Axel Springer

02.12.13
CFO

Ausgründungen: Axel Springer plant Umwandlung in eine Holding

Der Medienkonzern Axel Springer will sich selbst zur Holding machen. Geschäftsbereiche sollen zukünftig ausgegründet werden. Der Konzernumbau könnte ein Thema für den kommenden CFO Julian Deutz sein.

Das Medienhaus Axel Springer arbeitet weiter an seinem digitalen Umbau: CEO Mathias Döpfner hatte am Wochenende angekündigt, dass einzelne Geschäftsbereiche ausgegründet werden sollen, wobei der Konzern zur Holding würde.

Klar ist: Es dürfte eines der ersten Projekte von Neu-CFO Julian Deutz werden, der den Stab am 1. Januar von Lothar Lanz (65) übernehmen wird. Der 45-Jährige leitet seit 2010 das Konzerncontrolling.

Der Konzern bestätigte die Pläne, einzelne Gesellschaften ausgründen zu wollen, gegenüber FINANCE, ließ aber die Art und Weise und genaue Form der Umsetzung noch offen. Hinter den Plänen der Ausgründung von GmbHs verbergen sich, wie Betriebsräte argwöhnen, mutmaßlich auch Kostensenkungspläne. Immerhin ließen sich in den neuen Einheiten Tarifbindungen leichter umgehen, befürchtet Ver.di.

CFO-Wechsel Anfang 2014: Deutz übernimmt von Lanz

Zuletzt hatte der im MDax gelistete Konzern Axel Springer mit dem geplanten Verkauf der traditionsreichen Regionalzeitungstitel um das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost an die neu formierte Funke-Gruppe (WAZ) für rund 920 Millionen Euro Schlagzeilen gemacht. Der Deal, noch von Lothar Lanz mit ausgehandelt und von diesem gegenüber FINANCE als eines seiner Karrierehighlights eingeschätzt, liegt derzeit noch zur Prüfung beim Kartellamt. Axel Springer würde Funke dabei einen erheblichen Verkäuferkredit zur Finanzierung gewähren.

In der seit 2009 dauernden Ära von Noch-CFO Lothar Lanz hat Axel Springer das Konzernportfolio in erheblichem Umfang verändert: Lanz trieb die Digitalisierung des Konzerns auch durch mehrere M&A-Transaktionen erheblich voran – vor allem im digitalen Anzeigengeschäft. Zu nennen sind die Zukäufe von SeLoger, Digital Window und StepStone sowie zwei Joint Venture-Gründungen mit Ringier und  General Atlantic (Lesen Sie mehr zu Lothar Lanz in den FINANCE-Köpfen).
 
Käme die Ausgründung in selbstständige Geschäftsbereiche wie geplant zustande müsste sich die Axel Springer AG dann nur  noch als Dachgesellschaft um Controlling und um die Finanzierung der einzelnen Töchter kümmern.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de