Jedes Fintech träumt vom Einhorn-Status, also einer Bewertung jenseits der 1 Milliarde US-Dollar.

Arndt Benedikt

28.01.19
CFO

Die Fintech-Falle, grüne Finanzierungen und drei Sorgenkinder

Fintechs gibt es viele, aber nur wenige von ihnen haben Finanzchefs bisher wirklich überzeugt. Woran das liegt und wodurch sich das ändern könnte, zeigt die neue FINANCE-Titelgeschichte.

Ein Einhorn vor lilanem Hintergrund – niedlich. Für ein Finanzmagazin ist das aktuelle FINANCE-Titelbild optisch nicht unbedingt die klassische Assoziation. Das Cover hat aber einen knallharten wirtschaftlichen Hintergrund: Noch hat in Deutschland kein Firmenkunden-Fintech den großen Durchbruch geschafft. Vom Status eines „Unicorns“ – junge Tech-Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens 1 Milliarde US-Dollar – träumen die meisten Fintechs nur. Geschafft hat das bislang nur die Smartphone-Bank N26, allerdings im Privatkundengeschäft.

Dabei offerieren viele B2B-Fintechs spannende Technologien, machen Finanztransaktionen effizienter, sicherer und günstiger. Warum aber halten sich die meisten Finanzchefs dann bisher bei den Fintechs so zurück? Dieser Frage gehen wir in der Titelgeschichte „Die Fintech-Falle“ nach. Als empirischer Unterbau dient dabei unsere neue Studie „Liebe auf den dritten Blick“, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde und hier erhältlich ist.

Zarte Sprossen bei grünen Finanzierungen

Liebe auf den zweiten oder gar dritten Blick verbindet viele Unternehmen auch mit grünen Finanzierungen. Seit einiger Zeit werben Banken offensiv mit Instrumenten wie Green Bonds, grünen Schuldscheinen oder nachhaltigen Krediten. Nur die wenigsten CFOs und Treasurer griffen bisher zu – auch deshalb, weil sich bislang die (Preis-)vorteile kaum messen lassen.

„Uns geht es bei Green Finance nicht um Marketing.“

Carsten Knobel, CFO von Henkel

Doch inzwischen findet ein Umdenken statt. Der Henkel-Konzern hat vor kurzem einen Green Loan mit seinen Banken arrangiert, der Erneuerbare-Energien-Investor Encavis hat einen Green Schuldschein platziert, die DZ Bank einen Green Bond. Neben einer Marktanalyse finden Sie im Magazin Interviews mit den Vorständen dieser Häuser. „Uns geht es hier nicht um Marketing“, sagt etwa Henkel-CFO Carsten Knobel. „Der Kredit zeigt eher, wie ganzheitlich das Thema Nachhaltigkeit gesehen wird und dass diese Denkweise auch in der Finanzabteilung fest verankert ist.“

Restrukturierungen bei Steinhoff und Elring Klinger

Ein anderes zentrales Thema ist die Lage bei gleich drei kriselnden Großkonzernen. Bei dem schwer wankenden Möbelriesen Steinhoff ist nun XXXL-Lutz-Eigentümer Andreas Seiffert auf den Plan getreten und bedroht den mühsam ausgehandelten Restrukturierungsplan des Unternehmens. Was Seifferts Intervention bedeutet und bis wann die Steinhoff-Sanierer und ihre zahllosen Berater mit ihm eine Lösung finden müssen, verrät das neue Magazin.

Weniger dramatischer als bei Steinhoff, aber dennoch bedrohlich stellt sich die Lage bei Elring Klinger dar: Die Finanzrelationen verschlechtern sich stetig, die Profitabilität sinkt. Unsere Fazit: Das Management um CFO Thomas Jessulat muss sich sehr warm anziehen, will es seine Jobs behalten.

Bei einem anderen Krisenfall ist ein solcher Managementwechsel schon eingeleitet: Bei dem 3D-Druckerhersteller SLM Solutions räumt CFO Uwe Bögershausen das Feld. Wie groß die Gefahr bei SLM Solutions nach vier Gewinnwarnungen in Folge ist, analysieren wir in einer ausführlichen Unternehmensgeschichte.

Januar/Februar 2019

Die Fintech-Falle

Warum sich Technologie-Start-ups mit Firmenkunden so schwertun
 

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Rückblick auf die Structured FINANCE

Die Finanzierung für schwierige Zeiten sichern ist auch eines der Kernthemen der Structured FINANCE. Im Magazin blicken wir zurück auf die vergangene Veranstaltung in Stuttgart, die sowohl hinsichtlich der Anzahl der Teilnehmer als auch der Workshops alle bisherigen Rekorde brach. Im Portrait stellen wir Konstantin Sauer vor, unseren CFO des Jahres 2018. Das Portrait erzählt, wie der „stille Revolutionär“ seine Finanzabteilung und den gesamtem ZF-Konzern umgekrempelt hat – und was die die schwerste Stunde in seinem ganzen Berufsleben war.

„Die EZB hat in den vergangenen Jahren Rettungspolitik gemacht und nicht Geldpolitik.“

Hans-Werner Sinn, Ökonom

Eine Bildstrecke mit den Highlights und ein Bericht über das On-Stage-Interview mit Star-Ökonom Hans-Werner Sinn runden den Structured-FINANCE-Rückblick ab. Insbesondere Sinn kam beim Publikum gut an – auch weil der gut aufgelegte Ökonom mit Kritik an den Zentralbanken nicht sparte: „Die EZB hat in den vergangenen Jahren Rettungspolitik gemacht und nicht Geldpolitik.“ Eine Zinserhöhung, das wurde in den vergangenen Tagen klar, wird es wohl auch 2019 nicht geben.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Wie CFO Frank Fiedler die VW-Finanzsparte neu aufgestellt hat, was der LEG-Immobilien-CFO Eckhard Schultz aus dem Olympia-Finale in seine Finanzkarriere mitgenommen hat und warum Banken im Firmenkundengeschäft jetzt auf agil machen – diese und viele weitere Themen finden Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder heute schon als E-Paper beziehen können.