Harald Vogelsang (links) wird neuer CFO von Rehau. Sein Vorgänger Kurt Plattner (rechts) verlässt das Unternehmen nach 25 Jahren.

Rehau

05.11.19
CFO

Harald Vogelsang wird neuer Rehau-CFO

Vor etwas mehr als einem Jahr erst wurde Kurt Plattner bei Rehau zum Finanzchef befördert – nun verlässt er den Polymerverarbeiter. Jetzt soll Neu-CFO Harald Vogelsang das Familienunternehmen wieder in die Spur bringen.

Erneuter CFO-Wechsel bei Rehau: Wie das Schweizer Familienunternehmen mitteilte, wird Kurt Plattner seine derzeitige Doppelrolle als CFO der Rehau Gruppe und als Leiter des Bereichs Treasury, Controlling and Finance in der Finanzholding aufgeben und den Polymerverarbeiter verlassen. Er wolle eine neue berufliche Herausforderung wahrnehmen – wohin es ihn zieht, ist nicht bekannt.

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Kurt Plattner, Rehau AG & Co. KG

Kurt Plattner arbeitet seit 25 Jahren in verschiedenen Funktionen und Ländern beim Polymerspezialisten Rehau. Im August 2018 beruft ihn das Familienunternehmen zum CFO, nachdem er zuvor die Leitung der Funktion Treasury, Controlling und Finance innehatte. Im November 2019 wird bekannt, dass er das Unternehmen zum Ende des Jahres verlässt.

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Der 55-jährige Finanzspezialist kehrt dem Unternehmen damit nach mehr als 25 Jahren den Rücken. Der damalige Treasury-Chef Plattner war erst im Sommer 2018 zum CFO der Rehau Gruppe aufgestiegen und hatte seitdem die Doppelfunktion inne. Er folgte damals auf Dieter Gleisberg, der die Position erst im Februar 2017 übernommen hatte. Wohin es Plattner zieht, ist derzeit nicht bekannt.

Harald Vogelsang wird neuer Rehau-Finanzchef

Nachdem in der Vergangenheit sowohl mit Plattner als auch mit Gleisberg eine interne Lösung für den CFO-Posten gefunden wurde, setzt das Unternehmen nun auf einen externen Kandidaten: Designierter Finanzchef der Rehau-Gruppe wird zum 1. Dezember Harald Vogelsang. Nach einer kurzen Einarbeitung durch Plattner werde er den Posten ab Januar 2020 übernehmen. Zusätzlich soll er den Bereich Integrated Business Solutions (IBS) verantworten, heißt es weiter.

Der 57-Jährige bringt viel CFO-Erfahrung mit, unter anderem bei dem Technologieunternehmen Körber, dem Elektronikspezialisten Weidmüller oder der SAS Autosystemtechnik Verwaltungs-GmbH. Seine Karriere hatte der gebürtige Westfale im Siemens-Konzern begonnen. Zuletzt war er als selbstständiger Senior Advisor sowie als Interims-CFO bei der Leoni Bordnetz-Systeme GmbH. Rehau hebt vor allem seine Erfahrungen bei M&A, Restrukturierung, Prozessoptimierung und der Einführung von Shared-Services-Strukturen hervor.

Harald Vogelsang, Rehau AG & Co. KG

Nach Ende seines Studiums heuert Vogelsang 1992 zunächst als Commercial Key Account Manager bei Siemens in München im Bereich Öffentliche Netze an. 1995 wird er Senior Management Consultant bei der siemensinternen Beratung. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Inhouse-Berater führt er bis 1998 eine kanbanisch gesteuerte SAP-Lösung im Bereich der Halbleiterindustrie in Malakka, Malaysia, ein und beteiligt sich an der US-Business-Initiative des Technologiekonzerns in New York, mit der Siemens seine US-Geschäfte auf- und ausgebaut hat.

Von 1998 bis 2000 führt Vogelsang als Berater ganzheitliche Benchmarking-Ansätze im Bereich Automobiltechnik ein und übernimmt in der Folge die Geschäftsführung des Joint Ventures Siemens Automobiltechnik/Mando Automotive in Seoul (Korea). Im Jahr 2000 kommt Vogelsang zurück nach Deutschland und wird persönlicher Referent von Siemens-Vorstand Edward Krubasik. In dieser Zeit betreut er unter anderem die Post-Merger-Integration von VDO in Siemens VDO und die strategische Ausrichtung von Sachs.

2001 wechselt Vogelsang schließlich als CFO zur Max Kammerer GmbH in Karben, wo er den Klimabereich auf- und ausbaut sowie Max Kammerer in die Siemens VDO AG integriert. Von hier zieht es ihn 2004 als CFO zur SAS Autosystemtechnik Verwaltungs-GmbH nach Karlsruhe. 2007 wird er Executive Vice President und CFO der Business Unit Electronics Drive-Train Sparte von VDO Automotive. In dieser Position bereitet er den IPO vor, der letztlich aber nicht abgeschlossen wird, da VDO schließlich an Continental verkauft wird. 2009 wechselt Vogelsang schließlich als Finanzvorstand zur Weidmüller-Gruppe. Im April 2016 verlässt der Manager Weidmüller und wird CFO der Körber AG. Im Dezember 2017 verlässt Vogelsang das Unternehmen wieder. Im November 2019 wird bekannt, dass er ab Januar neuer CFO der Rehau Gruppe wird.

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Martin Zwyssig kommt als CFO zu Rehaus Finanzholding

Und es gibt noch eine weitere personelle Veränderung bei dem Familienunternehmen: Auch die Rehau Verwaltungszentrale, die strukturell übergeordnete Finanzholding der Rehau Gruppe, bekommt mit Martin Zwyssig einen neuen Finanzchef. Er soll voraussichtlich zum 1. April 2020 starten, diesen Termin müsse allerdings sein derzeitiger Arbeitgeber, der Automobilzulieferer Autoneum, noch definitiv bestätigen. Zwyssig ist dort seit über fünf Jahren Gruppen-CFO, davor war er unter anderem CFO der Schaffner Holding und der Ascom Holding.

Die personelle Neuordnung ist nicht das einzige, was bei Rehau derzeit im Wandel ist. Das Familienunternehmen hat sich für eine „strukturelle Neuausrichtung“ der Sparten Furniture Solutions und Industrial Solutions entschieden. Jürgen Werner, derzeitiger Leiter der Division Furniture Solutions, soll zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion auch die Leitung der Division Industrial Solutions übernehmen.

Die Begründung des Schweizer Unternehmens: Man wolle „dem fortgesetzt negativen Trend in einzelnen Märkten verbunden mit rückläufigen Umsatzzahlen und Gewinnerträgen“ entgegenwirken. „Durch diese Veränderungen will Rehau einerseits das Unternehmenswachstum gezielt fördern, gleichzeitig aber auch ein besonderes Augenmerk auf Strukturen und Kosten legen, um zukünftig effizient und rentabel aufgestellt zu sein“, heißt es weiter.

Rehau musste Kurzarbeit anmelden

Was das konkret in Zahlen bedeutet und wie der Polymerverarbeiter derzeit finanziell aufgestellt ist, gibt Rehau allerdings nicht bekannt: Das Schweizer Familienunternehmen weist keine öffentlichen Zahlen aus. Zuletzt lief es aber offenbar nicht ganz rund: Bereits im August berichtete die Zeitung „Neue Presse“, dass Rehau an zwei Standorten Kurzarbeit anmelden musste, betroffen waren etwa 650 Mitarbeiter.

Im Oktober berichtete die Zeitung, dass 100 Mitarbeiter für sechs Monate in Kurzarbeit gehen müssen. Zudem habe das Unternehmen an den Verwaltungsstandorten Rehau und Erlangen zum Jahreswechsel eine verlängerte Betriebsruhe für die Verwaltungsangestellten angesetzt. Das 1984 gegründete Unternehmen beschäftigt etwa 20.000 Mitarbeiter in über 170 Standorten weltweit.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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