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CIO Constantin Mang steigt bei MBB zum Chef auf

Bei ihren Investments hatte die MBB zuletzt ein glückliches Händchen. Constantin Mang soll als CEO künftig ehrgeizige Wachstumsziele erreichen.
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Constantin Mang wird neuer CEO der Private-Equity-Holding MBB. Er übernimmt den Posten zum 1. Juli von Christof Nesemeier, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft. Nesemeier wird die strategischen Entscheidungen des Unternehmens künftig allerdings weiterhin prägen.

Hintergrund ist die Struktur von MBB: Die Industrieholding, die ähnlich wie die Wettbewerber Gesco und Indus nicht aus einem Fonds, sondern aus der eigenen Bilanz investiert, hat eine monistische Unternehmensverfassung. Während im dualistischen System mit Vorstand und Aufsichtsrat zwei Gremien agieren, gibt es beim monistischen System mit dem Verwaltungsrat nur ein Organ. Der Verwaltungsrat bestimmt die Grundlinien der Unternehmensstrategie und beruft geschäftsführende Direktoren, die das Unternehmen im operativen Geschäft nach außen vertreten.

Der bisherige CEO Nesemeier wird in seiner neuen Funktion als Executive Chairman künftig als Verwaltungsratsvorsitzender und geschäftsführender Direktor agieren. Nesemeier hat MBB 1995 mitgegründet und seitdem zu einer Erfolgsstory gemacht: Auf Zehnjahressicht hat die MBB-Aktie sich verzwanzigfacht.

Steil nach oben: Der MBB-Aktienkurs seit 2011

Constantin Mang verantwortete Vorwerk-IPO

Den CEO-Posten übergibt Nesemeier mit Mang an einen Mitstreiter, der bereits seit 2014 Teil des Managementteams ist. Seit 2018 verantwortete er als Chief Investment Officer die wichtigen Themen M&A und Investor Relations bei der Beteiligungsgesellschaft.

Als CIO war Mang auch an den beiden größten MBB-Projekten der jüngeren Vergangenheit beteiligt. So betreute er die Übernahme des Rohrleitungsbauers Friedrich Vorwerk und die Add-on-Akquisition von Bohlen & Doyen. Erst vor wenigen Wochen hat MBB das daraus entstandene Unternehmen an die Börse gebracht, Vorwerk erreichte dabei trotz Platzierung am unteren Ende der Preisspanne eine Marktkapitalisierung von rund 900 Millionen Euro.

MBB werden auch nach dem Börsengang noch rund 36 Prozent der Anteile zugerechnet. Die Transaktion war für die Beteiligungsgesellschaft ein spektakulärer Deal: Im Sommer 2019 hatte MBB weniger als 18 Millionen Euro für einen 60-Prozent-Anteil an Vorwerk hingelegt, der Add-on von Bohlen & Doylen schlug mit gut 5 Millionen Euro zu Buche. Unter dem Strich hat MBB Stand jetzt seinen Einsatz in nur zwei Jahren in etwa verzwanzigfacht.

Constantin Mang, der laut MBB an beiden Deals „maßgeblich“ beteiligt war, wird künftig als CEO auch die Finanzabteilung verantworten. Einen eigenen geschäftsführenden Direktor mit dezidierter CFO-Funktion hat MBB nicht.

Torben Teichler übernimmt den CIO-Bereich

Die Nachfolge auf dem Posten des CIO hat MBB intern geregelt und Torben Teichler zum neuen geschäftsführender Direktor berufen. Teichler ist seit 2018 als Vice President für die Beteiligungsholding tätig. Er soll sich künftig besonders auf die Bereiche Treasury und Kapitalallokation konzentrieren. COO des Unternehmens bleibt Klaus Seidel, der die Entwicklung der Tochterunternehmen sowie die Themenfelder Technologie und Recht verantwortet.

Im Verwaltungsrat übernimmt der scheidende CEO Nesemeier den Vorsitz von Mitgründer Gert Maria Freimuth, der stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender wird. Nesemeier und Freimuth halten zusammen mehr als 65 Prozent des Aktienkapitals von MBB. Als weitere Mitglieder bleiben Peter Niggemann und Anton Breitkopf Mitglieder des Verwaltungsrates.

MBB will Umsatz verdoppeln

Für die kommenden Jahre hat MBB sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Bis 2026 will MBB seinen Umsatz verdoppeln. Gemessen an den aktuellen Zahlen müsste das Unternehmen dann ein Umsatzvolumen im Bereich von 1,4 Milliarden Euro ansteuern.

Für das Geschäftsjahr 2020 wies die MBB-Gruppe einen Umsatz von 689 Millionen Euro aus, ein Plus von gut 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (592 Millionen Euro). Den größten Umsatzanteil steuerte dabei mit 291 Millionen Euro die inzwischen börsennotierte Tochter Vorwerk bei. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Beteiligungsgesellschaft einen etwas langsameren Umsatzanstieg auf 720 Millionen Euro. Zum Konzern gehört unter anderem auch der börsennotierte, zuletzt jedoch stark schwächelnde Autozulieferer Aumann.

Allerdings könnte MBB sein Wachstum auch mit Hilfe des M&A-Markts beschleunigen: Zum 31. Dezember 2020 verfügte die MBB-Gruppe über Nettofinanzmittel von knapp 253 Millionen Euro, davon entfielen 182,5 Millionen Euro auf die Holding MBB SE. Seitdem hat sich die finanzielle Ausstattung noch einmal positiv verbessert, nicht zuletzt durch den Börsengang von Friedrich Vorwerk: Zum Ende des ersten Quartals kletterte die Nettoliquidität auf 510 Millionen Euro, davon entfallen 375 Millionen Euro auf die Holding. Man habe „beste Voraussetzungen, um auch durch den Zukauf neuer Tochterunternehmen weiter zu wachsen“, teilte MBB kürzlich selbstbewusst mit.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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