer für die ebenfalls insolvente Fluglinie Airberlin tätig. Seine Karriere begann er bei der Unternehmensberatung Roland Berger.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Sie wollen wissen, welcher Finanzchef wohin wechselt? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit der FINANCE-Themenseite CFO-Wechsel und der FINANCE-Datenbank für CFO-Wechsel.