Rohstoffpreise im Keller: Die Stabilität von Unternehmen, Banken und Staaten ist gefährdet.

Arndt Benedikt

11.03.16
CFO

Rohstoffpreise: Das systemische Risiko ist zurück

Seit Monaten fallen die Preise vieler Rohstoffe. Die Lage ist bedrohlich: Banken befürchten Kreditausfälle, Staaten die Pleite, Unternehmen die Zerschlagung. Die neue FINANCE-Ausgabe zeigt die größten Risiken auf und gibt einen Ausblick, wie es weitergehen wird.

Die Lage an den Rohstoffmärkten ist für CFOs so unübersichtlich wie selten zuvor. Die Preise wichtiger Rohstoffe fahren Achterbahn. Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen wieder etwas angezogen und ist auf über 40 US-Dollar je Barrel gestiegen. Anfang Januar stand er zeitweise noch bei weniger als 30 US-Dollar, doch inzwischen mehren sich die Gerüchte, dass konzertierte Gegenmaßnahmen der Ölförderländer anstehen. Die Baisse trifft nicht nur Öl – fast alle Rohstoffe wie Nickel, Eisenerz oder Kupfer haben eine lange Talfahrt hinter sich. Neben den positiven Wirkungen für Industrie und Verbraucher mehren sich aber auch die Sorgen. Bei weitem nicht alle Unternehmen profitieren von günstigen Commodity-Preisen. Siemens, BASF und ThyssenKrupp gehören beispielsweise nicht dazu.

Für CFOs ist die Entwicklung aus mehrerlei Gründen unangenehm. Zunehmend geraten Staaten in Bedrängnis, deren Sozialprodukt vor allem an den Rohstoffen hängt. Diese Entwicklung trifft viele exportierende Unternehmen, nicht ohne Grund warnte das Ifo-Institut jüngst vor einem Rückgang der Ausfuhren. Neben den Staaten geraten auch Banken unter Druck, die Rohstoffe und rohstoffnahe Unternehmen finanziert haben. Last but not least sind besonders die rohstoffverarbeitenden Unternehmen betroffen, die hoch verschuldet sind. Für einige – siehe den Schrottrecycler Scholz  – dürfte eine Erholung der Preise zu spät kommen, wenn der finanzielle Spielraum nicht ausreicht.

Wie gehen CFOs mit der Lage um? Sind die Banken nach den Regulierungen der vergangenen Jahre  besser auf einen Rohstoff-Crash vorbereitet? Erholen sich die Preise in absehbarer Zeit wieder – und wenn ja, wie schnell? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie in der Titelgeschichte der neuen FINANCE-Ausgabe.

Mann+Hummel: Emese Weissenbachers spannende Vita

Weniger Turbulenzen erlebt zur Zeit Mann+Hummel. Das Unternehmen gehört zu den Hidden Champions der deutschen Wirtschaft, ein schwäbischer Automobilzulieferer, wie er im Buche steht. Im vergangenen Herbst haben die  Ludwigsburger nochmal einen Gang hoch geschaltet und die Filtrationssparte des US-Unternehmens Affinia übernommen. Um den Deal zu finanzieren, platzierte Mann+Hummel ein rekordverdächtiges Schuldscheindarlehen über 1,1 Milliarden Euro. Grund genug, mit der neuen Finanzchefin Emese Weissenbacher zu sprechen.

Für das Interview haben wir Weissenbachers Lieblingscafé in der Ludwigsburger Innenstadt gewählt. Dabei stellte sich schnell heraus, wie spannend der Lebenslauf von Emese Weissenbacher ist. Sie kam erst mit Anfang zwanzig ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland, musste ein neues Studium abschließen und die Doppelrolle einer arbeitenden Mutter bewältigen. Bei Mann+Hummel stieg sie zunächst als Praktikantin ein und arbeitete sich Schritt für Schritt die Karriereleiter empor.

Ihr Fleiß und ihre Intelligenz wurden belohnt: Seit vergangenem Jahr ist sie eine der wenigen Frauen mit CFO-Posten. Bei FINANCE verrät sie, wie sie zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ steht und welches Ihre Meinung zur Integrationsdebatte ist. Ihr Weg ist sicher auch interessant für diejenigen, die bei den Neuankömmlingen vor allem die Risiken und nicht die Chancen sehen.

Der Aufstieg und Fall von German-Pellets

Ganz eng verfolgte FINANCE-Online in den vergangenen Monaten die Krise von German Pellets – bereits in einem frühen Stadium, bevor sich viele andere Medien auf den Fall stürzten. Eine detaillierte Chronologie von Aufstieg und Fall des Brennstoffherstellers und eine ausführliche Analyse der Hintergründe finden Sie in der neuen FINANCE.

Dabei wird klar: Das Unternehmen von Gründer Peter Leibold glänzte sicher nicht mit Transparenz, die Finanzierungsstrategie war mehr als fragwürdig. Erstaunlich erscheint im Nachhinein aber, wie wenige Anleger genauer hinschauten – vielen schienen mit warmen Worten und der Aussicht auf hohe Kupons zufrieden zu sein. Dabei gab es früh Warnsignale, wie FINANCE herausgefunden hat. Inzwischen hat auch der Letzte begriffen: Wie German Pellets ist der Markt für Mittelstandsanleihen am Ende. Ähnlich wie die Mezzanine-Programme ist der Hype um die Mini-Bonds wieder ein Beispiel für eine interessante Finanzinnovation, die letztlich grandios zu scheitern droht. Merken Sie sich, wo Sie es zuerst gelesen haben!

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Diese und viele weitere Themen erwarten Sie in der neuen Ausgabe, die Sie hier bestellen oder als E-Paper beziehen können.