Zentis

18.06.12
CFO

Zentis-CFO: „Kreditaufnahme sehr gering“

Zentis-CFO Jansen baut bei der Finanzierung auf den Cashflow und das Eigenkapital des Familienunternehmens. Vom Kapitalmarkt will er derzeit auch bei größeren Investitionen noch nichts wissen, auch wenn die Markenbekanntheit des Fruchtverarbeiters bei einer Emission helfen dürfte.

Stephan Jansen will im Moment zwar noch nicht an den Kapitalmarkt gehen. Trotzdem ist der Zentis-CFO aber schon für diesen Fall gerüstet, die entsprechenden Unterlagen sind bereits vorbereitet. „Wir sind bei Finanzierungsfragen offen, so dass auch Schuldscheine oder Mittelstandsanleihen in Frage kommen", erklärt Jansen gegenüber FINANCE. Unterschiedliche Konzepte würden schon in der Schublade liegen, falls bei dem Fruchtverarbeiter aus Aachen einmal eine wirklich große Investition anstehe. Für Zentis als verbrauchernahes Unternehmen mit einer hohen Markenbekanntheit in Deutschland dürfte es relativ leicht sein, institutionelle Investoren und Privatanleger anzusprechen. Die Mittelstandsanleihen von Valensina, Underberg, Katjes und Seidensticker an der Börse Düsseldorf haben gezeigt, dass sich Unternehmen mit hoher Markenbekanntheit leichter bei der Anleiheplatzierung tun als Mittelständler, deren Marke nicht so geläufig ist.

Die nächste große Investition, den Aufbau eines zweiten Werks für Fruchtzubereitungen in den USA, will Zentis laut Jansen vollständig über das dort bereits vorhandene Werk finanzieren. „Wir werden bei dem zweiten Werk bei einer Größenordnung zwischen 40 bis 50 Millionen Dollar liegen“, sagt Jansen. Ansonsten finanziert sich der Fruchtverarbeiter vorwiegend aus dem Cashflow. „Die Banken rufen bei uns zwar häufiger an und wollen uns Kredite geben, aber wir als Zentis haben das Glück, dass wir ein klares Familienunternehmen sind", sagt Jansen. Die Eigentümerfamilien, die alle auf den Firmengründer Franz Zentis zurückgehen, lassen laut CFO ausreichend Kapital im Unternehmen. Die Eigenkapitalquote der Zentis-Gruppe weltweit liegt bei 53 Prozent. „Die Kreditaufnahme bei uns ist sehr gering und so soll es auch bleiben“, betont Jansen.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Hinweis: Lesen Sie das ausführliche Interview mit Zentis-CFO Stephan Jansen in der kommenden FINANCE-Ausgabe, die am 20. Juli 2012 erscheinen wird.

Schauen Sie bei unserem Web-TV-Kanal FINANCE-TV vorbei: Zum Thema Mittelstandsanleihen äußerten sich Frank-Walter Seidensticker und Roger Peeters, Vorstand von Close Brothers Seydler Research