Arndt Benedikt

02.11.17
CFO

Der CFO der Zukunft: Vision oder Halluzination?

Neue Technologien wie Blockchain, Big Data & Co. sind in aller Munde. Wie wohl der CFO in einigen Jahren mit ihnen arbeiten wird? Die neue FINANCE wagt einen Blick ins Jahr 2025. Daneben hält die Ausgabe spannende Unternehmensstories über RWE, Bilfinger, Leoni und Fraport bereit.

Im Rückblick wirken viele Zukunftsvisionen unfreiwillig komisch. Im Science-Fiction-Drama Blade Runner wird beispielsweise ein Bild vom Los Angeles im Jahre 2019 gezeichnet, das mit der Realität in gut einem Jahr wenig gemein haben dürfte. Und auch Stanley Kubricks Meisterwerk „2001: Odyssee im Weltraum“ spiegelte nicht die Realität der Jahrtausendwende wider. Die Inhalte der beiden Filme sind mit Themen wie Künstliche Intelligenz aber hochaktuell. Keine Frage: Auch wenn sie selten Realität an dem jeweils prognostizierten Zeitpunkt sind, regen Visionen und Utopien zum Denken an.

Deswegen haben auch wir in der neuen FINANCE den Blick nach vorne gewagt. Kernfrage: Wie wird der CFO im Jahr 2025 Technologien wie Blockchain, Big-Data-Analysen oder Künstliche Intelligenz einsetzen, die heute noch in der Erprobungsphase sind? Wir haben dabei kein radikales Szenario zugrunde gelegt: Fintechs haben Banken nicht abgelöst, die Geldhäuser sind im Kapitalmarktgeschäft aber ein Stück weit zu Plattformbetreibern geworden.

FINANCE wagt einen Blick in die Zukunft

Ein weiterer Trend, der sich heute bereits andeutet: Nahezu alle Transaktionen werden in Zukunft in Echtzeit möglich sein – sowohl durch die Blockchain-Technologie als auch im Zahlungsverkehr mit der Einführung von Instant Payments noch in diesem November. Wie mit allen technologischen Neuerungen der vergangenen Jahre – von der Einführung des Internets bis zum Siegeszug der Smartphones – werden sich auch CFOs positionieren müssen.

Wir haben die neuen Technologien am Beispiel eines M&A-Deals, des Jahresabschlusses und einer Krise in der Lieferkette durchgespielt. Teilen Sie unsere Vision, oder halten Sie diese eher für eine Halluzination? Schreiben Sie mir gerne Ihre Einschätzung.

Verständnisprobleme zwischen CFO und Leiter IT

Einige Themen, die wir in der Titelgeschichte anschneiden, finden sich auch direkt in unserem Schwerpunkt Software & IT wider: Siemens experimentiert in seinen Shared Services Centers mit Robotics und Künstlicher Intelligenz. Letztere steckt zwar noch in den Kinderschuhen, erste Machbarkeitsstudien laufen aber. 

Dass CFOs und IT-Leiter im Alltag häufig aneinander vorbeireden, hat Wirtschaftsinformatiker Christopher Rentrop beobachtet. Warum das so ist und vor allem was man dagegen unternehmen kann, verrät er im Interview. Eine der Hauptsorgen der Finanzchefs ist derzeit allerdings Cybercrime, wie unser aktuelles CFO Panel gezeigt hat (dessen Ergebnisse übrigens auch in der neuen Ausgabe dargestellt sind). Der Aufmacher-Artikel des Schwerpunkts beschäftigt sich mit den Bedrohungen und wie CFOs auf diese reagieren können.

IT und Finanzen können und sollten sich stärker in ihr Gegenüber hineinversetzen. 

Christopher Rentrop

IT-Sorgen bei Bilfinger und Leoni

IT-Sorgen hat auch Bilfinger. Nach Jahren des ungezügelten Wachstums durch Akquisitionen ist in diesem Feld ein regelrechter Wildwuchs entstanden. Aber das ist nicht die einzige Herausforderung: Nach einem schlecht gemangten Umbau in den vergangenen Jahren ist der Mannheimer Baukonzern zu einem Synonym für Gewinnwarnungen geworden. Auch der seit rund einem Jahr amtierende Finanzchef Klaus Patzak ist davor nicht gefeit, wie im vergangenen Juli wieder klar wurde, als Altlasten im US-Geschäft die Prognose verhagelten. Wie er die Geister der Vergangenheit vertreiben und den Konzern wieder in die Spur bringen will, verrät Patzak in der neuen FINANCE. 

Gewinnwarnungen, Betrugsattacken und dann auch noch ein IT-Lizenzproblem – bei Leoni lief vieles nicht rund, seit Dieter Bellé 2015 das CEO-Amt übernommen hat. Der ehemalige CFO musste sich mit einer Reihe von Pannen herumschlagen, die zum Teil hausgemacht waren. Mitten in die Recherche platzte die Nachricht, dass Bellé Anfang 2018 den Konzern verlassen wird. Wirklich verwundern tut dies angesichts der Pannenserie nicht, die wir für Sie noch einmal detailliert festgehalten haben. Beobachter vermuten sogar, dass intern an Bellés Stuhl gesägt wurde, die Fortüne früherer Zeiten hatte den CFO des Jahres 2008 jedenfalls zuletzt verlassen.

RWE-CFO über Beinahe-Aus und Innogy-Abspaltung

Bei Leoni stand trotz einiger Probleme allerdings nie die Existenz auf dem Spiel. Ein anderes Bild gab in den vergangenen Jahren RWE ab: Nach dem Fukushima-Desaster und der unausgegorenen Energiewende brach der Aktienkurs des Essener Stromkonzerns ein. Nicht wenige zweifelten am Überleben des Konzerns. Einblicke in die Nahtod-Erfahrungen und den Befreiungsschlag durch die Abspaltung von Innogy gibt CFO Markus Krebber, der sich vor kurzem auch bei FINANCE-TV äußerte. Der CFO will zukaufen – ob wie erwartet auch Uniper-Teile dazugehören werden, wollte Krebber leider nicht kommentieren.

Last, but not least: Die Kongressmesse Structured FINANCE steht vor der Tür: Schon nächste Woche, am 8. und 9. November, treffen sich über 2.000 CFOs, Treasurer, Banker und Technologiespezialisten in der Stuttgarter Messe. Einen guten Vorgeschmack auf die neue Ausgabe bietet die Sonderbeilage Structured FINANCE mit zahlreichen Gastbeiträgen. Viel Spaß dabei!

Die neue FINANCE

Was Jörg Eicker als CFO zu Fortuna Düsseldorf brachte, wie Fraport in einem über zehn Jahre dauernden Prozess mehrere griechische Flughäfen übernahm und warum es derzeit bei Handelsfinanzierungen von Mittelständlern hakt – diese und viele weitere Themen finden Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder als E-Paper beziehen können.