Trotz weltweiter Krisenherde ist die Stimmung unter Deutschlands CFOs so gut wie schon lange nicht mehr.

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07.04.14
CFO

FINANCE CFO-Panel: CFOs optimistisch wie selten

Die Krise in der Ukraine und in den Schwellenländern sorgt bei Finanzvorständen in deutschen Unternehmen nicht für Kopfzerbrechen. Im Gegenteil: Deutsche CFOs waren lange nicht mehr so optimistisch wie heute. Doch die Prioritäten verschieben sich.

Die Lage in der Ukraine spitzt sich täglich weiter zu. Und Schwellenländer rund um den Globus sorgen nach Jahren des Booms nicht mehr nur für gute Nachrichten. Diese Gemengelage hat Auswirkungen auf viele Unternehmen in Deutschland, aber die Grundstimmung unter deutschen Finanzchefs ist weiter positiv. Zu diesem Ergebnis kommt die sechste Ausgabe des FINANCE CFO-Panel. An der Umfrage haben rund 90 Finanzvorstände deutscher Unternehmen teilgenommen.

Fast 80 Prozent der Unternehmen sehen sich trotz Internationalisierung offenbar (noch) nicht direkt von der Krise in den Schwellenländern  betroffen. Doch ein gutes Fünftel der Panelisten gibt an, dass die Krim-Krise ihr Geschäft direkt beeinflusst. Sogar etwas mehr spüren bereits, dass sich die Kapitalflucht aus den Schwellenländern insgesamt auf ihr Unternehmen auswirkt.

Doch trotz der guten Stimmung hat die Krise in den Schwellenländern bereits einige Finanzabteilungen in Deutschland erreicht. Am meisten machen den betroffenen CFOs dabei Wechselkursschwankungen zu schaffen. Rund 20 Prozent geben dies als die spürbarste Auswirkung der Krise in den Schwellenländern an. Knapp 13 Prozent der Umfrageteilnehmer beschäftigt der Wegfall von Absatzmärkten. Höhere Absicherungskosten beklagen jedoch nur knapp 6 Prozent. Kaum Bauchschmerzen verursacht den Panelisten offenbar ihre Lieferkette. Nur etwas mehr als 1 Prozent erlebt damit derzeit Schwierigkeiten.

Trotz der Wirren im Ausland schauen die Umfrageteilnehmer so optimistisch in die Zukunft wie noch nie seit Umfragebeginn im Herbst 2011. Mehr als die Hälfte der CFOs erwartet, dass sich ihre Geschäftsaussichten in den kommenden sechs Monaten „eher besser“ oder „sehr viel besser“ darstellen werden als momentan. Ein so hoher Wert ist in mehr als drei Jahren noch in keiner Befragung des FINANCE CFO Panel erreicht worden.

M&A rückt auf der CFO-Agenda nach vorne

Dieser Optimismus wirkt sich auch auf die Topprioritäten für den CFO aus. Zwar belegen wie im vergangenen Herbst Controlling und Finanzierungsstruktur unangefochten die Spitzenplätze, doch lassen die Teilnehmer den Krisenmodus weiter hinter sich. Stand bisher noch das Kostenmanagement für 16 Prozent der Panelisten weit oben auf der Prioritätenliste, trifft das jetzt auf weniger als jeden zehnten CFO zu.

Deutlich wichtiger geworden ist dagegen vor allem das Thema M&A – ein klares Anzeichen für eine Belebung am Markt. Für über 16 Prozent der Teilnehmer haben Zukäufe oberste Priorität. Vor gerade einmal sechs Monaten teilten diese Einschätzung nur verschwindend geringe 4 Prozent der CFOs. Als ebenfalls wichtiger empfinden sie jetzt den Bereich IT. Hier wirkt offenbar der NSA-Skandal immer noch nach.

Wenn Sie mehr über diese und weitere Themen der Frühjahrsumfrage erfahren wollen, können Sie die vollständigen Ergebnisse des FINANCE CFO Panels in unserem Research-Bereich oder direkt hier herunterladen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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