Noch vor zwei Jahren hat der PE-Investor Blackstone für den Beratungsarm ein Büro in Frankfurt gegründet.

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13.03.15
CFO

PE-Investor Blackstone fährt deutschen Beratungsarm zurück

Vor nicht einmal zwei Jahren hat Blackstone ein eigenes Büro für den Bereich Advisory in Frankfurt eröffnet. Inzwischen ist Managing Director Jan Weidner wieder zum Beratungshaus Leonardo zurückgekehrt. Damit schrumpft Blackstones Beratungsarm in Deutschland.

Keine zwei Jahre ist es her, dass Blackstone mit relativ großem Aufschlag in Frankfurt ein Büro für das Beratungsgeschäft Blackstone Advisory eröffnet hat. Damals klang der Start noch verheißungsvoll. „Ich bin überaus glücklich darüber ein Teil hiervon zu sein und freue mich auf eine aufregenden Wachstumsphase unserer Branche“, ließ sich Jan Weidner zitieren, der damals bei Blackstone Advisory als Senior Managing Director anheuerte.

Das ist inzwischen Geschichte: Der erfahrene Finanzspezialist ist in diesen Tagen zu seiner alten Wirkungsstätte Leonardo zurückgekehrt. Dort ist er einer von inzwischen sieben Kollegen im Rang des Managing Director im deutschsprachigen Raum, erst vor wenigen Tagen stieg Jörg Tybussek bei Leonardo ebenfalls in die Führungsspitze auf.

Weidner ist kein neues Gesicht bei Leonardo: Bereits 2007 leitete er die Fusion der Investmentbank Drueker & Co. mit Leonardo & Co. ein. Bis 2012 war er schon einmal als Managing Director und Mitglied des Leonardo European Operating Komitees tätig. Er blickt darüber hinaus auf eine langjährige Karriere mit Stationen bei JP Morgan, der BHF Bank und MorganStanley zurück.

Wie geht es bei Blackstone weiter?

Warum nach relativ kurzem Bestehen bei Blackstone im Beratungsgeschäft nun die Rolle rückwärts kam, wollte der amerikanische PE-Investor auf Anfrage von FINANCE nicht kommentieren. Wie und ob die Advisory-Einheit von Blackstone in Deutschland weiter agieren wird, ist damit unklar. In der Frankfurter Finanzszene jedenfalls wundert sich mancher, dass Blackstone in diesem wichtigen Markt keinen längeren Atem hat. Blackstone ist aber weiter im Private-Equity-Geschäft tätig und machte vor kurzem Schlagzeilen, als es im Portfoliounternehmen Leica zu einem Führungswechsel kam.

Das Engagement der Advisory-Einheit war in der Vergangenheit nicht immer von Fortüne beschienen. Eine eher unglückliche Figur machte Blackstone beispielsweise 2012 im Fall Klöckner Pentaplast. Bei der Transaktion trat der US-Fonds zugleich als Eigentümer und Berater auf, was Beobachter kritisierten. Zur Lösung der Schuldenproblematik ging der Folienhersteller aus Montabaur Mitte 2012 an den Investor Strategic Value Partners (SVP) über. Ein guter Deal, raunen Brancheninsider: Der Folienhersteller hat sich stabilisiert, zuletzt wurde mehrfach über einen Exit von SVP spekuliert.

markus.dentz[at]finance-magazin.de