Hochtief Solutions-CFO Wolfgang Homey (Foto) verlässt das Unternehmen nach Querelen mit dem Konzernboss Marcelino Fernández Verdes.

Hochtief Solutions

25.04.13
CFO

Hochtief Solutions: CFO Wolfgang Homey und Vorstand Reinke gehen

Hochtief Solutions gehen langsam die Führungskräfte aus: CFO Wolfgang Homey und Vorstandsmitglied Ullrich Reinke haben das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Nun steht CEO Nikolaus Graf von Matuschka alleine da. Der Baukonzern sucht händeringend nach Nachfolgern – doch die Suche könnte sich schwierig gestalten.

Bereits seit Wochen war über den Abgang von Hochtief Solutions-CFO Wolfgang Homey spekuliert worden, nun haben sich die Gerüchte bewahrheitet: Der Finanzchef hat den Baukonzern am Mittwoch mit sofortiger Wirkung verlassen, wie das Unternehmen mitteilte. Auch Vorstandsmitglied Ullrich Reinke hat seine Zelte bei Hochtief Solutions abgebrochen. Nach Unternehmensangaben wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik“. Auf Nachfragen von FINANCE wollte Hochtief dies nicht näher erläutern.

Offenbar sind jedoch Differenzen mit Konzern-CEO Marcelino Fernández Verdes der Grund für den Rückzug der beiden Manager: Der ehemalige ACS-Manager, der nach der Übernahme von Hochtief im Jahr 2011 an die Spitze des Baukonzern entsandt war, hatte das Hochtief-Servicegeschäft im Februar zum Verkauf gestellt. Homey und Reinke sollen mit der Entscheidung nicht einverstanden gewesen sein. Ein Unternehmenskenner hatte gegenüber FINANCE vor knapp zwei Wochen außerdem durchblicken lassen, dass der CEO-Job für Verdes wohl eine Nummer zu groß sei: „Er durchblickt die Probleme gar nicht, die die Führung des Konzerns mit sich bringt.“ Er hatte den Abgang von Homey damals vorausgesagt.

Hochtief sucht händeringend neue Vorstände

Nachdem nun zwei Vorstände Hochtief Solutions verlassen haben, steht CEO Nikolaus Graf von Matuschka, der selbst erst seit Februar im Unternehmen ist, alleine da. Die Aufgaben von Homey und Reinke nehmen kommissarisch Verdes und Konzern-CFO Peter Sassenfeld wahr. Sie dürften jedoch wenig Zeit haben, sich mit den Belangen von Solutions intensiv auseinander zu setzen: Sie sind die einzigen zwei Vorstände auf Konzernebene – viel zu wenig für ein Unternehmen dieser Größe wie Experten meinen.

Nach Unternehmensangaben sollen beide Positionen daher „kurzfristig“ neu besetzt werden. Die Suche nach geeigneten Kandidaten habe bereits begonnen. Sie könnte sich jedoch schwierig gestalten: Der Essener Konzern hat seit der Übernahmeschlacht mit der spanischen Baugruppe ACS, einige Führungskräfte verschlissen. Homey war mit einer Amtszeit von eineinhalb Jahren dienstältester Vorstand. Auch bei der Hochtief-Tochter Leighton hat in den vergangenen Monaten ein Aderlass stattgefunden.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de