Der Finanzberater MLP trennt seine Segmente Finanzdienstleistung und Beratung.

MLP

21.02.17
CFO

MLP spaltet sich auf

Der Finanzberater MLP ändert seine Struktur: Das regulierte Geschäft mit Finanzdienstleistungen und das Beratungsgeschäft werden voneinander getrennt. Davon verspricht sich MLP eine bessere Finanzkraft – und den Aktionären steigende Dividenden.

Der MLP-Konzern baut um: Die Dienstleistungen, die bislang unter dem Dach der MLP gebündelt waren, werden künftig in zwei gesellschaftsrechtlich getrennten Gesellschaften liegen. Wie das Unternehmen am heutigen Dienstag mitteilte, wird eine Gesellschaft das regulierte Geschäft mit Bank- und Finanzdienstleistungen beherbergen. Das Makler- und Beratungsgeschäft wird dagegen in einer anderen Gesellschaft angesiedelt. Außerdem will MLP den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis enger fassen. Die regulatorischen Anforderungen an das Unternehmen sind hoch, da der Finanzdienstleistungsbereich als Kreditinstitut von der Bafin beaufsichtigt wird.

Durch die Bündelung der Bankaktivitäten will MLP sich neue Freiräume verschaffen. Durch die neue Struktur würden die freien aufsichtsrechtlichen Eigenmittel deutlich ansteigen, prognostiziert MLP. Bis Ende 2021 könnten sie sich schrittweise um bis zu 75 Millionen Euro erhöhen.

Mehr Eigenmittel eröffnen MLP neue M&A-Optionen

Der größere Spielraum bei den Eigenmitteln würde MLP auch strategisch neue Optionen eröffnen. Bereits seit einiger Zeit ist MLP aktiv auf der Suche nach Übernahmezielen. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen breiter aufgestellt. Der Umsatzanteil aus der Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten, die 2005 noch für 80 Prozent der Umsätze standen, ist auf 40 Prozent gesunken. Dafür hat das Management um CFO Reinhard Loose sich in der Vermögensverwaltung mit der Übernahme von Feri im Jahr 2006 gestärkt und das Geschäft mit Versicherungsmaklern durch die Übernahme von Domcura im Jahr 2015 ausgebaut.  Weitere Übernahmen könnten hinzukommen – mit dem vergrößerten finanziellen Freiraum durchaus auch gewichtige M&A-Deals. Außerdem deutet MLP steigende Dividendenausschüttungen an, die der verbesserte Finanzrahmen ermögliche.

Die Umstrukturierung kostet dem Unternehmen zufolge voraussichtlich 9 Millionen Euro, die als Einmalkosten im laufenden Jahr verbucht werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll unter Berücksichtigung der Einmalkosten im Jahr 2017 bei mindestens 36 Millionen Euro liegen, das wäre eine Steigerung von 17 Prozent gemessen an dem Geschäftsjahr 2015 (30,7 Millionen Euro). Für das Jahr 2016 hat MLP noch keine Zahlen vorgelegt.

MLP fährt bereits ein Sparprogramm

Ein Kostensparprogramm hätte eigentlich von 2017 an für deutlich höhere Ebit-Zahlen sorgen sollen, doch die Einmalkosten für den Umbau stehen dem nun gegenüber. Zu Beginn des Jahres 2016 hatte MLP dieses Programm aufgelegt, um die anfallenden Kosten vom Geschäftsjahr 2017 an deutlich zu reduzieren. Es sollte im Vergleich zum Jahr 2015 einen positiven Ebit-Effekt von rund 15 Millionen Euro bringen. Für das Geschäftsjahr 2016 rechnete MLP mit Einmalaufwendungen von 15 Millionen Euro, die diesen Effekt zunächst zunichte machen.

Die neue Struktur muss MLP nicht nur mit dem eigenen Aufsichtsrat, sondern auch mit der Bafin abstimmen. Die Umsetzung erwartet CFO Loose daher erst für das Frühjahr 2018.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

CFO Loose wechselte 2011 von der Mercedes-Benz Bank zu dem Finanzberater MLP. Alle weiteren Karrierestationen finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Reinhard Loose.