Bayer kauft Monsanto: CFO Johannes Dietsch muss bis zum Closing Ende 2017 noch viele Herausforderungen bewältigen.

Illustration: Arndt Benedikt

10.11.16
CFO

Wie Bayer-CFO Dietsch den Monsanto-Deal meistern will

Der Kauf von Monsanto birgt zahlreiche Risiken für Bayer. CFO Johannes Dietsch erklärt in der neuen FINANCE-Ausgabe, wie die Leverkusener die Herausforderungen stemmen wollen.

Seit Mitte September steht fest: Bayer wird Monsanto kaufen. CFO Johannes Dietsch hat bereits ganze Arbeit geleistet: Anfang Oktober gelang die Syndizierung des milliardenschweren Bayer-Kredits. Dennoch stehen zahlreiche Herausforderungen noch bevor. Dazu gehören eine Rekordkapitalerhöhung über 19 Milliarden US-Dollar und Anleiheplatzierungen über 28 Milliarden US-Dollar. Im Gespräch mit FINANCE zeigte sich der CFO zuversichtlich, die Transaktion sauber bis zum Closing, das für Ende 2017 erwartet wird, zu gestalten. Der Kauf von Monsanto sei „allen anderen Kombinationen überlegen“, hält er den Skeptikern des Mega-Deals entgegen. Wie er dabei genau vorgehen will, erfahren Sie in der Titelgeschichte der neuen FINANCE-Ausgabe.

Nur eine gute Autostunde entfernt von Leverkusen ist die Evonik-Zentrale in Essen. Auch dort haben die Unternehmenslenker einen wichtigen Deal eingefädelt: den Kauf der Spezialadditiv-Sparte des US-Konzerns Air Products. CFO Ute Wolf, eine der wenigen weiblichen Top-CFOs in Deutschland, ist bereits einen Schritt weiter als Dietsch. Der Spezialchemiekonzern konnte im August Anleihen über 1,9 Milliarden Euro platzieren – und musste für die Tranche mit der kürzesten Laufzeit nicht einmal Zinsen zahlen. Wie es dazu kam und warum Ute Wolf das Zinsumfeld dennoch nicht ausschließlich positiv einschätzt, hat sie FINANCE im Interview verraten.

CFOs werden zu Dealmakern

Keine Frage: Immer stärker mischen deutsche Finanzchefs im M&A-Geschehen mit. Nicht selten sitzen in den Vorständen CEOs, die selbst einmal CFOs waren. Das ergibt Sinn: Bei den milliardenschweren Transaktionen kann es nicht schaden, wenn gleich zwei Top-Manager die Sprache der Finanzmärkte beherrschen. Das gilt auch für das E.on-Spinoff Uniper: CFO Christopher Delbrück berichtet in FINANCE über die Herausforderungen des Börsengangs. Mit Klaus Schäfer als CEO war daran auch der ehemalige E.on-CFO beteiligt.

Einen ausgesprochen Fight lieferten sich verschiedene deutsche Industrieunternehmen um Haldex. Mit ZF Friedrichshafen, SAF Holland und der Münchener Knorr-Bremse haben gleich drei Konzerne um den schwedischen Automobilzulieferer gekämpft. FINANCE hat analysiert, wer momentan die besten Karten hat. ZF-CFO Konstantin Sauer erläutert zudem im Interview, wie die Schweden überhaupt auf dem Radar der Oberschwaben gelandet sind und wie viel finanziellen Spielraum für Zukäufe ZF nach der TRW-Übernahme überhaupt noch bleibt. 

Scope will Ratingoligopol brechen

Gerade wenn sich Konzerne wie ZF, Bayer oder Evonik für Übernahmen neu verschulden, spielen die Noten der Ratingagenturen eine enorme Rolle. Dabei sind CFOs häufig nicht zufrieden: Die Urteile der Bonitätswächter und ihre Preisgestaltung stoßen immer wieder auf geharnischte Kritik, zuletzt im Jahr 2012, als zahlreiche große Konzerne einen Brief an Standard & Poor‘s verfassten.

Tempi passati. Inzwischen ist der Adressat der damaligen Kritik, Torsten Hinrichs, zur Berliner Ratingagentur Scope gewechselt, eine ganze Reihe renommierter Analysten mit ihm. Die Kritik hat offenbar gefruchtet: Scope will den angelsächsischen Ratingagenturen Paroli bieten. BASF, Linde, Merck und die Lufthansa konnte Scope schon überzeugen. Aber reicht das auch? Um eine etablierte Ratingadresse zu werden, werden die Berliner einen langen Atem brauchen. Scope-Chef Florian Schoeller hat FINANCE-Redakteurin Desirée Backhaus in der Zentrale am Potsdamer Platz exklusiv verraten, wie er das Kapital stärken möchte. Moody’s & Co. werden das sicher interessiert verfolgen.

Die Roboter kommen

„Wir sind auf alles programmiert, und was du willst, wird ausgeführt“. Diese Zeile aus dem Kraftwerk-Song „Die Roboter“ ist bereits 1978 auf dem Album „Die Mensch-Maschine“ erschienen und dennoch hochaktuell. „Robotics“ ist das Schlagwort der Stunde, geht es um die weitere Automatisierung der Finanzabteilung. Was es damit auf sich hat und wo man es einsetzen kann, erfahren Sie im Text von Sabine Reifenberger.

Überhaupt spielt Technologie in der neuen FINANCE-Ausgabe eine so große Rolle wie nie zuvor. Software ist vom Nischen- zum absoluten Querschnittsthema in der Finanzabteilung geworden. Das zeigt sich besonders am neuen Accountingstandard IFRS 15: Ohne die frühzeitige Einbindung der IT-Abteilung funktioniert die Umstellung nicht. Aber auch die Frage, warum CFOs noch Berührungsängste mit Fintechs haben – und welche Risiken durch den Chefbetrug drohen, erfahren Sie im Schwerpunkt der Ausgabe.

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Noch mehr zu aktuellen Finanzierungs- und Technologiethemen können Sie live auf unserer Konferenz Structured FINANCE erfahren, die in den vergangenen Jahren auf ein neues Rekordniveau gewachsen ist. Fast 2.000 CFOs, Treasurer, Banker, Berater und Technologieanbieter treffen sich am 23. und 24. November in der Stuttgarter Messe am Flughafen.

Einen guten Vorgeschmack auf die Inhalte, die in den zahlreichen Roundtables diskutiert werden, bietet die Sonderbeilage der aktuellen FINANCE-Ausgabe: Ob Schuldschein, syndizierte Kredite, Anleihen, Trends im Treasury- und Cash Management oder Fragen zur Karriere im Finanzbereich – auf über 90 Seiten erhalten Sie einen exzellenten Überblick.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Die neue FINANCE

Wie Uniper-CFO Christopher Delbrück den Börsengang gemeistert hat, welche Rolle Scope Ratings in Zukunft spielen möchte oder welche Bedrohungen sich durch Cybercrime ergeben, erfahren Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder hier als E-Paper beziehen können.