Dialog Semiconductor

08.03.16
CFO

Wissam Jabre wird CFO bei Dialog Semiconductor

Nach einem halben Jahr hat Dialog Semiconductor seinen CFO-Posten nachbesetzt. Wissam Jabre muss sich in einer Zeit beweisen, in der es für Dialog alles andere als rund läuft.

Der Chip-Hersteller Dialog Semiconductor hat seinen vakanten CFO-Posten besetzt: Neuer Finanzchef wird Wissam Jabre. Das hat das TecDax-Unternehmen, das seinen Hauptsitz im britischen Reading hat, am Dienstag bekanntgegeben. Damit besetzt Dialog einen Posten nach, der bereits seit mehreren Monaten vakant ist.

Jabre kommt in ein Unternehmen, das bis vor kurzem noch zweistellig gewachsen ist, dem aber das Wachstum aufgrund der Abschwächung des Smartphone-Markts zunehmend schwerer fällt. So ist der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2015 noch zweistellig auf 1,4 Milliarden US-Dollar gewachsen, wie die heute vorgelegten Zahlen zeigen. Doch schon im vierten Quartal 2015 zeichnete sich ab, dass Umsatz und Gewinn zurückgehen. Und auch zu Beginn dieses Jahres sei mit weiteren Einbußen zu rechnen, teilte der Apple-Zulieferer heute mit.

Jabre ist seit vielen Jahren in der Halbleiterbranche tätig: Zuletzt war er Corporate Vice President of Finance beim US-amerikanischen Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD). Davor hatte er mehr als zehn Jahre Führungspositionen im Finance- und Treasury-Bereich beim texanischen Halbleiterhersteller Freescale Semiconductor inne.

Dialog Semiconductor scheiterte mit Atmel-Übernahme

Im Juli 2015 wurde bekannt, dass der damalige CFO Jean-Michel Richard Dialog Semiconductor im September verlassen würde. Richard war seit 2006 CFO und hatte einen großen Beitrag zu Dialogs starkem Wachstum geleistet. Er begründete seinen Abgang damals damit, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und sich anderen Interessen zuwenden zu wollen. Seitdem hatte Emanuel Walter den CFO-Posten übergangsweise inne.

Erst vor wenigen Wochen scheiterte Dialog mit einem großen M&A-Deal. Die sicher geglaubte Übernahme des Halbleiterherstellers Atmel scheiterte, weil der Konkurrent Microchip den Atmel-Aktionären ein besseres Angebot vorgelegt hatte. Weil die Übernahme durch Dialog aber fest vereinbart war, musste Atmel eine Vertragsstrafe in Höhe von rund 140 Millionen US-Dollar an Dialog zahlen.

Schlecht für Dialogs Position am Kapitalmarkt war diese Entwicklung aber nicht, denn viele Aktionäre, allen voran der Hedgefonds Elliot, waren ohnehin gegen den Deal gewesen. Sie bezeichneten den Übernahmeplan als zu teuer und warnten, dass Dialog rund 2 Milliarden Dollar Schulden hätte aufnehmen müssen, um ihn zu stemmen. Das hatte die Aktie stark belastet. Da ein Teil des Kaufpreises auch in eigenen Aktien bezahlt werden sollte, war der von der Kritik ausgelöste Kursrückgang letztendlich auch mit verantwortlich dafür, dass Dialog von Microchip überboten wurde.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de