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Mahle macht CFO Michael Frick erneut zum Interims-CEO

CFO Michael Frick übernimmt erneut interimistisch den CEO-Posten bei Mahle. Foto: Mahle
CFO Michael Frick übernimmt erneut interimistisch den CEO-Posten bei Mahle. Foto: Mahle

Scheider, Stratmann und nun Arleth – nur wenige Tage vor der für den 25. April geplanten Bilanzvorstellung und ausgerechnet am Karfreitag gab der Konzern die Trennung von seinem CEO Matthias Arleth bekannt – nur drei Monate nach dessen Amtsantritt. Man habe sich „einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit zum 30. April 2022 verständigt“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Damit ist Arleth bereits der dritte CEO innerhalb von vier Jahren, der den Autozulieferer verlässt.

Dabei lässt die Mitteilung wenig Zweifel über die Gründe der Trennung: Offenbar scheint es Meinungsverschiedenheiten gegeben zu haben. „Auch wenn wir letztlich unterschiedlicher Auffassung über die strategischen Weichenstellungen für Mahle sind, möchte ich Matthias Arleth im Namen des gesamten Mahle-Teams für seinen großen Einsatz danken“, lässt sich Aufsichtsratschef Junker darin zitieren. Konkrete Details nennt das Unternehmen jedoch nicht.

Arleth-Weggang kommt für Mahle zu schlechtem Zeitpunkt

Der erneute Vorstandswechsel kommt für Mahle allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Corona, Lieferkettenprobleme und zuletzt die Folgen des Ukraine-Kriegs stellen den Autozulieferer derzeit vor große Herausforderungen. Diese muss nun CFO Michael Frick bewältigen. Der Mahle-Finanzchef, der auch die Ressorts IT, Controlling, Steuern, Revision sowie Risk Management verantwortet, übernimmt interimistisch den Posten des scheidenden CEOs bis ein Nachfolger gefunden ist, teilt Mahle mit.

Auf den seit 2014 amtierenden CFO Frick kommt die Doppelbelastung damit bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres zu. Bereits im vergangenen März hatte der CFO nach dem Weggang von Arleths Vorgänger Jörg Stratmann den Posten des CEO vorübergehend übernommen. Auf Frick, der neben dem finanziellen Krisenmanagement auch die laufende Transformation des Konzerns vorantreiben muss, dürften damit trotz langjähriger Erfahrung anstrengende Wochen oder gar Monate zukommen.

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Nachfolgesuche dürfte für Mahle nicht einfach werden

CFO Frick hatte Mahle 2018 einen straffen Sparkurs verordnet. Zudem ist Mahle gerade dabei, sich neu auszurichten: Den Konzern, der vor allem auf Kolben, Pumpen und Filter für Verbrennungsmotoren spezialisiert ist, beschäftigt bereits seit Jahren der Wandel in der Automobilbranche hin zur E-Mobilität. Corona hatte den kostenintensiven Umbauprozess 2020 zunächst jedoch ausgebremst und Frick zur Liquiditätssicherung gezwungen.

Seitdem scheint sich die Situation bei dem Unternehmen zumindest vorerst stabilisiert zu haben: Im ersten Halbjahr 2021 schrieb das Unternehmen mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp 201 Millionen Euro zwar erstmalig wieder schwarze Zahlen, doch ob der Turnaround angesichts der aktuellen Entwicklungen von Dauer sein wird, muss sich noch zeigen.

Der Druck in der Autozuliefererbranche dürfte die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für CEO Arleth außerdem nicht unbedingt einfacher machen, suchen Bewerber eher nach Jobs in zukunftssichereren Branchen. Allerdings bringt die herausfordernde Aufgabe auch ihren Reiz mit. Hinzu kommt jedoch, dass mehrere überraschende Vorstandswechsel in kurzer Zeit potentielle CEO-Anwärter abschrecken könnten.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.