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Rauswurf von Ex-IKB-Chef Ortseifen rechtens

Für das Düsseldorfer Landgericht war die fristlose Kündigung Stefan Ortseifens im Sommer 2007 rechtens.
dpa

Die fristlose Kündigung von Stefan Ortseifen als Chef der Mittelstandsbank IKB im Sommer 2007 war rechtmäßig. Das befand das Düsseldorfer Landgericht in seinem am Donnerstag verkündeten Urteil. Der Banker muss sogar noch rund eine Million Euro zurückzahlen: 805.000 Euro an zu viel erhaltenen Tantiemen und 186.000 Euro für den nicht vom Aufsichtsrat genehmigten Umbau seiner Dienstvilla. Ortseifen hat damit den jahrelangen Rechtsstreit gegen seinen Rauswurf in erster Instanz verloren. Der Prozess war bis zum Ausgang des Strafverfahrens gegen ihn vor dem Bundesgerichtshof ausgesetzt worden. Vor knapp zwei Jahren, am 20. Juli 2011, hatte der BGH die Verurteilung Ortseifens wegen vorsätzlicher Marktmanipulation zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung von 100.000 Euro rechtskräftig bestätigt.

Ortseifen war im Sommer 2007 fristlos entlassen worden, weil er den Aufsichtsrat der IKB über die Schieflage der Bank im Unklaren gelassen und die Aktionäre mit der am 20. Juli 2007 veröffentlichten Pressemitteilung falsch informiert haben soll. In der Ad-hoc-Mitteilung von damals hieß es unter anderem, dass die Krise auf dem US-amerikanischen Häusermarkt die IKB mit weniger als 10 Millionen Euro belasten werde. Wenige Tage nach der Veröffentlichung stand die Bank vor dem Aus und musste mit einem milliardenschweren Rettungspaket herausgepaukt werden. Die IKB machte damals den Anfang der Pleiteserie deutscher Banken, die sich mit US-Subprime-Krediten und daraus abgeleiteten Derivaten verspekuliert hatten. Ortseifen hatte sich im Zuge des Strafverfahrens vor dem BGH stets auf die Ratingagenturen berufen, die die Kreditpakete mit Bestnoten bewertet hatten und diese dann plötzlich zu Schrottpapieren abstuften.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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