Er folgt auf Heideldruck Langzeit-CFO Dirk Kaliebe: Marcus Wassenberg. Auf den 52-jährigen wartet ein Unternehmen im Umbruch.

Heidelberger Druckmaschinen

16.08.19
CFO

Marcus Wassenberg wird CFO bei Heideldruck

Das SDax-Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen hat einen Nachfolger für Langzeit-CFO Dirk Kaliebe gefunden. Markus Wassenberg soll die Heidelberger bei der digitalen Transformation unterstützen und die Bilanz weiter stärken.

Das SDax-Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen hat bekanntgegeben, wer künftig die Finanzen des Konzerns leiten wird: Marcus Wassenberg wird die Nachfolge von CFO Dirk Kaliebe antreten, der Ende September aus dem Unternehmen ausscheiden wird. Wassenberg tritt seinen Posten bereits Anfang September an.

Wassenberg kommt von Rolls-Royce Power Systems (RRPS), einem der drei Geschäftsbereiche des britischen Konzerns Rolls-Royce. RRPS stellt Großdieselmotoren sowie Antriebs- und Energiesysteme her. Sein überraschender Weggang dort wurde Mitte April bekannt, dabei war sein Vertrag als Finanzchef erst kurz davor bis 2022 verlängert worden.

Bei RRPS leitete Wassenberg das Ressort Konzerndienstleistungen mit den Bereichen Controlling, Finanzen, IT-Anwendungen und Recht. Zusätzlich hatte er die Funktion als Arbeitsdirektor und Geschäftsführer der Rolls-Royce Power Systems-Tochter MTU inne. Zuvor war er Finanzchef bei dem mittlerweile insolventen Windanlagenbauer Senvion.

Wassenberg folgt auf Heideldruck-CFO Dirk Kaliebe

Mit Wassenberg als neuem Finanzvorstand findet der Druckmaschinenhersteller nach knapp drei Monaten einen Nachfolger für Heideldruck-Urgestein Dirk Kaliebe. Dieser hatte Ende Mai erklärt, ein Sabbatical nehmen zu wollen. Zu seinen zukünftigen Zielen Post-Sabbatical ist noch nichts konkretes bekannt, lediglich dass er sich „neuen unternehmerischen Zielen widmen“ möchte.

Mit seinem Weggang endet für Heideldruck eine Ära: Kaliebe war seit 2006 Finanzchef bei dem Industriekonzern. Insgesamt arbeitet er schon seit dem Ende der neunziger Jahre bei dem Unternehmen.

Wassenberg soll Heideldruck-Transformation stützen

Dirk Kaliebe hat Heidelberg nach der Finanzkrise mit großem Einsatz finanziell stabilisiert. Allerdings befindet sich das Unternehmen durch den Strukturwandel in der Druckindustrie weiter im Umbruch: Der Konzern leidet unter einer sinkenden Nachfrage nach Druckmaschinen, zudem machte Heidelberg im ersten Quartal dieses Jahres die Abschwächung der Konjunktur zu schaffen.

Der Konzern plant deshalb eine digitale Transformation und den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle. Dazu zählt auch der Fokus auf ein Abo-Modell von Maschinen, das sich laut Unternehmensangaben „auch im Auftaktquartal dieses Geschäftsjahres weiter positiv entwickelt“ habe. Gesetztes Ziel des SDax-Konzerns ist es, dass das Abo-Modell rund ein Drittel des Gesamtumsatzes einfahren soll.

Die Anleger goutieren den angestrebten Wandel von HeidelDruck bisher noch nicht. Im Gegenteil: In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs von 2,4 Euro auf derzeit 88 Cent fast gedrittelt.

FINANCE-Köpfe

Dirk Kaliebe, Heidelberger Druckmaschinen AG

Nach seinem Studium arbeitet Kaliebe von 1992 bis 1998 bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Während dieser Zeit legt er 1997 das Examen zum Steuerberater ab. Als er zwei Jahre später das Examen zum Wirtschaftsprüfer ablegt, arbeitet Kaliebe bereits bei Heidelberger Druckmaschinen, wo er 1999 die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens übernimmt. Im Jahr 2000 wird ihm zusätzlich die Leitung des Bereichs Investor Relations übertragen.

Seit Oktober 2006 ist Kaliebe Mitglied des Vorstands (CFO) und verantwortlich für die Sparte Financial Services. Im Sommer 2015 rückt der Manager vorübergehend an die Vorstandsspitze. Im Mai 2019 kündigt Kaliebe an, dass er Heideldruck im September des gleichen Jahres verlassen wird.

zum Profil

Wassenberg bringt einiges an Transformationserfahrung mit. Der gebürtige Grevenbroicher war bei RRPS in der Umsetzung von zwei Strategieprogrammen involviert. Von dieser Expertise will Heideldruck nun profitieren. „Mit seiner Erfahrung im Maschinen- und Anlagenbau wird er den künftigen Finanzrahmen von Heidelberg an den Anforderungen der digitalen Transformation ausrichten und die Bilanz weiter stabilisieren“, kommentiert der Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Jaschinski die Berufung. „Zudem ist er aufgrund erfolgreich umgesetzter Veränderungsprojekte zur Effizienzsteigerung die geeignete Besetzung als neuer Finanzvorstand von Heidelberg“.

Wassenberg muss Bilanz von Heideldruck stärken

Wassenberg wird bei Heideldruck, die Anfang dieses Jahres das chinesische Unternehmen Masterwork Group als Ankeraktionär an Bord holten, die Arbeit seines Vorgängers zur Stärkung der nach wie vor schwachen Bilanz fortsetzen müssen. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens lag zum Ende des ersten Quartals bei 13 Prozent. Wie der Konzern mitteilte, sind bereits einige Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität eingeleitet worden.

Dazu hat das Unternehmen ein Programm zur Verbesserung des Net Working Capital und des Free Cashflows gestartet. Zudem werden viele der Investitionen für dieses und das kommende Jahr auf den Prüfstand gestellt. Die Heidelberger denken zudem darüber nach, sich von kleineren Unternehmensbereichen zu trennen.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de

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