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Interne Lösung: Entscheidung über neuen Siemens-CFO fällt am Mittwoch

Für welchen neuen Siemens-CFO wird sich CEO Joe Kaeser entscheiden?
Finance

Sieben Wochen sind eine ungewöhnlich lange Zeit für die Nachbesetzung eines CFOs bei einem Weltkonzern, insbesondere wenn am Ende ein interner Kandidat das Rennen machen sollte. Siemens wird womöglich sogar noch länger brauchen,  denn offenbar beharkten sich im Aufsichtsrat weiterhin die Lager von Gerhard Cromme und Josef Ackermann.

Nun berichtet die F.A.Z., dass sich das Patt kommenden Mittwoch auflösen könnte. Dann dürfte – so schreibt das Blatt –  Josef Ackermann, stellvertretender Siemens-Chefkontrolleur, sein Aufsichtsratsmandat zurückgeben und den Weg für die Beruhigung im Konzern und die Nachbesetzung im Vorstand freimachen. Inzwischen hat Ackermann seinen Rückzug bestätigt. Er trete aus Protest gegen die Art und Weise der Trennung von Peter Löscher zurück, sagte Ackermann bei der Vorstellung eines Buchs in Berlin. Es ist der zweite spektakuläre  Rücktritt Ackermanns binnen weniger Wochen, nachdem er unter außergewöhnlichen Umständen schon als Verwaltungsratschef bei der Zurich Insurance Group abgetreten ist.

Sen oder Thomas: Wer wird neuer Siemens-CFO?

Der Rückzug Ackermanns stärkt das Lager des vor Wochen noch angeschlagenen Crommes deutlich – und ebnet en Weg für eine interne Nachbesetzung des Finanzressorts. Der neue CEO Kaeser habe, so die F.A.Z., als CFO-Nachfolger Michael Sen, den 44-jährigen Finanzchef des Sektors Health Care, und Ralf Thomas, den 52-jährigen Finanzchef  des Sektors Industrie, ausgewählt. Dass alles auf eine interne Lösung hinausläuft, deckt sich auch mit FINANCE vorliegenden Informationen.

Für welchen Mann sich der 56-jährige Kaeser entscheiden wird, gilt als erste  viel beachtete Entscheidung des neuen Siemens-Chefs, der lange Zeit selbst Herr der Zahlen war. Beobachter fragen sich, ob Kaeser einen selbstbewussten Finanzchef wie den erfolgreichen Sanierer Sen neben sich dulden wird oder ob sich Kaeser für den weniger profilierten Thomas entscheidet. Allerdings können sich auch zunächst wenig prominente Kandidaten in der neuen Rolle entwickeln, wie Kaeser aus eigener Erfahrung weiß – schließlich emanzipierte er sich selbst als CFO zunehmend von Löscher. Intern soll Kaeser bereits Fronten geglättet haben: Der für die wichtigste Konzernsparte Energy verantwortliche  Michael Süß, der selbst im Rennen für die Löscher-Nachfolge war, soll Kaeser bereits seiner unbedingten Loyalität versichert haben.

Im Zuge der Nachbesetzung soll auch der Siemens-Vorstand von zehn auf acht Köpfe schrumpfen. Das Ausscheiden von Einkaufschefin Barbara Kux ist bereits sicher, das Ausscheiden von Compliance-Chef Peter Solmssen, dessen Vertrag noch bis 2017 läuft, soll eine Frage der Zeit sein.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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