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19.07.18
CFO

Mit diesen 3 Fähigkeiten werden CFOs zu CEOs

Bertelsmann, Bayer, Siemens: CFOs steigen oft zu CEOs auf. Doch was müssen Finanzchefs mitbringen, um auf dem Chefsessel Platz nehmen zu dürfen?

Die CFO-Position ist oft ein Karrieresprungbrett an die Unternehmensspitze. Das belegen auch die Zahlen: 20 Prozent aller aktuellen CEOs im Dax, MDax, SDax und TecDax waren während ihrer Karriere Finanzvorstand, wie der Personaldienstleister Korn Ferry kürzlich in einer Studie herausgefunden.

Beispiele gibt es zuhauf: Dax-CEOs wie Joe Kaeser (Siemens), Tim Hoettges (Deutsche Telekom) oder Werner Baumann (Bayer) waren in ihren Unternehmen einst für die Finanzen verantwortlich. Seit kurzem ist Guido Kerkhoff Chef des Industriekonzerns ThyssenKrupp – wenn auch nur vorübergehend. Thomas Rabe von Bertelsmann oder Kurt Bock von BASF waren ebenfalls einmal Finanzvorstand.

CFOs müssen im Unternehmen verankert sein

Doch wieso eignen sich einige CFOs als Chef – und andere wieder nicht? Marcus Schneider, Senior Client Partner bei Korn Ferry, hat drei Eigenschaften ausgemacht, warum manche Finanzchefs für höhere Aufgaben berufen sind. „Der CEO soll die Strategie des Unternehmens entwickeln. Als CFO qualifiziert man sich für den Chef-Posten nur, wenn man weiß, was hinter den Zahlen steckt“, sagt er. „Der aufstrebende Finanzchef muss in seiner Vita vorweisen, dass er das Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette des Unternehmens komplett durchschaut und einen Blick über das Headquarter hinaus hat.“

Die zweite Schlüsseleigenschaft geht fast Hand in Hand. „Ein CFO muss in der Regel mehrere Jahre für das Unternehmen tätig sein, ehe er die Möglichkeit hat, zum CEO aufzusteigen“, sagt Schneider. Die Historie gibt ihm Recht: Egal ob Kaeser, Hoettges, Baumann, Rabe oder Bock: Sie alle sind vom Eigengewächs zum CEO aufgestiegen. 

„Ein CFO muss in der Regel mehrere Jahre für das Unternehmen tätig sein, ehe er zum CEO aufsteigt.“

Marcus Schneider, Korn Ferry

20 Prozent der Finanzchefs überschätzen sich

Starke kommunikative Fähigkeiten sind laut Berater Schneider die dritte Bedingung für einen erfolgreichen Aufstieg zum CEO: „Heutzutage ist gutes Stakeholder-Management sehr wichtig. Ein CEO, der sich und das Unternehmen nicht gut verkauft, ist daher kaum vorstellbar.“

Der Pool an CFOs, die den von Berater Schneider vorgeschriebenen Dreiklang an Fähigkeiten vorweisen und Chancen auf einen CEO-Posten haben, ist durchaus groß. Allerdings schätzen sich nicht alle CFOs in Bezug auf ihre Chef-Aspirationen realistisch ein. „35 bis 40 Prozent wollen später einmal CEO werden“, schätzt der Korn-Ferry-Experte. „Allerdings erfüllt nur jeder Fünfte tatsächlich die Bedingungen.“ Das bedeutet: Bis zu 20 Prozent der Finanzchefs sehen in sich Chef-Potential, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.

jakob.eich[at]finance-magazin.de