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Überraschender CFO-Wechsel bei Sixt

Kai Andrejewski übernimmt das Finanzressort bei Sixt und wird neuer CFO.
Sixt

Ab Juni dieses Jahres wird ein neuer CFO die Geschicke der Sixt-Finanzen leiten. Dabei handelt es sich um Kai Andrejewski, wie aus einer Meldung des Autovermieters am heutigen Donnerstag hervorgeht. Andrejewski ist derzeit noch Regionalvorstand und Managing Partner bei KPMG. Er verfügt über eine 25-jährige Berufserfahrung und gilt als ausgewiesener Finanzexperte. Andrejewski soll als CFO die Ressorts Global Finance Performance, Corporate Finance, Steuern, Recht sowie Governance & Controls verantworten.

Er sei eine „ideale Besetzung, um die Wachstumsstrategie von Sixt weiterhin mit Kontinuität […] zu begleiten“, lässt sich der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz Joussen, der auch Tui-Chef ist, in der Mitteilung des Konzerns zitieren. Auch CEO Erich Sixt betont, dass Andrejeweski, die „weitere Digitalisierung und Transformation des Finanzbereichs“ gestalten könne.

Im gleichen Zuge erweitert Sixt den Finanzbereich um den Bereich Fahrzeugeinkauf. Dieser ist im neu geschaffenen Ressort Global Finance Performance angesiedelt, das Sebastian Birkel als Bereichsvorstand leiten wird. Birkel war zuletzt USA-CEO und schon lange bei dem Autovermieter tätig. Der neue Zuschnitt unterstreiche die „ganzheitliche Ausrichtung des Finanzbereichs“ von Sixt. Das Ziel sei, „bereichsübergreifende Informationsbedarfe zu verzahnen“.

Jörg Bremer verlässt Sixt vor Vertragsende

Die Personalrochade bei Sixt kommt etwas überraschend, weil der amtierende CFO Jörg Bremer den Autoverleiher vorzeitig nach nur rund drei Jahren wieder verlässt. Der Vertrag wäre noch bis Oktober dieses Jahres gelaufen. Er hatte die Rolle im Oktober 2018 von seinem Vorgänger Julian zu Putlitz übernommen. Bremer kam damals vom Automobilzulieferer Brose, für den er in unterschiedlichen Funktionen tätig gewesen war, unter anderem als CFO der Nordamerika-Tochter.

Laut Pressemitteilung erfolgt die Trennung „einvernehmlich“. Bremer wolle sich „neuen beruflichen Herausforderungen stellen“. Ob der CFO-Weggang mit dem Generationswechsel bei Sixt zusammenhängt, ist unklar. Wie im März bekannt wurde, wechselt Erich Sixt ebenfalls Anfang Juni in der Aufsichtsrat von Sixt. Als Co-CEOs übernehmen dann seine Söhne Alexander und Konstantin. Erich Sixt dankt Bremer in der Mitteilung jedenfalls persönlich für dessen „sehr großes Engagement in den vergangenen drei Jahren“.

Bremer sicherte Finanzierung in der Coronakrise

Hinter Jörg Bremer und Sixt liegt ein außerordentlich herausforderndes Jahr. Die Coronakrise hat den Autoverleiher im Kern getroffen, da Geschäftsreisen und Tourismus im vergangenen Jahr global am Boden lagen. Der Umsatz ist um nahezu 40 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro eingebrochen.

Bremer und sein Team arrangierten für Sixt zunächst vor rund einem Jahr einen KfW-Kredit, um die  Liquidität von Sixt zu sichern. Ende 2020 platzierte Sixt dann eine Anleihe über 300 Millionen Euro. Im März dieses Jahres vereinbarte Bremer mit den Banken einen neuen Konsortialkredit über 750 Millionen Euro. Mit den Einnahmen aus Kredit und Anleihe konnte Sixt die KfW-Mittel ablösen, was aus Sicht des Autovermieters den positiven Nebeneffekt hat, nun unternehmerisch wieder freier agieren zu können. Die KfW-Mittel waren an eine Reihe von Bedingungen geknüpft.

Konzern ist finanziell solide aufgestellt

Der Konzern ist trotz der Pandemie finanziell solide aufgestellt und verfügte zum Jahresende 2020 über Cash-Bestände in Höhe von 2 Milliarden Euro. Das war nur durch radikale Kosteneinsparungen beim Personal und eine kleinere Autoflotte möglich. Dass das Jahresergebnis am Ende noch mit 2 Millionen Euro minimal positiv ausfiel, ist der aufgegebenen Sixt Leasing zu verdanken. Der Verkauf half auch dabei, die Eigenkapitalquote um 6 Punkte auf 31,5 Prozent zu erhöhen.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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