Im dritten Quartal haben im deutschsprachigen Raum 54 CFOs eine neue Stelle angetreten. Die Zahl liegt deutlich unter dem Schnitt.

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12.10.17
CFO

Wenige CFOs wechseln den Arbeitgeber

Im zurückliegenden Quartal haben unterdurchschnittlich viele Finanzchefs eine neue Stelle angetreten. Die Neu-CFOs von Fresenius und Bayer sind Ausnahmen.

Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben wieder mehr CFOs engagiert. Waren es im zweiten Quartal 54, ist die Zahl im Juli, August und September wieder auf 59 gestiegen. Das geht aus einer Analyse der im deutschsprachigen Raum verkündeten CFO-Wechsel hervor, die FINANCE quartalsweise durchführt.

Damit verharrt die Zahl der neuangetretenen Finanzchefs jedoch auf niedrigem Niveau. Im ersten Quartal des Jahres 2017 hatten noch 83 CFOs eine neue Stelle angetreten. Das turbulenteste Quartal war das dritte im Jahr 2015 mit 88 Berufungen von Finanzchefs.

Fresenius und Bayer berufen neue Finanzchefs

Unter den Neuberufungen tummeln sich einige prominente Namen. So hat der Chemie- und Pharmakonzern Bayer Wolfgang Nickl zum Nachfolger von Johannes Dietsch berufen. Der Zahlungsdienstleister Wirecard ernannte im Juli Alexander von Knoop zum Nachfolger von Burkard Ley.

Die Abgänge sind mit 51 an der Zahl im Vergleich zum Vorquartal in etwa konstant geblieben. Prominentester Abgang war wohl Rachel Empey, die den Mobilfunker Telefónica verlassen hat, um Anfang August neue Finanzchefin des Medizinkonzerns Fresenius zu werden.

FINANCE-Köpfe

Rachel Empey, Fresenius SE & Co KGaA

Ihre Laufbahn beginnt Rachel Empey als Wirtschaftsprüferin bei Ernst & Young und als Business Analyst bei dem Telekommunikationsausrüster Lucent Technologies. Danach nimmt eine steile Karriere durch verschiedene Finanz- und Controllingfunktionen im spanischen Telefónica-Konzern ihren Anfang.

Als Group Controller bei Telefónica Europe verantwortet sie die Planung des Berichtswesens im Rahmen des internationalen Managements der europäischen Niederlassungen. Zuvor hat sie verschiedene Führungspositionen in Finanzbereichen bei der Konzerntochter O2 in Großbritannien inne. Ab 2009 leitet Empey das Controlling der deutschen Tochter Telefónica Deutschland. Dort steuert sie die Strategie des Unternehmens bei der Auktion der neuen Lizenzen für den ultra-schnellen Mobilfunkstandard LTE erfolgreich mit.

2011 wird sie zur Finanzchefin befördert und leitet in dieser Funktion den Börsengang von Telefónica Deutschland im Oktober 2012 – mit einem Emissionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro einer der größten IPOs der vergangenen Jahre in Deutschland.

Von Februar bis Juli 2014 ist Empey mit der gemeinsamen Führung des Management Boards der Telefónica Deutschland Holding AG betraut und verantwortet in dieser Funktion das operative Geschäft. Nach dem Abschluss der Fusion mit E-Plus konzentriert sie sich wieder auf ihre Aufgaben als Finanz- und Strategiechefin.

Im August 2017 wechselt Empey zu dem Dax-Unternehmen Fresenius, wo sie die CFO-Position übernimmt.

zum Profil

Das durchschnittliche Alter der berufenen CFOs steigt derweil an. Dieses liegt bei 46,8 Jahren (Vorquartal: 45,3 Jahre). Der niedrigste Wert lag bisher bei 43,8 Jahren im vierten Quartal 2014, der höchste bei 48,3 im zweiten Quartal 2016.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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