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HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld tritt zurück

CFO Thomas Wüstefeld legt seine Ämter bei dem HSV nieder. Foto: Witters/HSV
CFO Thomas Wüstefeld legt seine Ämter bei dem HSV nieder. Foto: Witters/HSV

Vorstandsveränderungen beim Hamburger SV: CFO Thomas Wüstefeld tritt zurück. Wie der Fußball-Zweitligist bekanntgab, hat Wüstefeld sein Amt als CFO und Interims-CEO sowie seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender „mit sofortiger Wirkung“ niedergelegt. Der Aufsichtsrat habe die Entscheidung angenommen und bereits einen Nachfolger benannt, heißt es weiter. Dankesworte für den scheidenden Vorstand finden sich in der Mitteilung keine. 

Wüstefeld hatte den Posten im Januar 2022 von Frank Wettstein übernommen, der den Verein frühzeitig verlassen hatte. Wüstefeld wurde der Posten interimistisch für die Laufzeit eines Jahres übergeben. Er war vor rund einem Jahr in den Aufsichtsrat gewählt worden, nachdem er rund 5 Prozent der Anteile für etwa 14 Millionen Euro von dem HSV-Aktionär Klaus-Michael Kühne gekauft hatte.   

Jonas Boldt wird Alleinvorstand beim HSV 

Als sein Nachfolger hat der Aufsichtsrat „vorerst“ Sportvorstand Jonas Boldt die alleinige Verantwortung für die operativen Geschäfte übergeben. Boldt ist seit 2019 im Vorstand des HSV tätig und verantwortet dort die Ressorts Sport, Medien und Kommunikation sowie Fankultur. Vor seiner Zeit bei dem HSV war der Sportmanager Leiter der Direktion Sport beim Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.  

„Ich bin mir der Verantwortung bewusst und werde in sehr enger Verzahnung mit meinen Kollegen auf der Geschäftsstelle sowie mit dem Aufsichtsrat und insbesondere mit dem Finanzausschuss die anstehenden Aufgaben angehen“, kommentiert Jonas Boldt seine neue Funktion.  

Ex-HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld im Clinch  

Zuletzt sah sich Finanzvorstand Wüstefeld mit Kritik konfrontiert. So scheiterten Verhandlungen mit der Stadt Hamburg, die nicht für ein Darlehen in Höhe von 23 Millionen Euro für die Stadionsanierung bürgen wollte. Darüber hinaus soll die Stadionsanierung Grund für Streitigkeiten zwischen dem Ex-CFO Frank Wettstein und seinem Nachfolger Wüstefeld gewesen sein.  

Auch mit Klaus-Michael Kühne soll Wüstefeld im Clinch stehen. Kühne habe dem 53-Jährigen vor dem Anteilskauf – bei der Due Diligence – nicht ausreichend Informationen zur Finanzlage des HSV geliefert, lautet der Vorwurf. Der Streit könnte nun sogar vor Gericht gehen.  

Wie der „Spiegel“ zudem berichtete, sind gegen Wüstefelds Medizinunternehmen mehrere Vorwürfe erhoben worden. Dabei geht es um Betrugs- und Untreuevorwürfe in der Medizinbranche sowie um Millionenklagen. So besteht der Verdacht, dass Wüstefelds Medizintechnikunternehmen Medsan beispielsweise mobile PCR-Testgeräte nicht vertragsgemäß geliefert haben soll. Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete außerdem über Zweifel an seinen Doktor- und Professur-Titeln.  

Finanzlage beim HSV bleibt angespannt 

Die Finanzlage bei dem Hamburger Verein bleibt indes weiterhin angespannt. Zuletzt verzeichnete der HSV einen Rückgang der Umsatzerlöse von über 40 Prozent auf 55,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Boldt steht nun vor der Herausforderung, die finanzielle Lage zu stabilisieren und frisches Kapital für die geplante Stadionsanierung einzusammeln.  

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.