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Mahle-CFO Michael Frick wird Interims-CEO

Michael Frick ist seit 2014 CFO bei Mahle. Ab April übernimmt er interimistisch die Funktion des CEO.
Mahle

Zurückgehende Umsätze, gerissene Prognosen und zuletzt noch die Auswirkungen der Corona-Krise: Der Automobilzulieferer Mahle steckt wie viele seiner Wettbewerber nicht erst seit gestern in der Krise. Doch nun tauschen die Stuttgarter mitten im Sturm auch noch den Chef aus: CEO Jörg Stratmann verlässt das Unternehmen „in bestem Einvernehmen“ Ende März, wie Mahle mitteilte. Er war knapp drei Jahre an der Spitze.

Ein Nachfolger solle „zeitnah“ bestimmt werden. Bis dahin übernimmt Michael Frick, seit 2014 CFO bei Mahle, interimistisch die Aufgaben des CEOs. Frick verantwortet neben den Finanzen unter anderem noch das Ressort IT, Controlling, Steuern, Revision sowie Risk Management.

Umsatzeinbruch bremst Transformation bei Mahle aus

Frick ist ein Mahle-Urgestein: Er kam 2003 zu dem Unternehmen und ist damit schon 18 Jahre beim Konzern tätig. Er stieg als Leiter Zentrales Controlling im Mahle-Konzern ein und bekleidete in den darauffolgenden Jahren diverse Positionen, unter anderem als CFO des China-Geschäfts, Leiter Finanz- und Rechnungswesen Europa oder Kaufmännischer Geschäftsführer von Mahle Behr, bis er im Juli 2014 zusätzlich zum Finanzchef des Konzerns befördert wurde.

Seine langjährige Erfahrung bei dem Konzern dürfte dem 54-Jährigen nun als Interims-CEO behilflich sein – denn Mahle steht vor vielen Herausforderungen. Seit Jahren arbeitet das Management an einer Transformation des Unternehmens, das vor allem auf Kolben, Pumpen und Filter für Verbrennungsmotoren spezialisiert ist und unter der anhaltenden Flaute auf dem Automobilmarkt leidet. 

Der Umsatzeinbruch durch die Folgen der Corona-Krise – dieser sank nach vorläufigen Zahlen 2020 um währungsbereinigt 16 Prozent auf 9,8 Milliarden – hatte den kostenintensiven Umbauprozess im vergangenen Jahr jedoch ausgebremst und CFO Michael Frick stattdessen zur Liquiditätssicherung gezwungen. „Wir haben Kosten reduziert sowie Cash- und Liquiditätssicherungen getroffen. Dadurch konnten wir unser stabiles Finanzgerüst erhalten“, hatte Stratmann im vergangenen Monat gegenüber dem „Handelsblatt“ geäußert. Ein Puffer, den Mahle und sein CFO dringend brauchen können, da sich der Automobilmarkt wohl nur sehr schleppend erholen dürfte.

Mahle-CFO Michael Frick setzt auf knallharten Sparkurs

Um die Kosten des Automobilzulieferers drastisch zu senken fährt CFO Frick bei Mahle seit zwei Jahren einen knallharten Sparkurs. So mussten bereits 7.400 Mitarbeiter gehen, mehr als 7.600 weitere Stellen bei dem Konzern stehen derzeit noch zur Disposition, jede vierte davon in Deutschland. Dafür steht das Stiftungsunternehmen in der Öffentlichkeit stark in der Kritik.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.