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Matthias Born wird CFO bei Gesundheitsdienstleister GHD

Matthias Born kommt von Douglas zur GHD. Foto: GHD

Die GHD-Gruppe hat Matthias Born zum CFO ernannt. Wie der Gesundheitsdienstleister erst am gestrigen Donnerstag mitteilte, ist Born bereits seit Oktober neuer Finanzchef. Born hatte im April die Parfümeriekette Douglas verlassen, wo seine Amtszeit als CFO nur eineinhalb Jahre gedauert hatte. Davor war er rund sechs Jahre lang Finanzchef der Modefirma CBR Fashion gewesen. Sowohl CBR als auch Douglas gehörten während seiner Amtszeit einem Private-Equity-Investor – genau wie sein neuer Arbeitgeber GHD.

Bei GHD soll Born die Bereiche Finanzen, HR und IT verantworten. GHD ist ein Medizindienstleister, der unter anderem Infusionslösungen und Patientennahrung für rund 500.000 chronisch kranke Patienten in Deutschland bereitstellt. Borns Vorgänger Nikolaus Michelsen wird GHD zum Jahresende verlassen.

Matthias Born hat auch Healthcare-Erfahrung

GHD-Chef Michael Lonsert begründet die Ernennung Borns als CFO mit dessen Vita: „Mit Matthias Born haben wir einen versierten und international erfahrenen CFO für die GHD Unternehmensgruppe gewinnen können.“ Explizit hebt Lonsert die „langjährige Führungserfahrung, Expertise im Gesundheitsbereich und den starker Kundenfokus“ Borns hervor.

CFO-Profil

Matthias Born, CFO GHD

Matthias Born

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GHD

Tatsächlich hat Born nicht nur Private-Equity-, sondern auch Healthcare-Erfahrung: Bei Eurofins, einem Dienstleister im Bereich Bioanalytik, verantwortete er von 2009 bis 2013 als Finanzdirektor die Bereiche Finanzen und Treasury, von 2006 bis 2008 war er CFO bei dem Hörgerätehersteller HörGut, der heutigen Geers Hörakustik. Seine Laufbahn startete er 1998 bei Bayer.

Wann verkauft Nordic Capital GHD?

Ausschlaggebend für Borns Einstieg bei GHD dürfte aber seine Borns Private-Equity-Erfahrung gewesen sein. GHD ist schon seit 2007 in Private-Equity-Hand und damit stark geprägt von der Haltung der Finanzinvestoren. Zunächst gehörte das Unternehmen Barclays Private Equity (inzwischen Equistone), 2010 übernahm der skandinavische Investor IK, 2014 schließlich Nordic Capital.

Nun dürfte das nächste Kapitel in der Unternehmensgeschichte anstehen, denn mit sieben Jahren Nordic Capital ist die übliche Haltedauer eines Private-Equity-Investors bereits lange überschritten. Bereits 2019 hatte Nordic versucht, einen Käufer für GHD zu finden, damals aber erfolglos. Ein neuerliche Verkaufsprozess dürfte zeitnah anstehen. Dazu passt, dass Born nicht der erste neue Manager an der Unternehmensspitze ist. CEO Lonsert kam erst im April 2020 an Bord, anschließend wurden auch viele weitere Spitzenposten mit neuen Managern besetzt.

Der Exit von Nordic Capital könnte ein großer Deal sein. 2020 erzielte GHD einen Umsatz von 590 Millionen Euro, etwa 100 Millionen Euro mehr als beim Einstieg des Finanzinvestors 2014. Damals wurde GHD Marktschätzungen zufolge mit rund 1x Umsatz bewertet. Seitdem sind die Bewertungs-Multiples für Healthcare-Anbieter aber stark gestiegen. Tatsächlich könnte die Exit-Bewertung bei GHD sogar die Milliardenmarke übersteigen.

paul.siethoff[at]faz-bm.de