Volkswagen-CFO Frank Witter.

Volkswagen

15.11.17
CFO

Staatsanwaltschaft durchsucht Büro von VW-CFO Witter

Der VW-Finanzchef Frank Witter hat die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auf sich gezogen – ebenso wie andere Top-Manager des Autobauers. Dabei geht es wohl um die Bezüge des Betriebsratschefs.

Das Büro von VW-CFO Frank Witter wurde offenbar von der Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung durchsucht. Neben den Diensträumen Witters wurden auch diejenigen von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, Personalvorstand Karlheinz Blessing und Betriebsratschef Bernd Osterloh überprüft. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Konzernsprecher. VW war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bei den Durchsuchungen seien Akten und Computer beschlagnahmt worden. Hintergrund der Ermittlungen „sind die angeblich überhöhten Zahlungen an Betriebsratschef Osterloh“, zitiert Reuters den VW-Sprecher. Im Mai hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig bekanntgegeben, dass sie gegen VW-Manager wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Osterloh steht offenbar nicht im Zentrum der Ermittlungen, sondern diejenigen, die dessen Bezüge genehmigten.

Hat der VW-Vorstand zu hohe Bezüge genehmigt?

Damals hatte Osterloh Medienberichten zufolge erklärt, bis zu 750.000 Euro im Jahr verdient zu haben. Aus dem Konzern und dem Betriebsrat hieß es, die Bezüge seien rechtskonform.

Reuters zitiert eine mit dem Vorgang vertraute Person mit der Einschätzung, die angeblich überhöhten Bezüge seien auch steuerrechtlich relevant: Wenn VW seinen Betriebsratschef tatsächlich zu hoch vergütet hätte, könnte der Konzern überhöhte Betriebsausgaben verrechnet haben. Das könnte das Unternehmen steuerlich über Gebühr entlastet haben.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de