Bayer

09.04.19
CFO

Bayer baut interne Finanzprozesse um

Der angekündigte Abbau von 4.500 Stellen bei Bayer wird auch die internen Finanzprozesse treffen: Im Fokus steht die Tochter Bayer Business Services, die unter anderem Zahlungsabwicklung und Rechnungswesen betreut.

Bayers massiver Stellenabbau wird auch die internen Finanzprozesse des Leverkusener Konzerns treffen. Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber FINANCE bestätigte, sollen in Deutschland insgesamt 4.500 Stellen gestrichen werden, ein großer Teil davon in der Bayer Business Services GmbH (BBS), in der der Konzern die Bereiche IT, Finanzprozesse und operativen Einkauf gebündelt hat. Wie viele Stellen dort konkret wegfallen sollen, gab der Konzern bislang nicht bekannt. Für BBS arbeiten laut Bayer zurzeit 6.400 Mitarbeiter, die ein Servicevolumen von rund 2 Milliarden Euro verantworten.

Weitere Arbeitsplätze sollen am Pharmastandort Wuppertal wegfallen, wo 350 Beschäftigte arbeiten. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ über den geplanten Stellenabbau berichtet und sich dabei auf ein internes Rundschreiben an die Mitarbeiter berufen.

Die Stellenstreichungen seien Teil des Sparprogramms, das CEO Werner Baumann im Dezember 2018 angestoßen hat, bestätigte der Sprecher gegenüber FINANCE. „Gerade im Verwaltungsbereich will sich Bayer neu aufstellen“, heißt es. Das Programm sieht unter anderem einen weltweiten Personalabbau von insgesamt bis zu 12.000 Jobs vor.

Bayer könnte BBS komplett schließen

Für die Service-Tochter BBS könnten die konzernweiten Sparmaßnahmen sogar das Aus bedeuten. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider berichtet, sollen die Kernaufgaben der BBS an die drei operativ tätigen Divisionen Pharma, Consumer Health und Crop Science zurückgehen.

Von einer solchen Umstrukturierung besonders betroffen wäre der BBS-Bereich Integrated Business Operations (IBO), der im Zuge der Neuordnung komplett aufgelöst werden könnte. In dieser Sparte hat Bayer die Zahlungsabwicklung, den konzernweiten Einkaufsprozess, das Rechnungswesen sowie das Veranstaltungsmanagement gebündelt. Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns, was mit diesem Bereich künftig passieren soll, gibt es bislang nicht.

BBS ist interner Dienstleister für Bayer

Sollte Bayer bei der BBS mit seinen Plänen ernst machen, würde sich der Konzern von einer Tochtergesellschaft trennen, die seit 17 Jahren Teil der Unternehmensgruppe ist. Bayer hatte die Service-Einheit BBS 2002 gegründet, als sich der Konzern in eine Management-Holding mit den vier Sparten Gesundheit, Chemie, Kunststoffe und Agrarprodukte umgewandelt hatte. Diese Holdingstruktur hat Bayer 2016 erneut aufgebrochen und sich abermals neu aufgestellt.

In den Anfangsjahren hatte BBS seine Dienste auch externen Kunden angeboten, jedoch nicht mit dem erhofften Erfolg. In der Folge fokussierte sich die Bayer-Tochter in den zurückliegenden Jahren auf das konzerninterne Geschäft. Zuletzt kamen 80 Prozent der Aufträge von Schwestergesellschaften aus dem Bayer-Unternehmensumfeld. 

andreas.mehring[at]finance-magazin.de