So hätte das Logo der „Deutschen Commerz“ aussehen können. Doch die Fusionspläne sind jetzt passé.

Arndt/Benedikt

02.05.19
CFO

So bewerten Finanzchefs das Scheitern der „Deutschen Commerz“

Die „Deutsche Commerz“ ist seit kurzem Geschichte. „Gut so“, meinen viele Finanzchefs, die FINANCE für die aktuelle Titelgeschichte befragt hat. Diese verrät auch, welche Banken sich 2019 in den Top 10 des Firmenkundengeschäfts festgesetzt haben.

Jäh kam das Ende der „Deutschen Commerzbank“: Nachdem sich die Gerüchte über das Scheitern der Fusion zuvor verfestigt hatten, sahen sich die deutschen Spitzeninstitute gezwungen, zu reagieren. Am Donnerstag nach Ostern versendeten Deutsche und Commerzbank fast gleichlautende Statements ihrer Vorstandsvorsitzenden. In Kürze: Passt nicht, geht nicht, das Projekt ist gescheitert.

Im Vorfeld waren zahllose kritische Stimmen laut geworden, besonders von den Mitarbeitern. Mehrere 10.000 Arbeitsplätze wären in Gefahr gewesen. Erstaunlich, dass sich ausgerechnet der sozialdemokratische Finanzminister Olaf Scholz für den „Nationalen Champion“ stark gemacht hat.

Aber was sagen eigentlich die Firmenkunden zur Absage der potentiellen Fusion der deutschen Top-Privatbanken? Überwiegend Gutes: CFOs, Finanzleiter und Treasurer begrüßen die Absage der Fusion, denn sie waren im Vorfeld extrem skeptisch. Das ist ein zentrales Ergebnis der Umfrage, die FINANCE im April unter über 150 Finanzentscheidern durchgeführt hat. Aber worin liegen die Gründe? Bewerten die Finanzchefs eine mögliche Super-Landesbankenfusion positiver? Und wer ist überhaupt die Nummer 1 im deutschen Firmenkundengeschäft? Mehr dazu lesen Sie in der neuen FINANCE, die heute bereits als E-Paper erhältlich ist.

Die Gehälter der Top-CFOs

Ausgerechnet der Finanzvorstand der Deutschen Bank hat sich an die Spitze des Gehälterrankings gesetzt, das Willis Towers Watson exklusiv für FINANCE angefertigt hat. Schlechte Aktienkursentwicklung und dennoch Top-Gehalt? Worin die Gründe für James von Moltkes Gehaltsanstieg liegen, erfahren Sie in unserer Analyse.

„Eine klar ablesbare, erfolgsabhängige Entwicklung der Bonuszahlung ist wünschenswert.“

Ralph Lange, Willis Towers Watson

Doch selbst wenn es Gründe für von Moltkes Gehaltsanstieg geben mag, lässt sich dies vor dem Hintergrund der Misere der Deutschen Bank kaum rechtfertigen. „Eine klar ablesbare, erfolgsabhängige Entwicklung der Bonuszahlung ist grundsätzlich wünschenswert“, findet Vergütungsexperte Ralph Lange von Willis Towers Watson. „Die Vergütung sollte mit der Performance der Unternehmen atmen.“ Noch nicht jedes Unternehmen bekommt diese Verbindung gut hin.

Geas Herausforderungen und Senvions Misere

Ähnlich schwach wie die der Deutschen Bank war auch die Performance des Anlagenbauers Gea in den vergangenen zwei, drei Jahren. Die Schuld dafür geben Beobachter vor allem dem scheidenden Management: Gea-Boss Jürg Oleas ist schon weg, Finanzchef Helmut Schmale geht im Mai. Ihre Nachfolger erhalten an der Börse Vorschusslorbeeren. Sind diese gerechtfertigt? Warum CEO Stefan Klebert und der von Klöckner & Co. kommende CFO Marcus Ketter als Powerduo durchgehen, zeigt unsere Analyse.

Weitaus vertrackter als bei Gea ist die Lage bei Senvion. Selbst erfahrenste Manager konnten den Hamburger Windanlagenbauer nicht mehr vor der Pleite retten. Mit dem Zugang von CFO Hans Jürgen Wiecha im Februar verbanden einige Beobachter die Hoffnung, der erfahrene Sanierer könne das Ruder noch herumreißen. Doch der krisenerprobte CFO weiß auch, wann man die Reißleine ziehen muss. Das hat er getan. Alle Hintergründe dazu im Artikel „Vom Winde verweht“.

Die Autobranche fährt mit vollem Tempo in die Krise

Insolvenzen (und wie man sie vermeidet) sind auch das Thema des Schwerpunkts in der neuen Ausgabe. Im Fokus ist momentan besonders eine Branche: die Automobilindustrie. Zunächst wird die Krise aber nicht die großen Hersteller treffen, sondern kleine mittelständische Zulieferer der Zulieferer, hat eine FINANCE-Umfrage erbracht, deren Ergebnisse wir im Magazin vorstellen.

„Auf die Autobranche könnte ein perfekter Sturm zukommen“, meint Thomas Sittel, Restrukturierungsexperte bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Das Problem: Hoher Investitionsbedarf paart sich mit wegbröckelnden Margen. So fehlt das Geld für Forschung und Entwicklung. „Einige Finanzchefs wird dieser Spagat vor große Herausforderungen stellen“, glaubt Sittel.

Wer den Deloitte-Experten und weitere Experten live erleben möchte, kann dies auf der 13. Distressed Assets-Konferenz am 17. Mai in Frankfurt am Main tun.

„Auf die Autobranche könnte ein perfekter Sturm zukommen.“

Thomas Sittel, Deloitte

Wie sich Finanzchefin Helene von Roeder gegen das schlechte Image von Vonovia wehrt, was „moderne Nomaden“ im CFO-Job verloren haben und warum D&O-Versicherungen in der Klemme stecken – diese und viele weitere Themen finden Sie ebenfalls in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder heute schon als E-Paper beziehen können.