Die Coronakrise trifft fast alle Branchen – FINANCE zieht eine erste Zwischenbilanz der Viruskrise.

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07.05.20
CFO

Der Corona-Schock: Eine Zwischenbilanz der Viruskrise

Langsam starten die Lockerungsmaßnahmen, die Wirtschaft befindet sich aber weiter fest im Griff der Coronakrise. Das neue FINANCE-Magazin zieht eine Zwischenbilanz des Corona-Schocks und wagt einen Ausblick für zentrale Corporate-Finance-Felder.

Das Coronavirus hat die gesamte Wirtschaft erschüttert: Manche Branchen wie die Luftfahrt und Touristik sind besonders schwer getroffen, ungeschoren kommen die wenigsten davon. Auch die allermeisten Finanzchefs hat die Krise kalt erwischt, sie stellt für CFOs derzeit die größte exogene Gefahr dar, wie etwa das aktuelle CFO Panel von FINANCE und Horváth & Partners ergeben hat. Seit dem Start der Umfrage im Jahr 2011 gab es keine schlimmere Bedrohung.

Liquidität sichern und Finanzierungen ausbauen waren in den vergangenen Wochen erste CFO-Pflicht. Unsere Titelgeschichte wirft ein Schlaglicht darauf, wie sich die Finanzierungskonditionen binnen kürzester Zeit verschlechtert haben – und warum das dicke Ende erst noch kommt.

Kein Magazin in 20 Jahren FINANCE war so von einem Thema geprägt wie die aktuelle Ausgabe – nicht mal in Zeiten der Finanzkrise 2008/09, wie unser FINANCE-Flashback zeigt. CFO-Interviews und Portraits, Branchenanalysen und geballtes Research analysieren die Auswirkungen der Coronakrise für unsere Leser. Das alles können Sie heute schon im E-Paper nachlesen.

Ultimativer Stresstest für die Bankbeziehungen

Unter Stress steht jetzt die Beziehung zu den Hausbanken. Um deren Stabilität muss man sich angesichts einer möglichen Welle fauler Kredite Sorgen machen. „Man glaubt zu wissen, was auf die Banken zukommt“, betont Thomas Schnarr, Partner bei Oliver Wyman, im Gespräch mit FINANCE. „Diese Kontrollillusion haben wir momentan.“ Bislang steuern Politik und Bankaufseher intelligent gegen einen neue Finanzkrise an. Welche Maßnahmen das genau sind und ob sie reichen, haben wir für Sie recherchiert.

„Man glaubt zu wissen, was auf die Banken zukommt.“

Thomas Schnarr, Partner, Oliver Wyman

Durch die Coronakrise ist speziell eine Bank ins Rampenlicht gerückt: die altehrwürdige KfW. Kämpfte die Staatsbank vor kurzem in Zeiten negativer Zinsen noch um Relevanz im Fördergeschäft, ist sie auf einmal wieder wichtigster Ansprechpartner für Konzerne und Mittelständler. Warum besonders KfW-Chef Günther Bräunig krisenerprobt ist, erfahren Sie im Portrait. 

CFOs von Adidas, Airbus & Co. werden Krisenmanager

Auch viele CFOs sind jetzt als Krisenmanager gefragt. Dazu zählen beispielsweise die Finanzchefs von Airbus, Daimler, Adidas und Galeria Karstadt Kaufhof. Jetzt zeigt sich, wer in guten Zeiten vorgesorgt und wer die Finanzen womöglich etwas blauäugig gesteuert hat. Auch bei den Kommunikations-Skills schlagen sich die vier CFOs ganz unterschiedlich gut. Wie genau? Diese Frage lösen wir im Magazin auf.

Noch heftiger ist die Lage, wenn mitten in der Krise ein Finanzkapitän von Bord geht. So geschehen bei der Lufthansa, wo CFO Ulrik Svensson krankheitsbedingt zurückgetreten ist. In einer Branchenübersicht werfen wir ein Schlaglicht auf die angeschlagene Luftfahrt- und Touristikindustrie. Hier kann nur noch der Staat stützen – in diesen Stunden ringt Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit verschiedenen Regierungen um eine Lösung. Zum Glück kann er sich auch ohne CFO auf ein sehr erfahrenes Finanzteam verlassen, das die Kranich-Airline schon seit Jahrzehnten kennt. Eine Analyse zu den Branchen vor dem Abgrund liefert die neue Ausgabe.

Mai/Juni 2020

Der Corona-Schock

Wie Finanzchefs die Viruskrise überstehen
 

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Drägerwerk: Herausforderungen eines Krisengewinners

Man darf aber auch nicht verschweigen, dass es auch abseits von Amazon und Co. Krisengewinner gibt. Dazu gehört das Lübecker Drägerwerk. Der Aktienkurs des Herstellers von Schutzmasken und Beatmungsgeräten hat sich von Jahresbeginn bis Ende März glatt verdoppelt – und steht nach einigen Gewinnmitnahmen derzeit immer noch deutlich im Plus.

„Wir müssen jetzt sehr schnell Entscheidungen treffen, die nicht nur finanzielle, sondern auch humanitäre Folgen haben.“

Gert-Hartwig Lescow, CFO, Drägerwerk

Denken Sie nicht, dass das den CFO-Job leichter macht! „Wir müssen jetzt sehr schnell Entscheidungen treffen, die nicht nur finanzielle, sondern auch humanitäre Folgen haben“, sagte uns CFO Gert-Hartwig Lescow, der seine Karriere 1995 bei McKinsey begann und seit 2008 Finanzvorstand bei Drägerwerk ist. Notfallpläne im Treasury aus der Schublade holen, Controlling umstellen, Working Capital granularer managen – wie Lescow die Coronakrise angeht, steht im neuen Magazin.

Überhaupt hat die Krise auch Auswirkungen auf das Jobprofil des CFOs. Jetzt gefragt sind Managerinnen und Manager, die am besten bereits mehrere Krisen durchgestanden haben. Und die wissen, wie wichtig nun die Kommunikation mit Mitarbeitern und anderen Stakeholdern ist. „Die Mitarbeiter sind schon verunsichert genug: Viele gehen in Kurzarbeit und wissen nicht, wie es weitergeht. Der CFO muss seinen Leuten die Unsicherheit nehmen“, meint etwa Paul Taaffe vom Personalberater FINANCE People Solutions. Graues Haar statt Hipster-Bart sind jetzt angesagt, wenn man es besonders zuspitzen möchte.

Schaltbau-CFO Dippold muss erneut restrukturieren

Besser passen als Restrukturierung könnte momentan wohl kein anderes Thema in unserem Themenschwerpunkt. Als wir das im vergangenen Jahr geplant haben, sind wir zwar schon von einer schwächeren Konjunktur und deutlich mehr Krisenfällen ausgegangen. Dass es so heftig kommen würde, konnte aber keiner wissen. Natürlich dominiert auch bei Unternehmenssanierungen die Coronakrise. Wir haben für sie aufgeschrieben, mit welchen Maßnahmen der Staat nun Unternehmen stützt und an welche Grenzen die Firmen trotzdem stoßen.

Bitter ist es, wenn man seine Restrukturierung gerade erst abgeschlossen hat und dann die Coronakrise zuschlägt. So ergeht es derzeit Thomas Dippold : „Ich bin seit 2017 Schaltbau-CFO, und die Phase bis zum Sommer 2019 war geprägt von der Restrukturierung“, erzählt der Finanzvorstand im Interview. Die Coronakrise zeige jetzt, wie wichtig diese Neuaufstellung gewesen sei. „Wenn diese uns mitten in der Restrukturierungsphase erwischt hätte, wäre es für Schaltbau sicherlich sehr schwer geworden“, räumt Dippold ein. Ein Blick in den Distressed M&A-Markt und unser aktuelles Restrukturierungsbarometer runden den Themenschwerpunkt ab.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

„Der CFO muss seinen Leuten die Unsicherheit nehmen.“

Paul Taaffe, Geschäftsführer, FINANCE People Solutions

Wie sechs CFOs mit der Herausforderung Home Office umgingen, warum ING-Ökonom Carsten Brzeski an einen schnellen Aufschwung glaubt und wie die zehn Thesen der FINANCE-Redaktion zu den Corona-Folgen lauten – diese und viele weitere Themen finden Sie ebenfalls in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder heute schon als E-Paper beziehen können.