Finance

06.05.16
CFO

Commerzbank reagiert auf das Urteil der CFOs

Anfang Mai hat Martin Zielke die Geschäfte bei der Commerzbank übernommen. Wie sehen Finanzchefs die Lage der Bank und den Wechsel an der Spitze? Antworten von mehr als hundert CFOs und Treasurern finden Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe.

 

Mit Lena Kuske verbindet mich ihr Joggen über die Frankfurter Fußgängerbrücke Holbeinsteg. In entgegengesetzter Richtung führt mich der Weg morgens zur Arbeit in die FINANCE-Redaktion. Auch wenn der Commerzbank-Werbefilm von vielen kritischen Tönen begleitet wurde, hat er dennoch seinen Zweck nicht verfehlt und die Bank wieder ins Gespräch gebracht. Vor wenigen Tagen ist nun mit Martin Zielke offiziell ein neuer Bankchef angetreten. Sein Start war ungemütlich: Er sieht sich direkt mit einem schwachen Quartalsergebnis und schwerwiegenden Vorwürfen zu den sogenannten Cum-cum-Geschäften konfrontiert. Was halten CFOs, Finanzleiter und Treasurer von dem Wechsel? Im April haben wir sie befragt, mehr als hundert haben geantwortet. Einen Vorgeschmack auf die Ergebnisse finden Sie hier.

Wir haben die Commerzbank-Bereichsvorstände Michael Kotzbauer (Corporate Banking) und Roman Schmidt (Advisory & Primary Markets) mit der Umfrage konfrontiert. Schockiert mussten sie nicht sein, denn die Leser geben der Bank – vor allem im deutschen Mittelstand – relativ gute Noten. Allerdings sind Kotzbauer und Schmidt auch die Schwächen in einzelnen Investmentbanking-Produkten und im internationalen Geschäft bewusst. Eine globale Investmentbank wie die Deutsche Bank will das zweitgrößte deutsche Geldhaus gar nicht sein, betonen sie. Nur was dann? Die Gefahr besteht, dass die Commerzbank für den gehobenen Mittelstand, der international tätig ist,  zunehmend unattraktiv wird. Martin Zielke wird sich daher im Firmenkundenbereich nicht ausruhen können, das Niedrigzinsumfeld und der hohe Kostendruck setzen die Bank zusätzlich unter Druck. Und die Konkurrenz zeigt sich weiter ambitioniert: Beispielsweise will Joachim von Schorlemer mit der ING im Firmenkundengeschäft „kräftig wachsen“, wie er im FINANCE-Interview verraten hat.

K+S und Hugo Boss: Jetzt sind die CFOs gefragt

Mit Norbert Steiner (K+S) und Claus-Dietrich Lahrs (Hugo Boss) haben kürzlich gleich zwei CEOs bei börsennotierten Konzernen das Handtuch geworfen. Die Herausforderungen, vor denen K+S und Hugo Boss stehen, sind branchenbedingt sehr unterschiedlich. Allerdings sind in beiden Unternehmen jetzt die CFOs – Mark Langer bei Hugo Boss und Burkhard Lohr bei K+S – gefragt. Sie müssen dem Kapitalmarkt eine plausible Story zu erzählen, um die Aktienkurse zu stützen. Beide Fälle, die sie in der aktuellen FINANCE-Ausgabe finden, unterstreichen einmal mehr, warum Finanzchefs inzwischen eine so zentrale Rolle im Vorstand einnehmen.

Auch in anderer Hinsicht können sich CFOs schwerlich beklagen: Die Gehälter der Finanzexperten im Dax sind im vergangenen Jahr durchschnittlich um 22 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die der Personalberater HKP exklusiv für FINANCE erstellt hat. Ganz besonders profitiert hat dieses Mal der Finanzchef von Fresenius, Stephan Sturm. Warum das so ist, und wer zurückgefallen ist, verraten wir in der neuen Ausgabe.

Schwerpunkt alternative Finanzierungen

Warum alternative Finanzierungen? Es gibt doch Kredit in Hülle und Fülle. Zu dieser Aussage könnte man sich verleiten lassen, wenn man den Wettbewerb der Banken um deutsche Firmenkunden beobachtet. Dass es dennoch sinnvoll ist, seine Finanzierung auf verschiedene Säulen zu stellen, hat spätestens die Finanzkrise 2008/2009 gelehrt. Im Schwerpunkt „Alternative Finanzierungen“ erfahren Sie, warum sich etwa Alfred Pikl, CFO der Härter-Gruppe, für Mezzanine-Kapital entschieden hat. Oder was sich Nordex-Finanzchef, Bernard Schäferbarthold beider Platzierung eines „Green Schuldscheins“ gedacht hat. Zum Factoring, einem beliebten Instrument der Forderungsfinanzierung, äußert sich Coface-Vorstand Thomas Götting.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Die neue FINANCE


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